Admiral-Tegetthoff-Denkmal am Praterstern wird generalsaniert

27.06.2017

© PID/OBERWEGER GEORG
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Fertigstellung für 2018 geplant

Aufmerksamen Passantinnen ist es bereits aufgefallen: Das weithin sichtbare Tegetthoff-Denkmal am Praterstern ist seit Wochen eingerüstet. Seit seiner Errichtung vor 130 Jahren wurde das Denkmal für den legendären österreichischen Marineadmiral noch keiner grundlegenden Restaurierung unterzogen. Nun müssen in Folge technischer und restauratorischer Befundungen notwendige Instandsetzungsarbeiten vorgenommen werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 890.000 Euro, die Fertigstellung ist für 2018 geplant.

"Das Denkmal des Admirals Wilhelm von Tegetthoff am Praterstern gehört zu den bedeutendsten historistischen Denkmälern Wiens", erläutert Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. "Mit seiner imposanten Höhe von 22 Metern überblickt es die Praterstraße bis hin zum Stephansplatz. Im Rücken des Denkmals befindet sich das Nordbahnhofgelände, an dem derzeit ein ganz neuer, zukunftsträchtiger Stadtteil errichtet wird. Das frisch restaurierte Denkmal wird nicht nur den Praterstern, sondern auch die weitere Umgebung aufwerten".

Die Restaurierung

Bereits im Vorjahr wurden die Ausschreibungen für Baustelleneinrichtung und Gerüstung sowie die Arbeiten des Metall- und Steinrestaurators durchgeführt. Für das heurige Jahr sind Restaurierungsmaßnahmen an der Figur des Admirals, an den Bronzeapplikationen der Säule, den sechs Schiffskielen sowie den großen Quadrigen, die am Marmorsockel aufliegen, vorgesehen. Die Metallrestauratorinnen entfernen dabei die schwarzen Krusten von den Oberflächen, die grüne Patinierung des Metalls bleibt erhalten. Das Team der Steinrestauratoren wird in der Folge Mitte des Sommers mit der Arbeit am Kapitell und dem Säulenschaft aus rotem Granit beginnen. Im kommenden Jahr sind die Restaurierung des Marmorsockels sowie die Instandsetzungsmaßnahmen an der Stufenanlage geplant.

Das Denkmal

Ursprünglich geplant für den Platz vor der Votivkirche wurde es 1886 am Praterstern auf der Achse Heinestraße - Prater Hauptallee errichtet. Der Entwurf für die Figuren und plastischen Elemente stammt vom Bildhauer Carl Kundmann, für die Architektur zeichnet Carl Freiherr von Hasenauer verantwortlich. Beide Künstler zeichnen sich durch einen dekorativen Stil aus und so ist das Denkmal außerordentlich detailreich gestaltet. Das Objekt besteht aus einem breiten querovalen Sockel auf dem die beiden Quadrigen mit der Siegesgöttin, gezogen von Hippokampen - halb Pferd, halb Fisch - aufliegen. Aus ihrer Mitte erhebt sich eine Granitsäule mit dem Standbild des Admirals. Aus dem Säulenschaft ragen seitlich jeweils drei sich nach oben verjüngende Schiffskiele.
Neben den genannten großen bauplastischen Elementen finden sich auch zahlreiche kleinere Dekore wie Girlanden aus Muscheln, Krabben und Schalentieren oder ein Ehrenkranz an der Säulenbasis.
Die Dimensionen des Denkmals sind beeindruckend. Eine aktuelle Vermessung ergab, dass der ovale Marmorsockel 12,84 m lang ist, die Breite misst 6,94 m. Die Höhe des Denkmals beträgt vom Fuß des Marmorsockels bis zum Scheitel des Admirals 22,25 m. Die Stufenanlage ist 1,15 m hoch.

Admiral Tegetthoff

Wilhelm von Tegetthoff wurde 1827 in eine adelige Familie hineingeboren. Tegetthoff zog es zur See und so besuchte er von 1840 bis 1845 das österreichische Marinekollegium in Venedig. Er machte rasch Karriere: Er wurde zum Seeoffizier ernannt und leitete viele Fahrten und Expeditionen der kaiserlichen Marine. Sein Sieg in der Seeschlacht von Lissa am 20. Juli 1866 gegen die italienische Flotte im verlorenen Deutschen Krieg (Preußen und Italien gegen Österreich und den Deutschen Bund), machte ihn zu einem Seehelden. Er erhielt dafür das Kommandeurkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens und wurde zum Vizeadmiral befördert. Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, wo die Geschichte der österreichischen Marine im Detail dokumentiert ist, befinden sich mehrere Erinnerungsstücke und persönliche Gegenstände Tegetthoffs. So werden zahlreiche Porträts gezeigt, weiters sind Tegetthoffs Säbel, mehrere Fotografien, sein Kommandeurkreuz des Militär-Maria-Theresia-Ordens und ein Ehrengeschenk der Stadt Triest in Form eines goldenen Tafelaufsatzes ausgestellt (Quelle Wikipedia).