Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien 2017 verliehen

14.12.2017

(KUNST/KUTUR) Heute, Donnerstag wurden die Preise an fünf österreichische AutorInnen und eine Illustratorin im Stadtsenatssitzungsaal des Wiener Rathauses vergeben.

Zur Einstimmung war eine verjazzte Version mit Harfenbegleitung von "Ein Männlein steht im Walde" zu hören. Im Mittelpunkt standen aber heute, Donnerstag die ausgezeichneten AutorInnen Aljoscha Blau, Lizzy Hollatko, Saskia Hula, Michael Roher, Elisabeth Steinkellner und die Illustratorin Linda Wolfsgruber. Ihnen überreichte Gemeinderat Jörg Neumayer, in Vertretung von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, die Urkunden und Blumen. "Im Stadtsenatssitzungssaal werden wesentliche Themen der Stadt entschieden, auch was die Zukunft der Kinder betrifft. Die Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien zeichnen Autorinnen, Autoren und Verlage aus, die seit den 1950er Jahren die Lesekompetenz stärken", sagt Neumayer bei der Preisverleihung im Wiener Rathaus. Es sei sehr wichtig, "junge Leserinnen und Leser zu erreichen und ihnen die wundersame Welt der Bücher zu eröffnen, vor allem in der Stadt Wien, die Kunst und Kultur schon in ihrer DNA trägt".

Spielen und Lesen gleichzeitig

Die Laudationes beim "Fest der Kinder- und Jugendliteratur" hielt diesmal Franz Lettner. "Wer liest ist am Spielen nahe dran. Beides ist freiwillig und mit Lustgewinn verbunden", sagt er zu Beginn über das Buch "Die Kürbiskatze kocht Kirschkompott" von Elisabeth Steinkellner und Michael Roher im Tyrolia Verlag. Sie hätten ein Sprach- und Kunstspiel erschaffen, das Kreativität frei lässt und Lesen lernen vom Zwang befreie. "Akrobatische Affen haben abends um acht Appetit auf Apfelmus" - steht bei A geschrieben. Bis die fantasievollen Tiere beim Z sind, haben sie viel gefressen, der Ochs Orangensaft getrunken und das Reh vom Rum gerülpst, nur der Bär beichtet hinterher.

Trost nur nicht für Briefträger

"Die 7 Leben meiner Katze" von Saskia Hula und Aljoscha Blau (G&G Verlag) beginnt traurig, weil das Tier des Mädchens vom Auto des Briefträgers überfahren wird. Es wird auch nicht tröstlicher, dass die Katze im zweiten Leben als Maus unter dem Bett des Mädchens schließlich doch vom Hund des Briefträgers gefressen wird und im dritten Leben als Elefant vom Briefträger als Großwildjäger erschossen wird. Aber schließlich hat jede Katze sieben Leben. Ein Buch weniger für Briefträger, aber ein Trost für Kinder, die wegen Verlusten wütend sind.

Abschied von der Kindheit

Die Reise ins Erwachsenenleben ist für Kinder immer schwierig. Im Buch "Der Sommer der kleinen Manto" von Lizzy Hollatko (Jungbrunnen Verlag) wird dieser Weg beschrieben. Es beginnt sehr idyllisch für das Mädchen mit Orpheus, dem Esel. Schließlich muss sie von der schönen Insel nach London übersiedeln. Schuld ist der Vater, der selten da ist und wenn er kommt, zu viel trinkt.

Der Illustrationspreis ging diesmal an Linda Wolfsgruber, die im Buch "Wir" (Tyrolia Verlag) 45 Adjektive ästhetisch personifiziert. Wie in einem Memory sind die Personen angeordnet und erwecken Attribute zum Leben, wie zum Beispiel grantig, verträumt, wild, kurzsichtig, flatterhaft, unwiderstehlich, mutwillig und unvergesslich. "Die Zuschreibungen sind keine Festschreibungen, auch wenn sie Klischees entsprechen. Die BetrachterInnen sollen vom ,was macht mich aus' zum ,was kann ich alles sein' geführt werden", meint Franz Lettner über das Bilderbuch.

Bewerben für Preise 2018

Die Preise sollen auch motivieren, weiter gute Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. "Obwohl jedes Jahr rund 9.000 Bücher allein im deutschsprachigen Raum erscheinen und es immer schwieriger wird sich gegen die anderen Publikationen durchzusetzen", meinte Saskia Hula in ihrer Dankesrede. Angesichts der "vernichtenden Lage auf dem Buchmarkt werden unsere Bücher mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien zu etwas Besonderem, das sie von anderen Werken abhebt". Die Verlage setzen auch optisch das Symbol des Schmetterlings mit Buchflügel bei den ausgezeichneten Büchern ein, um sie in den Buchregalen deutlich hervorzuheben. Für die Preise 2018 können sich VerlegerInnen wieder bis 31. Mai bei der Kulturabteilung (MA 7), Literaturreferat bewerben: www.kultur.wien.at