DER SCHLINGERMARKT IST EIN TEIL VON FLORIDSDORF BV Papai präsentiert Ergebnis der Umfrage

19.01.2017

"Der Schlingermarkt ist Teil unserer Bezirksgeschichte", sagt Bezirksvorsteher Georg Papai, "ein Stück Tradition, das nun aufgewertet werden soll."
Daher hat der Bezirkschef vergangenen Herbst alle Floridsdorferinnen und Floridsdorfer im Rahmen einer großen Umfrageaktion eingeladen, ihre Ideen zum Floridsdorfer Markt - im Volksmund besser als "Schlingermarkt" bekannt - einzubringen. Die Umfrage war in einen Fragenkatalog zum Ankreuzen und einen Bereich für frei formulierte Anregungen gegliedert.
Besondere Bedingungen - breite Basis
Die Grundbedingungen sind alles andere als einfach: Während auf anderen Märkten Wiens die Stände lediglich verpachtet sind und das Marktamt damit die Möglichkeit hat, auf Warenangebot und Erscheinungsbild steuernd einzugreifen, befinden sich die Stände am Schlingermarkt - historisch gewachsen - im Eigentum der "Standler" selbst. Bezirksvorsteher Papai muss somit seine Initiative auf eine breite Basis stellen und hat daher eine Arbeitsgruppe mit allen Fraktionen in der Bezirksvertretung, Gebietsbetreuung und Marktamt ins Leben gerufen und steht auch mit den Gewerbetreibenden am Markt in ständigem Kontakt.
"Wir haben rund 430 Rücksendungen aus der Bevölkerung erhalten", berichtet der Bezirkschef. "Diese Zahl und der hohe Anteil an frei formulierten Ideen lässt erkennen, wie wichtig den Floridsdorferinnen und Floridsdorfern ihr Markt ist."
Bemerkenswert ist auch das breite Altersspektrum: Die mit 8 Jahren jüngste Umfrageteilnehmerin wünscht sich einen Brunnen, "damit ich das Obst gleich waschen und essen kann", die mit 90 Jahren älteste Teilnehmerin wünscht sich - wenig überraschend - Sitzmöglichkeiten zum konsumationsfreien Ausruhen.
Jetzt folgt Leitbild
"Ich danke allen, die sich an dieser Umfrage beteiligt haben. Jetzt wollen wir aus Basis dieser Daten ein Leitbild für den Schlingermarkt erstellen, das auch infrastrukturelle Überlegungen, die seitens des Bezirks geleistet werden können, beinhalten wird", gibt Bezirksvorsteher Papai den weiteren Weg vor.
Basisinformation:
Der ursprüngliche Floridsdorfer Markt befand sich 1887 am Spitz. Er wurde 1926 in den neu errichteten Schlingerhof an der Brünner Straße integriert und ein Jahr später eröffnet. 1946 musste der Markt wegen weitgehender Zerstörungen im Krieg neu aufgebaut werden.
Der Schlingermarkt besteht aus 40 Ständen mit einer verbauten Fläche von 1.618 m². Jeden Freitag und Samstag gibt es auf der angrenzenden Freifläche einen beliebten Bauernmarkt.

Ergebnis: Umfrage Schlingermarkt

Die Umfrage zum Schlingermarkt erfolgte von September bis Oktober 2016. Es nahmen insgesamt 427 Personen an der Befragung teil, davon waren 55% Frauen und 30% Männer, der Rest machte keine Angaben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zwischen 8 und 90 Jahre alt und beantworteten die Fragen größtenteils sehr ausführlich und konstruktiv.
Häufigkeit des Besuches & Anreise: Die meisten Kunden besuchen den Floridsdorfer Markt einmal wöchentlich, dabei benötigen sie meist fünf bis zwanzig Minuten um das Marktgelände zu erreichen.
Produkte und Angebote: Zwei Drittel der Befragten kaufen am Markt Obst/Gemüse und Fleisch, dabei ist den Kunden primär die Frische der Ware wichtig. Die Produkte sollten, wie am Bauernmarkt aus der Region stammen und das Angebot an BIO-Produkten könnte ausgebaut werden. Zusätzlich spielt die Auswahl eine große Rolle, hauptsächlich sind exotische aber auch regionale Spezialitäten gefragt. Bei Fisch und Brot würden sich die Marktbesucher eine unterschiedlichere Produktpalette wünschen.
Gastronomie: Es geben zwar 35% der Befragten an, dass sie keine Speiseangebote benötigen würden, dennoch ist im frei formulierten Teil der Umfrage oft die Forderung nach mehr Gastronomie laut geworden. Feine internationale Gerichte mit höherer Qualität, aber auch Cafés und Konditoreien wurden am häufigsten gefordert. Wichtig ist den Befragten ebenso, dass man die Speisen unter freiem Himmel genießen kann. (Schanigärten)
Gestaltung: Für neue Sitzbänke und Grünanlagen haben sich 60% der Befragten ausgesprochen. Der Schlingermarkt sollte insgesamt freundlicher, heller und farblich gestaltet werden.
Öffnungszeiten: Längere und einheitliche Öffnungszeiten wurden von den Teilnehmern sehr häufig gefordert, hier würden sich die meisten Befragten mit Öffnungszeiten bis 18.00 Uhr zufrieden geben.
Verkehr: Die größte Gruppe der Besucher erreicht den Markt zu Fuß (30%), dennoch sind die Autofahrer (28%) und die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel (26%) ganz vorne dabei. Nur die Fahrradfahrer sind einigermaßen weit abgeschlagen mit 16%. Von einigen Einkäufern werden mehr Parkplätze gefordert.
Informationsbeschaffung: Über 53% der Befragten geben an, sich direkt vor Ort über Angebote und den Markt zu informieren. Die zweitgrößte Gruppe informiert sich über die Bezirkszeitung, allerdings sind das nur mehr 17%. 10% bzw. 9% bekommen ihre Informationen durch Mundpropaganda oder Postwurfsendungen. 3% nutzen Facebook.
Andere Märkte: Der Mark am Handelskai wurde am häufigsten ausgewählt, vor allem auf Grund des Angebots an Obst und Gemüse. Auch der Hannover Markt und der Karmelitermarkt wurden als Beispiele genannt.
Sonstige Anliegen: Mehr Sauberkeit, mehr Kulturveranstaltungen, günstigeres Angebot.