KUNST gegen KRIEG - LUFTBALLONS gegen BOMBEN - das ANTI-KRIEGS-EPOS "Die letzten Tage der Menschheit" von KARL KRAUS mit Sir Kristian Goldmund Aumann

06.09.2017

DATUM UND ZEIT DES EVENTS : 09.09.2017 19:00
Ort/Location des Events: Kulturhaus St.Andrä-Wördern, Monsignore Luger-Platz 2,3423 St.Andrä-Wördern

DAS LESEFESTIVAL 2017 presents "ART against WAR"
KARL KRAUS die letzten TAGE der MENSCHHEIT mit Sir Kristian Goldmund Aumann
VORSPIEL: TROMMELN gegen KRIEG - LUFTBALLONS gegen BOMBEN
In aggressiven Zeiten muss die Kunst ein Zeichen setzen und deeskalierend wirken: Am Beginn der Veranstaltung findet eine Zeremonie für den Frieden auf der Welt statt. Mit "Trommeln gegen Krieg - Luftballons gegen Bomben"; und einem Regen aus Blumen wollen wir in dieser Thematik unsere Wirkungskraft erhöhen.
Im Zuge des Lesefestival 2017 in St.Andrä-Wördern, feiern Larven und Lemuren, Masken des tragischen Karnevals, fröhliche Urstände; eine augenscheinliche Auferstehung, eine groteske Auferstehung aber zugleich auch eine mahnende Auferstehung aus einer längst verloren geglaubten Zeit. Sir Kristian Goldmund Aumann spielt und liest, im martialisch anmutendem Bühnenambiente militärischer Manöverszenerie, eine vortreffliche Auswahl, aus denen Karl Kraus, sein 220 Szenen umfassendes Jahrhundertwerk, zusammensetzte.
"Das Feuer war erloschen, und Gewehrsalven hatten aufgehört zu donnern. Kein Mensch rührte sich von der Stelle; sie waren schon längst tot. Und der Wind fegte über zerklüftete Felsen, ohne ein Lied der Versöhnung zu singen." Zitat. Sir Kristian Goldmund Aumann, Poet
Die Aufführung des Dramas, dessen Umfang nach irdischem Zeitmaß etwa zehn Abende umfassen würde, ist einem Marstheater zugedacht. Theatergänger dieser Welt vermöchten ihm nicht standzuhalten. Denn es ist Blut von ihrem Blute und der Inhalt ist von dem Inhalt der unwirklichen, undenkbaren, keinem wachen Sinn erreichbaren, keiner Erinnerung zugänglichen und nur in blutigem Traum verwahrten Jahre, da Operettenfiguren die Tragödie der Menschheit spielten. Die Handlung, in hundert Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos wie jene. Der Humor ist nur der Selbstvorwurf eines, der nicht wahnsinnig wurde bei dem Gedanken, mit heilem Hirn die Zeugenschaft dieser Zeitdinge bestanden zu haben. (Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit)
Soeben wurde der Krieg erklärt. Zeitungsausrufer preisen die neuesten Nachrichten an. Ein Journalist meint zum Anderen: "Schau dir bitte das Volk an, wie es gärt!" Euphorie treibt die Massen durch die vormals leeren Straßen und Gassen der alten Kaiserstadt; aus den Trommeln des Bösen, Donnerknall; ein bedrohlicher Wirbel, er lässt die Soldaten marschieren, im Gleichschritt marschieren. Die Stadt bebt - lauthals qualmen Wortfetzen aus glühenden Zigarren - pure Ekstase; und der Schein trügt diesmal, wahrlich, nicht - ist das Zauberwort, es zündelt und entzündet die abscheuliche Fackel des Krieges.
"Nieda! Hauts alles zsamm! Bravo! Jetzt is Krieg! Serbien muss sterbien, jeder Schuß ein Ruß!" skandiert das aufgebrachte Volk.
"Die letzten Tage der Menschheit" ist eine "Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog" von Karl Kraus (1874 - 1936). Das Stück hat weder eine überschaubare Anzahl von Protagonisten noch eine fortlaufende Handlung, sondern besteht (in der Originalfassung) aus zweihundertzwanzig Szenen, in denen hunderte von Figuren aus allen Gesellschaftsschichten auftreten und die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges darstellen.
Karl Kraus hat zeitlebens polarisiert. Dem entsprach seine Erscheinung: sein Bewusstsein der eigenen Bedeutung war immens und dieser Polarisierung zweifellos förderlich. Dieses Selbstbild entbehrte nicht jeder Grundlage: die Hörer seiner Lesungen waren von der Persönlichkeit des Vortragenden fasziniert. Seine Anhänger sahen ihn als unfehlbare Autorität an, die allen, die er förderte, jede Unterstützung zukommen ließ, um sie ins rechte Licht zu rücken.
Wien
In einer Straße des dritten Bezirkes
ist ein wutkranker Schakal aufgetaucht.
Nirgend auf der Hemisphäre
leben solche Mißgeburten
wie im Land der Habedjehre;
und jetzt tragen sie noch Gurten.
Aug vom Schwein, Hyänenpranke,
doch ein elegantes Tragen,
in den Köpfen kein Gedanke -
da muß man schon tulli sagen.
Drahn und obidrahn ihr Leben,
es ist eine eigene Sekte,
und mir wills den Magen heben
schon vor diesem Dialekte.
Das Lesefestival 2017 steht unter dem Ehrenschutz von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Maximilian Titz.
EINTRITT FREI - FREIE SPENDE - FREIE PLATZWAHL
Bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung im Mainstreet-Saal statt.
Wann: 9. September, 2017 19:00 Uhr
Wo: Alter Pfarrhof, Kulturhaus St.Andrä-Wördern, Monsignore Josef Luger Platz ( Kirchenplatz 2), 3423 St. Andrä-Wördern, Tischreservierungen unter Tel: 0664/26 12 569
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Der REZITATOR
Sir Kristian Goldmund Aumann ist Dramatiker, Poet, Drehbuchautor, Filmemacher, Regisseur und Schauspieler - er lebt und arbeitet in St. Andrä-Wördern / NÖ. Nach seiner Ausbildung an der Lee Strassberg School in New York, folgten längerfristige Engagements, am Wiener Burgtheater (Ära Claus Peymann) und am Italienischen Staatstheater. Fernseh- und...

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