„Heimat großer Töchter“ am 24. September in Wien

05.09.2017

Schloss Hetzendorf, Spiegelgalerie © BDA
Schloss Hetzendorf, Spiegelgalerie © BDA

Tag des Denkmals im Zeichen bedeutender Frauen: Wirkungsstätten, Wohnsitze und Werke von Künstlerinnen und Architektinnen bis hin zur prägendsten Herrscherinnenfigur der Habsburger Monarchie stehen im Mittelpunkt der kulturhistorischen Entdeckungsreise durch Wien

Kaiserin-Elisabeth-Kapelle © BDA
Kaiserin-Elisabeth-Kapelle © BDA

Am 24. September lädt das Bundesdenkmalamt zum österreichweiten Tag des Denkmals 2017, der dieses Jahr unter dem Motto "Heimat großer Töchter" steht. Allein in Wien öffnen bei insgesamt 66 Programmpunkten denkmalgeschützte Objekte - darunter Kirchen, Palais, Museen, Ateliers u.v.m. - bei freiem Eintritt ihre Tore und ermöglichen einen besonderen Blick auf unser kulturelles Erbe und aktuelle Restaurierungsprojekte des Bundesdenkmalamtes. Spezielle Führungen und Präsentationen rücken einflussreiche Frauen sowie ihre Lebens- und Wirkungsstätten in den Mittelpunkt. Interessierte Besucherinnen und Besucher können zudem die vielfältigen Tätigkeiten des Bundesdenkmalamtes in der Zentrale in der Wiener Hofburg hautnah erleben. Das detaillierte Programm zum Tag des Denkmals ist unter tagdesdenkmals.at abrufbar.
Die weibliche Seite der Denkmallandschaft - vielfältiges Programm am Tag des Denkmals in Wien
"'Heimat großer Töchter' rückt die Leistungen von Österreichs Architektinnen, Künstlerinnen, Literatinnen und nicht zuletzt der für Wien prägendsten Herrscherinnenfigur in das Blickfeld der Öffentlichkeit", sagt Landeskonservator HR Univ.-Doz. Dr. Friedrich Dahm, Abteilung für Wien. Zum 300. Geburtstag von Maria Theresia lädt das Bundesdenkmalamt zu Lebens- und Wirkungsstätten der Regentin, wie ihre Hochzeitskirche am Josefsplatz oder ihrer letzten Ruhestätte in der Kapuzinergruft.
Exklusiv am Tag des Denkmals öffnen auch die Amtsräumlichkeiten der Zentrale des Bundesdenkmalamtes in der Wiener Hofburg ihre Tore. Besucherinnen und Besucher haben hier die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Denkmalschutz und Denkmalpflege hautnah zu erleben.
Josephskapelle in der Wiener Hofburg: im Auftrag Maria Theresias errichtete Hauskapelle der Habsburger nach Restaurierung erstmals geöffnet
Am Westende des Leopoldinischen Traktes der Wiener Hofburg, wo auch die Amtsräume der Präsidentschaftskanzlei angesiedelt sind, befindet sich eine langgestreckte, zweigeschossige Kapelle. Die Josephskapelle - Hauskapelle der Habsburger - wurde 1772 im Auftrag von Maria Theresia vom kaiserlichen Hofarchitekten Nicolai Pacassi errichtet. Die Wandmalereien stammen unter anderem von dem österreichischen Barockmaler Franz Anton Maulbertsch. Auch der mit Gemälden von Hans Canon versehene, dreiteilige Altar, den Erzherzog Rudolf anlässlich der Silberhochzeit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Sisi stiftete kann besichtigt werden. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist die Josephskapelle am Tag des Denkmals erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesdenkmalamtes informieren vor Ort über Architektur und Ausstattung dieser geschichtsträchtigen Räumlichkeit.
Kaiserin-Elisabeth-Kapelle am Mexikoplatz: Tag des Denkmals ermöglicht exklusive Einblicke
Als Kaiserin Elisabeth im Jahr 1898 ermordet wurde, war die Bestürzung in der Bevölkerung groß. Zu ihrem Gedenken sollte im Neubau der Kaiserjubiläumskirche am heutigen Mexikoplatz eine Kapelle errichtet werden. Der Bau wurde aus Spendengeldern finanziert und die Kapelle reich mit Marmor, Bronze und Glasmosaiken ausgestattet. Exklusiv am Tag des Denkmals ist die Kapelle zur Besichtigung geöffnet. Im Rahmen von Führungen erfahren interessierte Besucherinnen und Besucher, wie in der Architektur und Ausstattung berühmte Werke der Kunstgeschichte zitiert werden und zugleich auf die Bedeutung der Kaiserin verwiesen wird.
Auf den Spuren österreichischer Künstlerinnen: Rundgänge durch die Bildhauerateliers des Bundes in den Pavillons der Wiener Weltausstellung von 1873
Die Bildhauerateliers sind die einzigen vor Ort erhaltenen Bauten der Wiener Weltausstellung von 1873 und befinden sich in unmittelbarer Nähe des Wiener Praters. Es handelt sich um zwei, von Architekt Carl Hasenauer entworfene Pavillons, die von Kaiser Franz Joseph I. "den Künsten" gewidmet wurden. Auch heute noch beherbergen sie eingebettet in ein 25.000 m2 großes Areal die Ateliers bedeutender österreichischer Künstlerinnen und Künstler, wie jenes der Bildhauerin Ulrike Truger. Am Tag des Denkmals gibt es die Möglichkeit diese Ateliers zu besichtigen. Zusätzlich laden Architekturstudentinnen der Technischen Universität Wien zu Rundgängen durch das Areal und seine monumentalen Bauten und begeben sich dabei auf die Spuren berühmter österreichischer Künstlerinnen.
Margarete Schütte-Lihotzky: Besichtigung des Kindergartens Kapaunplatz und Sonderausstellung zu einer der bekanntesten Architektinnen Österreichs
Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) war eine der ersten Frauen, die in Österreich Architektur studierten und gilt bis heute als eine der bekanntesten Architektinnen Österreichs. Zu ihren zahlreichen Projekten zählt unter anderem der städtische Kindergarten am Standort Kapaunplatz 10 in Wien-Brigittenau, der im Jahr 1952 eröffnet wurde. Besucherinnen und Besucher erwarten am Tag des Denkmals eine von Architekturstudentinnen der Technischen Universität Wien erstellte Ausstellung sowie verschiedene Führungen durch den Kindergarten. Das Leben und Wirken der Architektin wird am Tag des Denkmals auch im Margarete Schütte-Lihotzky Raum im 3. Bezirk thematisiert. Die Ausstellung: "Margarete Schütte-Lihotzky - Widerstand und Befreiung (1938-1945)" würdigt ihren Einsatz im antifaschistischen Widerstand und ist Teil der Ausstellungsserie zu "Margarete Schütte-Lihotzky - ihre Spuren in Wien".
Informationen zu allen Programmpunkten am Tag des Denkmals unter:
tagdesdenkmals.at
facebook.com/TagDesDenkmalsInOsterreich
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Der Tag des Denkmals findet jedes Jahr am letzten Sonntag im September in ganz Österreich statt. Er wird seit 1998 vom Bundesdenkmalamt (BDA) organisiert und ist Österreichs Beitrag zu den European Heritage Days. Zu seinen Zielen zählt, der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung unseres kulturellen Erbes zu vermitteln, dieses erlebbar zu machen und Interesse für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege zu wecken. Im Jahr 2017 wird der Tag des Denkmals am 24. September unter dem Motto "Heimat großer Töchter" veranstaltet. Rund 285 denkmalgeschützte Objekte - darunter Burgen, Klöster, Schlösser, archäologische Grabungen, historische Siedlungen, Technische Denkmale u.v.m. - öffnen bei überwiegend freiem Eintritt ihre Tore und ermöglichen bei speziellen Programmpunkten und Führungen einen besonderen Blick auf unser kulturelles Erbe. Architektur studierten und gilt bis heute als eine der bekanntesten Architektinnen Österreichs. Zu ihren zahlreichen Projekten zählt unter anderem der städtische Kindergarten am Standort Kapaunplatz 10 in Wien-Brigittenau, der im Jahr 1952 eröffnet wurde. Besucherinnen und Besucher erwarten am Tag des Denkmals eine von Architekturstudentinnen der Technischen Universität Wien erstellte Ausstellung sowie verschiedene Führungen durch den Kindergarten. Das Leben und Wirken der Architektin wird am Tag des Denkmals auch im Margarete Schütte-Lihotzky Raum im 3. Bezirk thematisiert. Die Ausstellung: "Margarete Schütte-Lihotzky - Widerstand und Befreiung (1938-1945)" würdigt ihren Einsatz im antifaschistischen Widerstand und ist Teil der Ausstellungsserie zu "Margarete Schütte-Lihotzky - ihre Spuren in Wien". Weitere Informationen unter: tagdesdenkmals.at