GERLINDE THUMA zeitgleiche räume

29.11.2017

(KUNST&KULTUR) Das "Kunstprojekt Serendipity" veranstaltet heuer bereits zum achten Mal seine jährliche
Ausstellung - davon zum zweiten Mal in seinem 2016 eröffneten Kunstraum Nestroyhof.
Dieses Kunstförderungsprojekt zeigt vom 23. November 2017 bis zum 25. Jänner 2018
das Werk der Malerin und Environment-Künstlerin Gerlinde Thuma in seiner gesamten
künstlerischen Entwicklung, mit Schwerpunkt auf den jüngsten Arbeiten.
Kuratiert wird die Ausstellung von Christine Janicek.

Ausstellungsdauer 23. November 2017 bis 25. Jänner 2018

Die Künstlerin wird an drei Tagen im Dezember durch ihre Ausstellung führen.

Samstag, 2. Dezember 15 Uhr

Freitag,15. Dezember 17 Uhr

Samstag, 16. Dezember 15 Uhr


Ort Kunstraum Nestroyhof
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Öffnungszeiten Montag bis Freitag 11-19 Uhr
Samstag 11-17 Uhr
Eintritt frei

Die 1962 in Wien geborene, seit vielen Jahren in Gablitz lebende Künstlerin hat an der
Universität für angewandte Kunst Malerei und Animationsfilm bei Maria Lassnig studiert.
Nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit "bewegten Bildern", bei denen es sich
eigentlich um eine Abfolge von stehenden Einzelbildern handelt, ist das visuelle
Darstellen von Zeit und das Miteinander-in-Beziehung-Bringen von Raum und Zeit auf
der Malerleinwand ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeiten.
Mittels Verdoppelung oder Wiederholung bietet die oft in Serien arbeitende Künstlerin
ein Möglichkeitsspektrum, indem sie dasselbe Motiv unter verschiedenen Aspekten
wiedergibt - vergleichbar mit zwei Kadern eines Animationsfilms, die an
unterschiedlichen Stellen herausgeschnitten wurden. Die versetzte Aufzeichnung
suggeriert Bewegung und Zeit.
Gerlinde Thumas Bilder - meist durch horizontale oder vertikale Linien in zwei einander
entsprechende oder ergänzende Bildhälften getrennt - sind der gegenstandslosen
Malerei zuzurechnen, verweisen aber meist auf die Landschaften, in denen die Bilder der
weitgereisten Künstlerin entstanden sind. Die Natur ist für die Künstlerin nicht nur
Inspirationsquelle, sondern wird oft zu einem technischen Bestandteil ihres Schaffens,
wie zum Beispiel die Gezeiten der kroatischen Adria, die in der Bilderserie "Zeitraum
zwischen Ebbe und Flut" die mit Kohle beschichteten Leinwände umspülen, oder die
Sonne Südafrikas, mit deren Hilfe Gerlinde Thuma Cyanotypien anfertigt.
In der Ausstellung wird auch eine adaptierte Outdoor-Installation der Künstlerin zu sehen
sein, die in ihren Land-Art-Projekten und Environments auch oftmals politische
Statements veranschaulicht.

Kunstprojekt Serendipity
Das Kunstprojekt Serendipity, 2007 von der Kunsthistorikerin Christine Janicek initiiert
und von dem Kunstliebhaber Georg Folian finanziert, hat zum Inhalt, KünstlerInnen
auszustellen, deren Arbeiten in Fachkreisen schon lange Anerkennung genießen, einer
breiteren Öffentlichkeit jedoch nicht genügend bekannt sind. Diese Einzelausstellungen
finden einmal im Jahr - seit 2016 im Kunstraum Nestroyhof - statt.
Beim Kunstprojekt Serendipity handelt es sich um eine spezifische Form der privaten
Kunstförderung, die eine Lücke im üblichen Förderungssystem schließt, basierend auf

der Erkenntnis, dass hauptsächlich junge KünstlerInnen am Beginn ihrer Laufbahn
unterstützt werden. Im Unterschied dazu konzentriert sich das Kunstprojekt Serendipity
auf KünstlerInnen, die bereits ein umfangreiches OEuvre geschaffen haben. Die Arbeiten
der jeweils ausgewählten KünstlerInnen stellt das Kunstprojekt Serendipity in einer
jährlichen Einzelausstellung einem größeren Publikum vor. Begleitend dazu erscheint in
der "Edition Serendipity" ein aufwändig gestalteter Katalog, der anhand von Essays und
umfangreichem Bildmaterial die Entwicklung der Künstlerin bzw. des Künstlers
dokumentiert. Darüber hinaus wird ein ca. 8-minütiges Video über die Ausstellung
produziert.
Der programmatisch gewählte Name des Kunstprojekts, "Serendipity", wurde im 18.
Jahrhundert von dem englischen Schriftsteller Horace Walpole geprägt, in Anlehnung an
ein altes indisch-persisches Märchen über die drei Prinzen von Serendip, dem heutigen
Sri Lanka. Walpole bezeichnet mit Serendipity die vom Schicksal gewährte Gunst,
unerwartete Entdeckungen zu machen - eine Gunst, die jedoch nur jene erfahren, deren
Geist und Sinne dafür offenstehen.
www.projekt-serendipity.at
Biografie Gerlinde Thuma
1962 geboren in Wien
1981-1988 Studium Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte
Kunst Wien (Meisterklasse Maria Lassnig), Diplom
1982 Preis des Wettbewerbs "Junge Kunst 82" BAWAG Foundation, Wien
1986 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich
1987 Grafikwettbewerb der Stadt St. Pölten (Ankaufspreis)
1990 Gastkünstlerin im Landesatelier des Künstlerhauses Salzburg
1991 Förderungspreis des Landes Niederösterreich
1997 Bauholding Kunstförderungspreis
1998 Staatsstipendium für bildende Kunst
2010 Preis der Wiener Postsparkasse im Künstlerhaus Wien

Lebt und arbeitet in Gablitz bei Wien. Seit 1988 tätig auf den Gebieten Malerei und
Grafik, Skulptur, Environment, Bühnenbild. Einzel- und Gruppenausstellungen, Projekte,
Symposien, Reisen mit künstlerischer Ausrichtung im In- und Ausland.
www.gerlindethuma.at
Einzelausstellungen (Auswahl):
1990 Galerie im Traklhaus, Salzburg (Katalog)
1990 Alte Schmiede, Wien
1994 passagen Blau-gelbe Galerie, Niederösterreichisches Landesmuseum,
Wien (Katalog)
1995 Niederösterreichisches Dokumentationszentrum für moderne Kunst,
St.Pölten
1997 Bauholding Kunstforum, Klagenfurt (Katalog)
1999 coincidentia oppositorum Haus Wittgenstein, Wien
2007 Österreichisches Kulturforum Rom
2015 Lichteinfall St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt

Auslandsaufenthalte (Auswahl):
2002 Nine Dragon Heads Symposium, Gongju, Südkorea
2003 Déménage IV Symposium, Mont-Saint-Hilaire, Kanada (Katalog)
2004 Symposium Bergkvara, Schweden (Katalog)
2007 Symposium Sianojá, Spanien (Katalog)
2009/10 Changing Views Artist in Residence, Valparaíso, Chile (Katalog)
2012 Baggat Art Symposium, Jara Island, Südkorea (Katalog)
2013, 2015 Kunst:Anatomie Art-&-Science-Projekt, Vet.med. University Onderstepoort,
Pretoria, Südafrika