Anwältin patzte: AK erkämpft 14.500 Euro nach Kündigung

02.07.2017

Juristin hatte auf zustehendes Geld für Techniker mitunter "vergessen" - AK-Präsident Wieser: "Erst unsere ExpertInnen setzten Forderungen durch."

14.500 Euro - auf diese ihm zustehende Summe hätte ein technischer Angestellter beinahe verzichten müssen. Und das nur, weil seine kostenpflichtige Anwältin gepatzt hatte. Sie hatte die Ansprüche des Mannes aus dem Weinviertel nach der Kündigung falsch berechnet. Gerade noch rechtzeitig kam der Betroffene zur AK Niederösterreich. Dank der Fachkenntnis und dem Branchen-Wissen der AK-ExpertInnen wurden die Ansprüche richtig errechnet und eingefordert. Einmal mehr zeigt sich: "Durch den kostenlosen Rechtsschutz der AK war es möglich, die berechtigten Ansprüche für den Arbeitnehmer durchzusetzen", sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Es war bereits fünf vor zwölf, als ein technischer Angestellter aus dem Weinviertel die AK Niederösterreich um Unterstützung bat. Ein Experte der AK sah auf den ersten Blick: Mit den Berechnungen der Ansprüche konnte etwas nicht stimmen. Doch das war nur die Spitze des Eisbergs: Nach knapp zehn Monaten war der Dienstnehmer von seinem Arbeitgeber vor die Tür gesetzt worden - ohne überhaupt darüber informiert zu werden. Er hatte sich kostenpflichtig eine Anwältin genommen, um seine Ansprüche einzufordern. Dann schlitterte das Unternehmen in die Insolvenz. Die Liste der offenen Forderungen war lang - Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistung, ausstehendes Gehalt, nicht erfolgte Sonderzahlungen. Genauso lang die Liste der Fehler, die sich die Anwältin geleistetet hatte. Nicht nur, dass die Berechnungen nicht stimmten - auf das Einfordern der Urlaubsersatzleistung hatte sie schlichtweg vergessen. Die AK Niederösterreich übernahm in der Folge die Vertretung des Mannes und das Blatt wendete sich für den Weinviertler.

Bei einer Neuberechnung der Ansprüche zeigte sich: Dem 39-Jährigen standen mehr als 14.500 Euro zu. "Ohne den kostenlosen Rechtsschutz der Arbeiterkammer wäre der Betroffene vermutlich nicht zu seinem Recht gekommen", sagt AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser. Er rät, sich bei Unklarheiten jedenfalls an die AK Niederösterreich zu wenden. Auf die hervorragende fachliche Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich die Menschen verlassen. Die durchschnittliche AK-Umlage beträgt übrigens weniger als sieben Euro im Monat - exakt 6,90 Euro. Übrigens - die ausstehende Summe hat der Betroffene bereits fast zur Gänze erhalten.