„Drüber reden hilft!“ – ein Tag im Zeichen der Selbsthilfe

27.11.2017

© WiG/Andrew Rinkhy
© WiG/Andrew Rinkhy

(WIEN) Wiener Gesundheitsförderung bot am Tag der Selbsthilfe Rahmen für Information und Austausch

Selbsthilfe - was ist das überhaupt? Zu welchen Themen gibt es Selbsthilfegruppen? Und wie können sie bei Krankheit oder in schwierigen Lebensphasen unterstützen? Antworten auf diese und andere Fragen erhielten die Besucherinnen und Besucher beim Tag der Selbsthilfe am Sonntag, 26. November 2017, im Wiener Rathaus. Von 10 bis 17 Uhr präsentierten rund 70 Wiener Selbsthilfegruppen sowie zahlreiche Einrichtungen der Stadt Wien ihre Angebote und Leistungen.

"Unser Gesundheitssystem bietet allen Menschen - unabhängig von sozialem Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft - bestmögliche medizinische Versorgung. In manchen Lebenssituationen braucht es - neben der medizinischen Betreuung - noch Unterstützung darüber hinaus. Die 260 Wiener Selbsthilfegruppen bieten hier hilfreiche Informationen und Erfahrungsaustausch, sie agieren aber auch als wichtige emotionale Stütze", betont Sandra Frauenberger, Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen.

Information, Diskussion, Austausch

Beeindruckt darüber was Selbsthilfegruppen leisten, zeigte sich Gemeinderätin Gabriele Mörk bei ihrer Eröffnungsrede: "In Wien sind über 40.000 Menschen in Selbsthilfegruppen aktiv - und das überwiegend ehrenamtlich. Diese Menschen sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. In eigener Sache deshalb, weil sie selbst von einer Krankheit, einem Schicksalsschlag oder einer schwierigen Phase in ihrem Leben betroffen sind oder waren. In so einer Situation anderen zu helfen, zeugt von großem Engagement!"

Dieses Engagement stellten die Wiener Selbsthilfegruppen auch am Tag der Selbsthilfe wieder unter Beweis. Sie informierten zu ihren Themen und standen den Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort bei brennenden Fragen. "Mit dem Tag der Selbsthilfe wollen wir ein selbsthilfefreundliches Klima fördern und möglichst viele Wienerinnen und Wiener über die Angebote der Selbsthilfegruppen in Wien informieren. Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Veranstaltung leisten die Gruppen selbst - dafür möchte ich mich herzlich bedanken", so Dennis Beck, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung.

"Am Ende des Lebens" und "Gesunder Darm - Gesunde Ernährung"

Die Erfahrungen aus dem Alltag der Gruppen wurden auch im Rahmen der heurigen Themenschwerpunkte "Am Ende des Lebens" und "Gesunder Darm - Gesunde Ernährung" einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Sterben gehört zum Leben dazu - trotzdem ist es ein Tabu! Der Tag der Selbsthilfe widmete sich dieser wichtigen Lebensphase und beleuchtete das Thema mittels Fachvorträgen und Diskussionen aus unterschiedlichen Perspektiven. Sehr persönliche Einblicke gewährte unter anderem eine Mutter, die ihre krebskranke Tochter bis zu deren Tod begleitet und aufgrund ihrer Erfahrungen eine Selbsthilfegruppe für trauernde Eltern gegründet hat. Auch das Angebot der mobilen Sterbebegleitung des Fonds Soziales Wien und andere professionelle Unterstützungsmöglichkeiten wurden vorgestellt.

Informiert und diskutiert wurde auch zum Schwerpunkt "Gesunder Darm - Gesunde Ernährung". Denn: Was wir essen, hat Einfluss auf unsere Psyche und unser Wohlbefinden. Gleichzeitig betonten Betroffene von Zöliakie und Reizdarm, dass es nicht DIE gesunde Ernährung gibt. Was für eine Person gesund ist, kann für jemand anderen Auslöser von Beschwerden oder schweren Erkrankungen sein.