Antibiotika – So viel wie nötig, so wenig wie möglich

16.11.2017

Welt-Antibiotika-Awareness-Woche: fächerübergreifende Zusammenarbeit im KAV garantiert effektive aber auch schonenden Antibiotika-Einsatz

Antibiotikatherapie ist eine hochwirksame Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Dank Antibiotika können Erkrankungen wie Lungenentzündung, Darminfektionen oder Haut und Weichteilinfektionen in den meisten Fällen effektiv behandelt werden. Doch so wirkungsvoll die antibiotische Behandlung auch ist, muss dabei immer beachtet werden, dass nicht nur im Körper unerwünschte Bakterien abgetötet werden, sondern auch solche, die im Körper wichtige Funktionen haben, wie z.B. Haut- oder Darmbakterien. Werden nun durch eine Antibiotikabehandlung - als unerwünschte Nebenwirkung - auch für den Körper wichtige Bakterien abgetötet, bleibt für andere, auch antibiotikaunempfindliche oder eingeschränkt empfindliche Bakterien mehr Platz und somit mehr Möglichkeit sich zu vermehren. Das bedeutet, beim Einsatz von Antibiotika ist besonderes Augenmerk auf den Einsatz des richtigen Medikaments, in der angebrachten Dosis und die Behandlungsdauer zu legen.

Um die Antibiotikatherapie so effektiv und gezielt wie möglich einzusetzen, arbeiten in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes die klinischen Abteilungen eng mit PathologInnen und Hygiene- und AntibiotikaexpertInnen zusammen. Von den Abteilungen werden Proben wie z.B. Abstriche an die pathologisch-bakteriologischen Institute übermittelt. Diese werden von PathologInnen untersucht und die Befunde wieder an die Abteilung retourniert. Gleichzeitig wird das Hygiene- und Antibiotikateam eingebunden, das alle relevanten Schritte, wie z. B. Einleitung der entsprechenden Therapie oder Umsetzung spezieller Hygienemaßnahmen erkrankter PatientInnen initiiert.

Im Kaiser-Franz-Josef-Spital tauschen sich Pathologe Harald Kirschner und Hygiene- und Antibiotikaexperte Viktor Lenhart regelmäßig aus und sind in laufendem Kontakt. "Unsere intensive Zusammenarbeit ermöglicht die zielgerichtete Behandlung von PatientInnen, hält die Antibiotikagaben so gering wie möglich und unterstützt die KollegInnen auf den klinischen Abteilungen", so beide Experten einhellig.