Frucht macht Lust - Das Schulfruchtprogramm der Stadt Wien

22.11.2016

StR Wehsely und GR Hebein zu Besuch in der Ganztagsvolksschule Wehlistraße - Angebot auf öffentliche Ganztagsschulen ausgeweitet


StR Wehsely und GR Hebein zu Besuch in der Volksschule Wehlistraße anlässlich der Ausweitung des Schulfruchtprogramms auf Ganztagsschulen

Über 100.000 Schülerinnen und Schüler in 356 Pflichtschulen der Stadt Wien erhalten jede Woche frisches Obst und Gemüse direkt in die Klasse geliefert. 2015 startete das Wiener Schulfruchtprogramm - vorerst in halbtägig und offen geführten Pflichtschulen der Stadt. Seit Beginn dieses Schuljahres werden nun auch Ganztagsschulen und damit alle Pflichtschulen der Stadt Wien wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse versorgt. Bei einer Verkostung in der Ganztagsvolksschule Wehlistraße im 2. Bezirk wollten sich Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und Gemeinderätin Birgit Hebein selbst davon überzeugen, wie gut das bei den schulpflichtigen Wienerinnen und Wienern ankommt und wie sie sonst noch auf den Frucht-Geschmack gebracht werden.

© PID / Ismail Gökmen

Sehen, riechen, schmecken, erleben

Genuss und gesunde Ernährung widersprechen einander nicht. Im Gegenteil: Was gut schmeckt, tut gut. "Wir wollen Kindern Lust auf frisches Obst und Gemüse machen, indem wir ihnen zeigen, wie gut regionale und biologische Produkte schmecken. Uns ist es sehr wichtig, dass solche Lebensmittel allen Kindern, unabhängig vom Einkommen der Eltern, zur Verfügung stehen. Das Schulfruchtprogramm ist deshalb nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch eine Sozialmaßnahme", erklärt Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. "Genau darauf zielen vor allem auch die pädagogischen Begleitmaßnahmen der Wiener Gesundheitsförderung ab." Bei den kostenlosen Verkostungen erleben die jungen Wienerinnen und Wiener die breite Palette an Geschmäckern und Konsistenzen mit allen Sinnen. Mal ein saftiger, fruchtiger Apfel mit ein wenig Säure, mal eine samtig-weiche, süße Marille und dann eine frische, knackige Karotte. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

"Mehr als die Hälfte der Wiener Kinder kommen ohne Frühstück und ohne Jause in die Schule. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, bei manchen Familien hat es finanzielle Gründe oder der Stellenwert wird nicht erkannt. Die gesunde Gratisjause kommt gut an. Wir haben das Angebot an regionalem und biologischem Obst und Gemüse bereits erweitert, damit es eine größere Vielfalt in die Schuljause bringt. Jetzt war es uns noch sehr wichtig, dieses Angebot in den öffentlichen Ganztagsschulen ebenfalls auszuweiten," so Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Wiener Grünen.

Hintergrundinformation

Interessierte Lehrerinnen und Lehrer an Schulen im Wiener Schulfruchtprogramm erfahren in Workshops mehr über saisonales Essen und Trinken und wie Lebensmittel hergestellt werden. Vor allem aber: Wie sie dieses Wissen im Unterricht vermitteln und so ihre Schülerinnen und Schüler auf den gesunden Geschmack bringen können. "Wir wollen auch zeigen: Früchte sind keine Billig-Lebensmittel, bei denen verschiedene Chemikalien zusammengeschüttet, aromatisiert und eingefärbt werden. Sie sind liebevoll aufgezogene Qualitätsprodukte und deutlich besser geeignet, sich zwischendurch eine kleine Stärkung zu gönnen, als andere Snacks", so Wehsely und Hebein. Deshalb können teilnehmende Schulen auch kostenlose Workshops und Exkursionen buchen, in denen die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Früchte und ihre Herstellung näher kennen lernen. Von der Aussaat des Kerns bis zur "Landung" in der Klasse.

EU-Projekt

"Das Erlebnis, einen Apfel vom Baum zu pflücken, abzubeißen und zu schmecken, ist heutzutage leider für immer weniger Kinder selbstverständlich. Mit dem Wiener Schulfruchtprogramm vermitteln wir Schülerinnen und Schülern diese Erfahrung", steht Dennis Beck, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung, voll hinter dem Projekt. Für die Verteilung der Früchte zeichnet der Landesverband Wien der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen verantwortlich. Die Europäische Union fördert das Projekt im Rahmen ihres Programms "Schlaue Früchtchen".