Wien Holding: Hafen Wien mit Rekordergebnis im Jahr 2016

14.06.2017

Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding GmbH, Renate Brauner, amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft und Internationales, Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien, und Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien bei der Pressekonferenz zur Hafen-Wien-Bilanz 2016  © David Bohmann / PID
Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding GmbH, Renate Brauner, amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft und Internationales, Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien, und Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien bei der Pressekonferenz zur Hafen-Wien-Bilanz 2016 © David Bohmann / PID

Starke Steigerungen zu 2015 - Rekordjahr 2014 ebenfalls übertroffen; 2016: Umsatz von 56,8 Mio. Euro (+ 7,8 Prozent), EGT: 12,7 Mio. Euro (+ 32 Prozent)

Der Hafen Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, mit seinen Frachthäfen Freudenau, Albern und Lobau ist nicht nur der größte öffentliche Donauhafen Österreichs, sondern auch einer der wichtigsten Hinterland-Hubs in Europa, vor allem für die großen Nordseehäfen und die Häfen im adriatischen Raum.

"Im Jahr 2016 hat sich der Hafen Wien ausgezeichnet geschlagen. In den letzten zehn Jahren haben wir konsequent in den Hafenausbau investiert. Mit über 300 MitarbeiterInnen ist der Hafen Wien ein wichtiger Beschäftigungsfaktor in der Region, dessen internationale Bedeutung kontinuierlich steigt. Der Erfolg unserer Strategie, den Hafen Wien als nationale und internationale Logistikdrehscheibe zu positionieren, schlägt sich auch in den wirtschaftlichen Kennzahlen nieder: Das wirtschaftliche Ergebnis liegt deutlich über dem des Jahres 2015 und auch über dem Rekordjahr 2014. Im heurigen Jahr wird die Hafen Wien-Gruppe insgesamt 24,6 Millionen Euro in den weiteren Ausbau investieren", so Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner bei der Präsentation der Bilanz des Hafen Wien für das Jahr 2016.

Kräftiges und nachhaltiges Wachstum durch Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Der Umsatz der Hafen Wien-Gruppe ist im Vergleich zum Jahr 2015 um rund 8 Prozent auf rund 56,8 Millionen Euro gestiegen (2015: 52,7 Mio. Euro). Das Rekordjahr 2014 wurde um rund sechs Prozent übertroffen (2014: 53,6 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern im Jahr 2016 liegt bei rund 12,7 Millionen Euro und konnte gegenüber 2015 sogar um satte 32 Prozent gesteigert werden. Die Steigerung zum bisherigen Rekordjahr 2014 beträgt 27 Prozent. Auch im Jahr 2016 hat der Hafen Wien kräftig investiert und zwar insgesamt 7,9 Millionen Euro.

"Unsere Investitionen in den Hafenausbau, die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit haben sich gelohnt. Das Wachstum des Hafen Wien steigt konsequent, sowohl beim Kernunternehmen Hafen Wien wie auch den Tochtergesellschaften. Sowohl in nahezu allen güterbezogenen Geschäftsbereichen wie auch in der Personenschifffahrt hat sich das Jahr 2016 zu einem Rekordjahr entwickelt. So konnten wir mit dem Abschluss des Landgewinnungsprojektes den Autoterminal erweitern und die Anzahl der umgeschlagenen Fahrzeuge um 22.000 Stück steigern, das entspricht rund 30 Prozent. Besonders erfreulich: Im Jahr 2016 sind auch wieder mehr Güter per Schiff umgeschlagen worden und zwar um 8,6 Prozent. Der Aufwärtstrend hält insgesamt auch in den ersten Monaten 2017 an. Wir liegen auf dem Niveau des Jahres 2016 bzw. in einigen Sparten sogar leicht darüber", so Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke.

Kontinuierlich investiert der Hafen Wien auch in die Servicequalität und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. So wurde das Verwiegen der Güter auf die internationalen SOLAS-Kriterien umgestellt und auf den neuesten Stand der Technik gehoben. Das öffentliche Zolllager im Hafen Wien und die Speditionstochter des Hafen Wien, TerminalSped, sind nun nach AEO C-Richtlinien (Authorized Economic Operator Customs) zertifiziert. Dieses international anerkannte EU-Qualitätszertifikat im Zollbereich wird nur an Firmen erteilt, die verlässlich und genau Zollabfertigungen im Sinne der EU-Vorschriften durchführen. AEO-zertifizierte Unternehmen werden regelmäßig auditiert.

Aufwärtstrend in nahezu allen Bereichen; Hafen erweitert 2017 seine Fläche für Betriebsansiedlungen

Das Jahr 2016 hat sich in so gut wie allen Geschäftsbereichen sehr gut entwickelt - vom Lagergeschäft über den hafeneigenen Immobilienbereich bis hin zur Schifffahrt. "Besonders die Personenschifffahrt hat im Jahr 2016 wesentlich zum sehr guten Gesamtergebnis beigetragen. Auch die Erfolge aus Vermietung und Verpachtung - ein traditionell wichtiger Ergebnisbeitrag - lagen auf einem sehr hohen Niveau", berichtet Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien.

"Neben den Unternehmen der Hafen Wien-Gruppe haben auf dem über drei Millionen Quadratmeter großen Hafenareal rund 100 Unternehmen der Speditions- und Transportbranche ihren Firmensitz. Insgesamt arbeiten dort rund 5.000 Menschen. Vor diesem Hintergrund werden wir weitere Flächen für Betriebsansiedlungen entwickeln. So haben wir bereits heuer den nächsten Schritt zur Standorterweiterung gemacht und ein Grundstück von rund sechs Hektar Fläche erworben, das ist so groß wie acht Fußballfelder", so Lehr weiter. Auf diesem Betriebsgebiet in der 7. Haidequerstraße 6 befinden sich Büros, Werkstätten, Lagerhallen, Garagen und Parkplätze. Die Verwertung unter dem Namen "HQ7" hat bereits begonnen, mit ersten MieterInnen wird bereits gesprochen.

Autoterminal und Güterumschlag per Schiff gewachsen Ergebnis im Containerbereich nahezu gehalten

Der hafeneigene Autoterminal, eines der größten PKW-Verteilzentren in Österreich, wurde im Jahr 2016 um eine weitere Fläche von rund 3.000 Quadratmeter ausgebaut. "Der zusätzliche Platz im Autoterminal bedeutet, dass wir die Kapazität des Terminals massiv erhöhen konnten. Im Jahr 2016 sind bereits 72.000 Fahrzeuge über unser Terminal gelaufen. Durch diese Maßnahme konnte das Geschäftsvolumen dieser Sparte um 30 Prozent gesteigert werden", so Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien.

"Im Aufwärtstrend liegt auch die Entwicklung des Schiffsumschlags am Standort Freudenau. Hier konnten wir eine Steigerung von 8,6 Prozent erzielen. Insgesamt wurden somit rund 984.000 Tonnen per Schiff umgeschlagen", erklärt Pulker-Rohrhofer. Die Lagerauslastung in den hafeneigenen Lagerhallen und auf den Freilagerflächen hat sich über das Gesamtjahr 2016 betrachtet bei rund 73 Prozent eingestellt, was ebenfalls eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Die Umschlagsmengen im Containerbereich konnten im Jahr 2016 nahezu gehalten werden. Die hafeneigene WienCont mit dem größten Containerterminal und -depot Österreichs hat im Jahr 2016 rund 440.000 Containereinheiten umgeschlagen, das bedeutet einen leichten Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015.

Hafen Wien-Gruppe investiert auch 2017 kräftig: 24,6 Millionen Euro

Um das Logistikzentrum Hafen Wien weiter für die Zukunft zu rüsten, wird auch im Jahr 2017 kräftig weiter investiert. Insgesamt sind dafür 24,6 Millionen Euro vorgesehen.

Ein Schwerpunkt dabei liegt auf der Erweiterung und Entwicklung der Flächen zur Betriebsansiedlung im Rahmen des Projekts "HQ7".

Bereits im Mai dieses Jahres konnte die neue Photovoltaik-Anlage, die am riesigen Dach des Autolagerhauses errichtet wurde, in Betrieb genommen werden. Damit wird am Standort beinahe ein Viertel des gesamten Strombedarfs aus Sonnenenergie vor Ort gedeckt. Das entspricht einer jährlichen Erzeugung von 290.000 Kilowattstunden (kWh). Insgesamt wurden 1.076 Solarmodule auf einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern verbaut. Die Anlage kommt somit auf eine Leistung von 280 Kilowatt Peak (kWp).

Nach dem Muster im Hafen Freudenau soll auch der Hafen Albern ein Hochwasserschutztor erhalten. Mit konkreten Planungs- und Vorarbeiten wird heuer begonnen. Darüber hinaus sind Umbauten, Sanierungen und infrastrukturelle Maßnahmen an und auf den Umschlagsflächen sowie bei den Gebäuden auf dem Hafenareal vorgesehen. So wird zum Beispiel das Hochregallager umgebaut und saniert. Die Schüttguthalle wird ein neues Dach erhalten.

Die WienCont investiert etwa drei Millionen Euro, unter anderem in den Ausbau des Ingates am Güterterminal bzw. in die Anschaffung eines Maststaplers.

Im April wurde die Denk- und Innovationswerkstatt thinkport VIENNA, in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien, ins Leben gerufen. thinkport VIENNA ist ein offenes Mobilitätslabor, das sich mit den Herausforderungen der Logistik in urbanen Ballungsräumen umfassend und langfristig auseinandersetzt. Die Initiative ist Inkubator und Multiplikator für neue Technologien, Prozesse, Dienstleistungen, um güterlogistische Innovationen für Wien umzusetzen. Der Hafen Wien mit seinem riesigen Areal dient dabei als reale Testumgebung, um mit PartnerInnen aus Forschung, Wirtschaft und Stadtverwaltung innovative Konzepte, Prozesse und Technologien methodisch zu entwickeln, zu evaluieren und in Form von Pilotprojekten in der Praxis sowohl im Hafen Wien wie auch in der Stadt auszuprobieren.

Auch in der Personenschifffahrt stehen Investitionen an. Die Wiener Donauraum plant zusätzliche Anlegestellen für die Donau-Kreuzfahrtsschifffahrt sowie für die Ausflugsschiffe der DDSG-Flotte.

Der Hafen Wien - trimodales Logistikzentrum im Herzen der Stadt

Der Hafen Wien ist eines der größten multimodalen Güterverkehrszentren Österreichs. Rund 2.000 Kilometer vom Schwarzen Meer und rund 1.500 Kilometer von der Nordsee entfernt, agiert der Hafen Wien, mitten im Zentrum an einer der wichtigsten Verkehrsadern Europas, als leistungsstarke Schnittstelle internationaler Handels- und Transportwege.

Der Hafen Wien punktet durch seine Trimodalität, also die perfekte Anbindung an die Straßen-, Schienen- und Wasserinfrastruktur. Vom Hafen Wien werden jährlich bis zu sieben Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Mit einer Fläche von drei Millionen Quadratmetern ist dieses Logistikzentrum das größte Güterverkehrszentrum in Österreich und mit rund 100 Unternehmen und bis zu 5.000 Arbeitsplätzen am Standort ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Der Hafen Wien ist mit seiner Lage an drei Ten-T-Korridoren einer der wichtigsten Hinterland-Hubs Europas, vor allem für die großen Nordseehäfen und die adriatischen Häfen. Der Hafen Wien ist als Tochter der Wien Holding ein Unternehmen der Stadt Wien. Mit seinen drei Frachthäfen Freudenau, Albern und Lobau ist er auch der größte öffentliche Donauhafen Österreichs.