Einer der meistgesuchten Verbrecher Österreichs im Kosovo festgenommen

24.05.2017

200. Festnahme der Zielfahnder des Bundeskriminalamtes

Wien (OTS) - Seit dem 30. April 2009 wird der nunmehr 32-jährige kosovarische Staatsangehörige Hime Lufaj mit internationalem Haftbefehl gesucht. Lufaj steht unter Verdacht einen Kriminalbeamten lebensgefährlich verletzt sowie einen Raubüberfall mit schwerer Körperverletzung und einen Einbruchsdiebstahl in Wien verübt zu haben. Er war einer von zwei "Most Wanted Persons" Österreichs und wurde weltweit gesucht. Nach Übergabe des Fahndungsfalles an die kosovarische Justiz konnte er am 23. Mai 2017 im Kosovo festgenommen werden.

Hime Lufaj steht unter Verdacht 2006 einen versuchten Raubüberfall mit absichtlich schwerer Körperverletzung durch einen Messerstich in einem Lokal im 17. Wiener Gemeindebezirk sowie einen Einbruchsdiebstahl in Wilhelmsburg begangen zu haben. Bei einer Kontrolle im 18. Wiener Gemeindebezirk am 08. April 2009 verletzte der Verdächtige einen Wiener Kriminalbeamten im Zuge einer versuchten Festnahme mit mehreren Messerstichen in die Brust lebensgefährlich und flüchtete. Der Kriminalbeamte überlebte nur durch mehrere glückliche Umstände.

Am 22. April 2009 wurde die internationale Fahndung nach Lufaj an die Zielfahndungseinheit des Bundeskriminalamts (BK) übergeben. Aufgrund der Schwere der Delikte wurde Hime Lufaj von der österreichischen Polizei als "Most Wanted Person" öffentlich gefahndet. Seit 2016 befindet er sich zudem auch auf der Internetseite "European Most Wanted" des Europäischen Zielfahndungsnetzwerks ENFAST.

Durch die Ermittlungen der BK-Zielfahnder konnte der Aufenthalt des Tatverdächtigen rasch in der Region Decan in der Republik Kosovo ausfindig gemacht werden. Eine Festnahme in Verbindung mit einer Auslieferung nach Österreich ist aber bis heute aufgrund eines fehlenden Auslieferungsabkommens zwischen Österreich und dem Kosovo nicht möglich.

Mit österreichischer Unterstützung wurde im Laufe des Jahres 2016 im Kosovo eine nationale Zielfahndungsdienststelle, FAST-Kosovo, aufgebaut und Ende 2016 in das Europäische Zielfahndungsnetzwerk ENFAST eingebunden. Im Zuge dieser Aufbauphase in Pristina wurde in Zusammenarbeit mit FAST-Kosovo und dem österreichischen Botschafter mit der kosovarischen Justiz Kontakt aufgenommen, die ihre Unterstützung im Fall Lufaj zusicherte. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten erwirkte in Absprache mit dem Bundesministerium für Justiz die Übernahme der Strafverfolgung durch die Justizbehörden des Kosovo. Der ca. 1.000-seitige Gerichtsakt wurde von einem gerichtlich beeideten Dolmetscher in die albanische Sprache übersetzt. Am Dienstag, den 23. Mai 2017 wurde dieser gemeinsam vom österreichischen Botschafter in Pristina und den BK-Zielfahndern der kosovarischen Justiz übergeben. Am Abend des 23. Mai 2017 konnte der Tatverdächtige von FAST-Kosovo und einem SWAT-Team in seinem Wohnhaus aus festgenommen werden. Er war völlig überrascht und leistete bei der Festnahme keinerlei Widerstand. Er wurde in das Gericht von Peje verbracht und wird vermutlich in den nächsten Tagen nach Pristina überstellt werden, wo das gerichtliche Verfahren gegen ihn durchgeführt werden wird.

Erstmalig konnte so in der Fahndungsgeschichte Österreichs eine "Most Wanted Person" festgenommen werden. Bei der Festnahme von Hime Lufaj handelt es sich zudem um den 200. Fahndungserfolg der BK-Zielfahndungseinheit seit ihrer Gründung im Jänner 2003.

Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka gratulierte der BK-Zielfahndung zu ihrem Einsatz: "Diese Spezialeinheit ist der Beweis dafür, dass sich untergetauchte Täter auf keinen Platz der Erde mehr sicher fühlen brauchen. Ich bedanke mich bei den Beamten für ihre Arbeit und gratuliere zur erfolgreichen Festnahme."