Falscher Kollektivvertrag, im Krankenstand gekündigt – AK Niederösterreich holt 4.900 Euro für Rettungsfahrer

13.11.2017

AK-Präsident Wieser: Privater Rettungsdienst bezahlte Rettungsfahrer als Taxichauffeur

Die AK Niederösterreich hat für einen Rettungsfahrer aus dem Industrieviertel knapp 4.900 Euro geholt, die ihm sein ehemaliger Arbeitgeber schuldete. Der private Rettungsdienst hatte den jungen Mann nach einem falschen und viel niedrigeren Kollektivvertrag bezahlt und ihn vor Ende seines befristeten Vertrags im Krankenstand gekündigt. "Durch unser Eingreifen hat der Betroffene seine berechtigten Ansprüche rasch erhalten", so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

In der Stellenanzeige hatte es nach einem interessanten Arbeitsplatz geklungen: Rettungsfahrer mit Mindestgehalt von 1.644 Euro brutto bei einem privaten Rettungsdienst. Ein 22-jähriger Industrieviertler meldete sich und bekam den Job. Mit seiner Erfahrung hätte er bei Anwendung des richtigen Kollektivvertrags ein Monatsgehalt von 1.744 Euro brutto bekommen müssen, plus Zuschläge für Nachtdienste. Jedoch legte man dem neuen Mitarbeiter einen Dienstvertrag vor, in dem er als Taxilenker nach dem Taxi-KV eingestuft wurde. Lohn: 1.200 Euro brutto und ohne Nachtzuschläge. Zusätzlich war der Vertrag nach der üblichen Probezeit von einem Monat auf drei Monate befristet.

Als der Rettungsfahrer nach einem Monat krank wurde, kam die Kündigung ins Haus. Der 22-Jährige wandte sich daraufhin an die AK Niederösterreich. "Unsere ExpertInnen stellten fest, dass das private Rettungsunternehmen seinem ehemaligen Fahrer weit mehr schuldete als nur die Lohn-Differenz bei der falschen KV-Einstufung", sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Auch die Kündigung war nicht rechtens, da sie innerhalb der Befristung von 3 Monaten ausgesprochen wurde. Die AK forderte das offene Geld für den Betroffenen ein. Das Unternehmen zeigte sich nach der Intervention durch die AK-ExpertInnen einsichtig. Der 22-Jährige hat seine berechtigten Ansprüche in Höhe von 4.880 Euro bereits erhalten.