AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser: Konsumentenschützer holten 2016 fast 1 Million Euro

27.01.2017

© Scheichel, AK

Rund eine Million Euro hat der AK Niederösterreich-Konsumentenschutz im Vorjahr für die NiederösterreicherInnen erkämpft. "Knapp 37.000 KonsumentInnen ließen sich zu Problemen rund um Finanzdienstleistungen, Wohnen, Handy und Internet beraten", sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Er fordert für 2017 deutliche Kostensenkungen im Finanzdienstleistungsbereich, Verbesserungen bei den Maklergebühren und den Betriebskosten.

Exakt 988.209 Euro hat die Konsumentenberatung im Vorjahr gesichert. "Für uns ist klar: Geschädigte sollen rasch zu ihrem Recht kommen", sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Rund 22.000 KonsumentInnen haben sich über die Hotline telefonisch beraten lassen. In fast 5.000 Fällen war ein persönliches Beratungsgespräch nötig, um eine Lösung zu finden. Knapp 10.000 Mal wurden die KonsumentInnen auf schriftlichem Wege unterstützt. Für rund 1.800 NiederösterreicherInnen mussten die AK-ExpertInnen bei Firmen intervenieren, weil diese nicht bereit waren, auf deren berechtigte Anliegen zu reagieren. "Bei einem Großteil der an uns herangetragenen Fälle kommen wir mit außergerichtlichen Verhandlungen zu einer Lösung und das Mitglied schnell zu seinem Recht", sagt AK Niederösterreich-Direktor Mag. Joachim Preiß.

Schwerpunkte in der Beratung

Thematische Schwergewichte in der Beratung waren Finanzdienstleistungen, Wohnrecht, Bauen und Sanieren, Telefonieren und Internet sowie Probleme mit Autos. Erfolgreich wurden unseriöse Werbefahrten bekämpft: Durch eine Gesetzesänderung in der Gewerbeordnung und intensive Aufklärungsarbeit gab es 2016 keinen einzigen Beratungsfall mehr dazu. Ebenfalls ein Erfolg war die gesetzliche Verpflichtung zur Button-Lösung: Erst durch Klicken eines Bestellknopfes mit der Aufschrift "kostenpflichtig bestellen", "jetzt zahlen" oder einer ähnlichen eindeutigen Formulierung ist der Konsument an eine kostenpflichtige Bestellung gebunden.

KonsumentInnen müssen weniger für Rauchfangkehrer zahlen

Die Arbeiterkammer hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Preisvorteile aus der Verlängerung der vorgeschriebenen Überprüfungs- und Kehrintervalle an die Konsumenten weitergegeben werden. "Die Ersparnis durch die neue Verordnung des Landes Niederösterreich für die Haushalte beträgt 2,5 Millionen Euro", sagt Wieser.

Ausblick auf 2017

Für 2017 fordert die Arbeiterkammer, dass die hohen Überziehungszinsen von bis zu 13,5 Prozent deutlich gesenkt werden. "Unser Vorschlag liegt bei maximal sechs Prozent über dem Drei-Monats-Euribor", sagt Wieser. Wie groß hier das Einsparungspotential für KonsumentInnen ist, zeigt der Rechner der AK auf www.bankenrechner.at.
Weitere Forderungen sind: Nur der Auftraggeber soll die Maklergebühr bezahlen, Grundsteuer, Versicherungskosten und Verwaltungshonorare sollen aus den Betriebskosten herausgenommen werden, Schlichtungsstellen für wohnrechtliche Angelegenheiten sollen in Niederösterreich flächendeckend eingerichtet werden.