ÄLTESTE REINZEICHNUNG DER HABSBURGER METROPOLE WIEN UM 1706 ENTDECKT. (DES HEUTIGEN 1. BEZIRKES, SAMT ANGRENZENDER BEZIRKE 2. bis 9.)

01.02.2017

"Important discovery of the oldest extant colored final artwork drawing of Metropolitan Vienna, Capital of the Habsburg Empire with a separate manuscript listof property owners from c. 1706"
Vor kurzem wurde in Wien ein bedeutender antiquarischer Schatz gefunden.
Ein weltweit einzigartiges museales Unikat.
Es handelt sich dabei um ein über 310 Jahre altes Manuskript der kaiserlichen Haupt und Residenzstadt Wien mit separatem Index der Grundeigentümer in den
Vorstädten.
Wien steht am Festungsplan zwar "kopfüber", sieht aber die Donau als schützende
militärische Barriere.
Diese dadurch erzielte optische Breitenwirkung lässt Wiens Innenstadt noch sicherer,
größer und passender für eine wichtige europäische Metropole, sogleich noch
bedeutsamer, uneinnehmbarer und lebenswerter erscheinen.
Diese Reinzeichnung ist bislang das einzige weltweit bekannte und perfekt erhaltene
Exemplar.
Es handelt sich dabei um ein prächtiges barockes Handexemplar, mit beiliegendem
lateinischem Index mit dem Titel: "VIENNA - AUSTR - METROP" "Litterarum et
Numerorum explicatio".
Dieses Exemplar enthält eine sehr detaillierte Auflistung der Gebäude und ihren
diversen, u.a. kirchlichen sowie kaiserlichen Nutzungen (versehen mit
unterschiedlichem Kolorit) und bezeichnet namentlich u.a. österreichischen und
europäischen Hochadel als Grundeigentümer.
Auch der erste Kaffeehausbesitzer in Wien ist aufgelistet.
Mit Feder auf Papier sorgfältig handgezeichnet und aquarelliert, kann der Stadtplan
(58,8 cm x 53,3 cm) dem italienischen Duo Oberstleutnant Ingenieur Leandro
Anguissola di Piacenza (1652-1720) und dem Hofmathematiker Gian Giacommo de
Marinóni (1676-1755) aus Udine zugeschrieben werden.
Aufgelistet finden sich in der Wiener Innenstadt 32 Kirchen und Klöster, 15 Straßen
(inkl. 2 Bäckerstraßen), 25 Gassen, 34 Gässchen, 9 Märkte, 11 Basteien, 6 Tore,
8 Plätze und viele Stege.
Folgende italienische bzw. italienisierte Familiennamen fallen dabei auf: "Tschernini,
Piechi, Zanconi, Montecuculi, Varena, Coloredo, Furtano, Serenij, Pestalozzi, Palfij,
Kazzi, Peroni, Fondi".
Dazu kommen noch deutsche wie: "Sinzendorff, Dietrichstein, Beckenhäusel, Strudel,
Liechtenstein, Kuefstein, Harrach, Hardegg, Breiner".
Es ist dies der älteste erhaltene Stadtplan des heutigen Wiener 1. Gemeindebezirks
mit einer separaten Liegenschaftsliste und Angabe der Eigentumsverhältnisse der
Vororte.
Die Entstehungszeit des Stadtplanes um 1706 wurde auf Basis einer eingehenden
Recherche der Fachliteratur, der Angaben in der Neuvermessung der Vorstädte, des
Wasserzeichens, div. Gesprächen mit Experten und Vergleichsanalysen u.a. in der
ÖNB überprüft.
Präsentiert wurde der Öffentlichkeit dieser Fund, der bislang gefaltet und unauffällig
in einem Wiener Schrank lag und sich im Privatbesitz befindet, am 1. Februar 2017
vom Bezirksvorsteher der Inneren Stadt MMag. Markus Figl und Dr. Stefaan Missinne,
Repräsentant Österreichs bei der Gesellschaft der Internationalen Kartensammler
(IMCOS), im Alten Rathaus der Stadt Wien in der Wipplingerstraße 8.
Dies in Anwesenheit des Italienischen Botschafters S.E. Dr. Giorgio Marrapodi.
Erst 40 Jahre nach dem Entstehen dieses Stadtplanes um 1706 wurde die Regulierung
und Erfassung von Dominikalgrund (herrschaftlich) bzw. Rustikalgrund (bäuerlich)
durch die Kaiserin Maria Theresia. (1717-1780) verordnet.
Unübersehbar auf dem Stadtplan ist das zukunftsorientierte Siedlungswachstum
Wiens nach der spürbaren Initialzündung eines barocken Baubooms infolge der
traumatischen Erfahrung der Türkenkatastrophe von 1683.
Mehrere noch leere aber bereits vermessene Grundparzellen in den Vorstädten
sollten zur Ansiedlung einladen. Der Hof zog den Hochadel an, der sich luxuriöse
Stadtpalais in der barocken Metropole zulegte.
Wien prosperierte und wurde zur Haupt- und Residenzstadt einer europäischen
Großmacht.
Diese Entdeckung, noch nicht bibliographisch erfasst, der mehr als 310 Jahre alten
Reinzeichnung Wiens ist ein wichtiger historischer Fund.
Dies auch im Bezug zum Jubiläumsgeburtsjahr Maria Theresia´s (1717).
Ihre Geburt war für das Reich der Habsburger äußerst bedeutsam.
© Dr. Stefaan Missinne, Vertreter der Internationalen Gesellschaft von
Kartensammlern (IMCOS) in Österreich.