Erstmals über 950 Millionen Öffi-Fahrgäste in Wien

23.01.2017

Neuer Rekord: 733.000 Jahreskarten, Wien investiert weiter in Öffi-Ausbau

"Der kontinuierliche Ausbau des öffentlichen Verkehrs macht sich bezahlt. Immer mehr Wienerinnen und Wiener sind rasch, sicher, günstig und umweltfreundlich mit den Wiener Linien unterwegs. Und wir bauen die Öffis weiter aus. Ab 2. September fährt die U1 bis Oberlaa, die Planungen zum U2/U5-Projekt gehen ins Finale und wir schaffen neue, umweltschonende Fahrzeuge an. Insgesamt investieren wir 2017 rund 413 Millionen Euro in den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Wien", so Öffi-Stadträtin Ulli Sima am Montag im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Wiener Linien.

Anfang 2017 waren rund 733.000 Jahreskarten im Umlauf - ebenfalls ein neuer Höchstwert. Damit gibt es in Wien weiterhin deutlich mehr JahreskartenbesitzerInnen als zugelassene PKW. Laut Statistik Austria liegt der PKW-Bestand per Ende 2015 bei 685.000 (letztverfügbare Zahl). Noch 2007 gab es in Wien mehr als doppelt so viele PKW wie Jahreskarten.

Öffentlicher Verkehr bedeutet Umweltschutz und Lebensqualität

In der wachsenden Stadt ist der öffentliche Verkehr laut Sima der zentrale Schlüssel für umweltfreundliche Mobilität, die Erhaltung der hohen Lebensqualität und die Erreichung von Klimaschutzzielen. "Mehr Öffis bedeuten weniger Schadstoff-Emissionen und geringeren Energieverbrauch", so Sima weiter. Wer Wege mit den Öffis statt mit dem Auto zurücklegt, reduziert die individuellen CO2-Emissionen um 80 Prozent. Schon heute sind fast 85 Prozent der Wiener Öffi-Fahrgäste mit umweltschonendem Elektroantrieb (U-Bahn, Straßenbahn, Elektrobus) unterwegs. Der weitere Öffi-Ausbau spart auch fossile Energie im Straßenverkehr ein. Alleine durch die U1-Verlängerung nach Oberlaa können jährlich rund 46 Gigawattstunden eingespart und die CO2-Emissionen um rund 14.000 Tonnen reduziert werden. Um dieses CO2 zu binden, müssten in Wien über 1.000 zusätzliche Alleebäume gepflanzt werden.

Modal Split für öffentlichen Verkehr weiter bei 39 Prozent

Beim Modal Split kommt der öffentliche Verkehr in Wien weiterhin auf 39 Prozent. Mit großem Abstand legen die Wienerinnen und Wiener die meisten Wege innerhalb der Stadt mit den Öffis zurück. Es folgt der PKW mit 27 Prozent. 1993 war das Verhältnis praktisch noch umgekehrt.

Großes Ziel der Wiener Linien bleibt bis 2020, den Modal Split auf 40 Prozent zu heben und die Marke von einer Milliarde Fahrgästen zu knacken. Neben der Fertigstellung und Eröffnung der U1 nach Oberlaa, steht auch heuer die U4-Modernisierung im Fokus. "Wir befinden uns weiter mitten in diesem Modernisierungsprojekt. Große Arbeiten betreffen heuer den Einbau neuer Weichen, weitere Stationssanierungen und die schrittweise Erneuerung von Stellwerken", erklärt Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.

Auch im Servicebereich wollen die Wiener Linien im Laufe des Jahres ihr Angebot ausbauen. Die künftige WienMobil-App wird zum Mobilitätsberater, die nicht nur Öffis, sondern auch Angebote wie Carsharing, Citybike und andere Verkehrsangebote integriert. "Den Wienerinnen und Wienern steht damit in einer App das gesamte städtische Mobilitätsangebot zur Verfügung", so Steinbauer weiter, der die Wiener Linien immer stärker auf dem Weg zum integrierten Mobilitätsanbieter sieht.

Ausblick - das sind die Großprojekte 2017

U1-Verlängerung nach Oberlaa:

Ab 2. September fährt die U1 vom Reumannplatz entlang der 4,6 Kilometer langen Neubaustrecke bis Oberlaa. Derzeit laufen die Arbeiten mit Hochdruck vor allem am Innenausbau in den fünf neuen Stationen Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse, Neulaa und Oberlaa. Die Steinmetzarbeiten mit der Verlegung von Steinplatten am Bahnsteig, in den Stiegenaufgängen und in den Passagen stehen großteils kurz vor dem Abschluss. Auch die Ausstattung der Betriebsräume sowie die Innenverkleidung der Stationen schreiten zügig voran. Der Einbau der Strom- und Signaltechnik ist noch im Gange. Diese Arbeiten werden im Frühjahr abgeschlossen. Danach beginnen mehrmonatige Einstell- und Testfahrten auf der Neubaustrecke.

Mit der Inbetriebnahme der U1-Verlängerung wird die Verbindung in die Innenstadt verbessert: Die Fahrzeit vom Stephansplatz nach Oberlaa halbiert sich dank der U1 von derzeit knapp 30 Minuten auf nur 15 Minuten. Die künftige U1-Station Alaudagasse wird zu einem wichtigen Öffi-Knotenpunkt im Bezirk. Hier werden ab September fünf Buslinien an die U1 angebunden. Daher ist die U1 künftig bis zur Alaudagasse im Morgenverkehr wie bisher im dichtest möglichen Intervall von 2,5 Minuten unterwegs. Jeder zweite Zug wird dann weiter bis Oberlaa fahren. In den Spitzenzeiten sind bis zu 31 Züge gleichzeitig auf der verlängerten U1 unterwegs.

Insgesamt wird das Bus-Angebot durch den U1-Ausbau deutlich verbessert: Die Betriebszeiten vieler Linien werden so ausgeweitet, dass stets die erste und letzte U-Bahn erreicht werden kann. Die Industriegebiete in Inzersdorf, etwa der Großgrünmarkt, sind künftig sowohl an die U6 als auch an die U1 angebunden.

Vorbereitung für das Linienkreuz U2/U5

Als Vorarbeiten für den Bau des Linienkreuzes U2/U5 wurden 2016 bereits die Fundamente von rund 400 Häusern entlang der Trasse untersucht, die Probebohrungen zur Erkundung des Untergrunds und des Grundwasserspiegels abgeschlossen und die genaue Trassenführung fixiert. Die Übergabe des Planungsprojektes an die Wiener Linien ist 2017 ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum weiteren U-Bahn-Ausbau. Die Wiener Linien reichen das Projekt in Folge zur Bewilligung ein und sind zuversichtlich, dass die Ausschreibungen für den Rohbau der Stationen noch dieses Jahr starten. Dann kann wie geplant Ende 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Eine U-Bahn bauen die Wiener Linien natürlich nicht alleine. Zahlreiche Planungsbüros, ZiviltechnikerInnen und Baufirmen - um nur einige wenige zu nennen - wirken an diesem Jahrhundertprojekt mit. Alleine mit der ersten Baustufe und einer Investitionssumme von rund 1 Milliarde Euro schaffen und sichern wir über 16.000 Arbeitsplätze.

U4-Modernisierung geht auch 2017 weiter

Trotz der umfassenden Sanierung des westlichen Streckenabschnitts (Hütteldorf-Schönbrunn) im Sommer 2016 ist die Modernisierung der U4 weiter voll im Gange. Auch 2017 gehen die Bauarbeiten entlang der grünen Linie weiter. Bei der Modernisierung einer ganzen Linie ist die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes für die Fahrgäste eine der größten Herausforderungen. Weil das nicht bei allen Arbeiten möglich ist, kommt es 2017 und in den Folgejahren zu temporären Einschränkungen in einzelnen Streckenabschnitten bzw. Stationen. Die nächsten Schritte der U4-Modernisierung konzentrieren sich in den kommenden zwei Jahren auf den Norden der Strecke.

An zwei Wochenenden im Frühjahr 2017 werden zwischen den Stationen Spittelau und Roßauer Lände neue Weichen eingebaut. Die U4 fährt dann von Hütteldorf bis Schottenring. Bereits ab dem Schwedenplatz wird es für die Fahrgäste einen Ersatzverkehr bis Heiligenstadt geben.

Die Generalsanierung der Station Stadtpark ist in Kürze abgeschlossen, dann stehen wieder beide Bahnsteige zum Ein- und Aussteigen zur Verfügung. Heuer startet die Sanierung der Station Friedensbrücke. Auch hier bleibt immer ein Bahnsteig für die Fahrgäste offen und der U-Bahn-Betrieb trotz Bauarbeiten aufrecht. Ein Schwerpunkt der U4-Modernisierung ist die schrittweise Modernisierung der Stellwerke Spittelau, Schottenring und Karlsplatz. Die bestehenden Relais-Stellwerke werden gegen moderne elektronische Stellwerke zur Steuerung des U-Bahn-Betriebs getauscht. Insgesamt investieren die Wiener Linien und die Stadt Wien bis 2024 335 Millionen Euro in die U4-Modernisierung. Um den laufenden Betrieb durch die Modernisierung möglichst wenig zu beeinträchtigen, wurde zuletzt die Betreuung der Stellwerke durch zusätzliche Bereitschaftsdienste verstärkt, um im Störungsfall rasch reagieren zu können. Auch der Anteil neuerer Fahrzeuge auf der U4 wurde erhöht. Im Störungsmanagement wurden zusätzliche Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall den Betrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten.

Laufende Modernisierung des Fuhrparks

2017 geht auch die Erneuerung des Fuhrparks weiter, vor allem im Bereich der Autobusse. Die Wiener Linien schaffen heuer 26 Normalbusse, 12 Gelenkbusse und erstmals 17 XL-Gelenkbusse an. Die Lieferung der ersten Fahrzeuge ist ab Sommer vorgesehen. Die ersten neuen XL-Gelenkbusse mit rund 20 Prozent mehr Platz kommen zuerst auf den Linien 11A und 11B zum Einsatz. Die Umstellung auf die 20-Meter-Busse ist für Herbst geplant. Alle Busse erfüllen die geltende EURO-6-Abgasnorm, die die Emissionen der Fahrzeuge auf ein Minimum reduziert. Die neuen Busse verfügen natürlich über Klimaanlage, Videoüberwachung und energiesparende LED-Beleuchtung. Durch Außenschwenk-Schiebetüren vergrößert sich der Ein- und Ausstiegsbereich im Bus und erhöht damit den Fahrgastkomfort.

Wie nachhaltig die neue Busgeneration ist, zeigt die Erfahrung mit der bereits ausgelieferten ersten Tranche der neuen Busse. Der jährliche Energiebedarf konnte durch die rund 240 neuen Busse der ersten Lieferphase bereits um ein Fünftel reduziert werden. Im Vergleich zu 2012 bedeutet das eine Einsparung von rund 40 Gigawattstunden oder umgerechnet dem Jahresverbrauch von rund 5.000 PKW.

Außerdem bekommen die Wiener Linien heuer noch sechs Niederflurstraßenbahnen und zwei U-Bahn-Züge ausgeliefert. Insgesamt investieren die Wiener Linien 2017 rund 55 Millionen Euro in neue, ausschließlich barrierefreie und klimatisierte, Fahrzeuge.

Teil der zweiten Phase der Buserneuerung sind auch Elektrobusse mit einer Länge von 12 Metern. Die Ausschreibung dazu läuft noch, ebenso wie jene für die neuen U-Bahn-Züge, die auch für den vollautomatischen Betrieb auf der U5 benötigt werden. Die Produktion der neuen Straßenbahngeneration Flexity hat Ende 2016 begonnen. Die erste Flexity-Straßenbahn wird voraussichtlich Ende 2018 im Fahrgastbetrieb unterwegs sein.

WienMobil: Mobilität der Zukunft in einer App

Im Laufe des Jahres starten die Wiener Linien ein neues Service zur effizienten und günstigen Nutzung verschiedener Mobilitätsangebote in Wien. Mobilität ist seit Jahren im Wandel, immer mehr Menschen nutzen und kombinieren verschiedene Verkehrsmittel. Die App WienMobil der Wiener Linien kombiniert unterschiedlichste Verkehrsmittel und Mobilitätspartner und erlaubt die Buchung und Reservierung ebendieser. Egal ob mit Öffis, Fahrrad, Carsharing-Auto, Taxi oder zu Fuß - die App zeigt den NutzerInnen alle Fortbewegungsmöglichkeiten durch die Stadt an.

Die App der Wiener Linien unterscheidet sich von anderen Services dadurch, dass sie Routen immer für einzelne Verkehrsmittel, aber auch kombinierte Angebote (z.B. Öffis kombiniert mit Citybike) berechnet und anzeigt. Auch der Kauf von Öffi-Tickets für die Kernzone Wien und die Buchung einer Route auch mit mehreren Verkehrsmitteln funktioniert mit dieser App bequem. Die Abrechnung erfolgt direkt bei den jeweiligen Mobilitätspartnern über das hinterlegte Zahlungsmittel. Nützliche Zusatzinformationen wie Preis und Umweltfreundlichkeit der gewählten Strecke ergänzen die App.

Seit einigen Jahren forschen die Wiener Linien gemeinsam mit Partnern im Rahmen der Forschungsapp WienMobil-Lab. Das Feedback der TesterInnen und das gesammelte Wissen fließen jetzt in den Ausbau der App ein, die im Laufe des Jahres präsentiert wird. Die WienMobil-App wird es für die Betriebssysteme iOS und Android kostenlos zum Download geben. WienMobil wird mittelfristig bestehende Apps wie qando oder die separate Ticketapp der Wiener Linien ablösen und alle Services aus einer Hand bieten.

Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur

2017 steht auch abseits des NEU4-Projekts wieder im Zeichen der Modernisierung bestehender Infrastruktur.

  • Generalsanierung U6-Station Währinger Straße
    Bereits seit gut einem Jahr läuft die Generalsanierung der etwa 120 Jahre alten und denkmalgeschützten U6-Station Währinger Straße. Im Frühjahr folgt die zweite Bahnsteigsanierung. Ab April ist der Bahnsteig in Fahrtrichtung Floridsdorf für gut fünf Monate nicht zugänglich. In dieser Zeit wird der alte Bahnsteig abgetragen und neu errichtet. Dabei wird der originalgetreue Fliesenbelag aus der Zeit Otto Wagners rekonstruiert und ein Blindenleitsystem zur besseren Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen errichtet. Auch der Stiegenaufgang zum Bahnsteig wird neu gebaut.
    Darüber hinaus finden Arbeiten am Bahnsteigdach, am Mauerwerk und der Fassade sowie in der Eingangshalle statt. Die Beleuchtung wird auf energiesparende LED-Lampen umgestellt und Kameras zur Videoüberwachung eingebaut. In Richtung Floridsdorf durchfahren die Züge der U6 die Station ohne Halt bis Ende des Sommers. Der bereits erneuerte Bahnsteig in Richtung Siebenhirten steht Fahrgästen wie gewohnt zur Verfügung. Restarbeiten an der Station dauern voraussichtlich bis Jahresende.
  • Laufende Modernisierung der Straßenbahninfrastruktur
    Jahr für Jahr erneuern die Wiener Linien schrittweise ihre Gleisinfrastruktur im Straßenbahnnetz. Fast 40 Gleisbaustellen sind 2017 vorgesehen. Sie sind im Rahmen des Baustellenmanagements mit der Stadt Wien abgestimmt. Insgesamt investieren die Wiener Linien heuer rund 20 Mio. Euro in die Erneuerung der Straßenbahngleisinfrastruktur. Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt zu Ostern bei der Linie 43 im Bereich Wattgasse bis Hernals. Hier ist für die Dauer der Gleisbauarbeiten ein Ersatzverkehr geplant.
    Weitere größere Gleisbauprojekte finden im Laufe des Jahres unter anderem im Bereich der Klosterneuburger Straße, in der Linzer Straße, im Bereich Josefstädter Straße/Albertgasse oder auch am Schottenring statt.

Überblick Hauptinvestitionen 2017 der Wiener Linien (Werte gerundet):

  • Gesamtinvestitionen 2017: 413 Mio. Euro
    • davon Ausbau U-Bahn-Netz: 159 Mio. Euro
    • davon Anschaffung neuer Fahrzeuge: 55 Mio. Euro
    • davon Modernisierung U-Bahn-Netz: 59 Mio. Euro
    • davon Modernisierung Bahnhöfe, Garagen: 23 Mio. Euro Werkstätten
    • davon Modernisierung bestehender Netzinfrastruktur: 23 Mio. Euro

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