Erste Erfolgsbilanz der Sozialen Wohnungssicherung bei Wiener Wohnen

22.05.2017

© Christian Jobst/Pid
© Christian Jobst/Pid

Bestmögliche Unterstützung für GemeindemieterInnen in schwierigen Lebensumständen

Seit Februar des heurigen Jahres gehen SozialarbeiterInnen von Wiener Wohnen aktiv auf jene GemeindemieterInnen zu, gegen die bereits eine Räumungsklage wegen offener Mietzinsrückstände eingeleitet wurde. Denn oftmals verabsäumen es die Betroffenen aus Angst oder Scham, sich zeitgerecht und selbstständig über Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Durch die gezielte Beratung und Vernetzung mit Unterstützungseinrichtungen der Stadt Wien werden den MieterInnen Wege aufgezeigt, wie sie den drohenden Wohnungsverlust doch noch abwenden können. ****

"Mit der Wohnung verlieren Menschen auch ihren Lebensmittelpunkt. Mein Ziel ist es deshalb, einen derartig schweren Lebenseinschnitt bestmöglich zu verhindern. Es freut mich daher sehr, dass sich bereits jetzt zeigt, dass die Soziale Wohnungssicherung einen entscheidenden Beitrag dazu leistet. Der Großteil der bislang betreuten Mieterinnen und Mieter konnte dadurch vor einer Delogierung bewahrt werden", zieht Wohnbaustadtrat Michael Ludwig eine erste positive Bilanz.

Bisher war das neue Service in 102 Fällen - insgesamt waren es 129 - erfolgreich. Ratenzahlungen konnten vereinbart und die Mietverhältnisse gesichert werden.

Auch Wiener Wohnen Direktor Josef Neumayer ist mit der ersten Bilanz zufrieden: "Die hohe, rund 80-prozentige Erfolgsquote zeigt, dass der Einsatz unseres Wohnungssicherungs-Team sehr wichtig ist. Die Mehrzahl der Betroffenen ist erleichtert, dass ihre Probleme angesprochen und Hilfe angeboten wird. Erfreulich ist auch, dass es die meisten Mieterinnen und Mieter in Folge selbstständig schafften, sich um die Sicherung ihrer Wohnung zu kümmern", so Neumayer.

Hilfe auch bei psychischen Erkrankungen

Wiener Wohnen wird auch immer wieder mit Fällen konfrontiert, in denen MieterInnen aufgrund von schweren emotionalen Krisen, psychischen Erkrankungen oder auch Demenz den Alltag im Gemeindebau nicht mehr eigenständig meistern können. Mitunter geht dies auch mit starken Belastungen für das Wohnumfeld einher. Die Unterstützung bei diesen Fällen benötigt intensivere Einsätze der SozialarbeiterInnen.
Bislang wurden 17 solcher Fälle aufgenommen, Um die Lebenssituation für diese MieterInnen oder die unmittelbare Nachbarschaft zu verbessern, wurden etwa Heimhilfen oder Hauskrankenpfleger vermittelt. Durch die Zusammenarbeit mit psychosozialen Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen der Stadt konnten nachhaltige Verbesserungen für die Betroffenen erzielt werden.

Weiterer wichtiger Beitrag zur Sicherung der Wohnung

Wiener Wohnen bietet als größte soziale Hausverwaltung Europas bei Mietrückständen Möglichkeiten der Ratenzahlung an. Auch seitens der Stadt Wien gibt es für Menschen in finanziellen Notlagen zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen.
Dennoch ließ sich bisher in rund 900 Fällen pro Jahr - bei weniger als 0,5 Prozent der Haushalte in Gemeindebauten - eine Delogierung nicht mehr vermeiden.
Rund ein Zehntel der Räumungsklagen mündeten damit tatsächlich im Wohnungsverlust. Um die Anzahl der Delogierungen weiter zu verringern, wurde auf Initiative von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig die Soziale Wohnungssicherung für GemeindemieterInnen ins Leben gerufen.
Aktuell unterstützt das Team der Sozialen Wohnungssicherung 89 MieterInnen, um einen drohenden Wohnungsverlust abzuwenden.