Kunst Haus Wien zeigt Projekte zu Mut und Unerschrockenheit

19.05.2017

© REITLER Markus
© REITLER Markus

No Hope No Fear - "Politics of Fear-Collective" bis 18. Juni zu sehen

Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert unter dem Titel "No Hope No Fear" von 19. Mai bis 18. Juni ein Projekt des "Politics of Fear Collective", eines an der Social-Design-Klasse der Universität für angewandte Kunst Wien angesiedelten Kollektivs. Bezugnehmend auf die Aussage der Philosophin Cynthia Fleury, die Mut als demokratische Tugend beschreibt, die es wiederzuerobern gilt, hat das Kollektiv ein vielfältiges Programm entwickelt: Installationen, Auftritte und Statements, Workshops und Aktionen beschäftigen sich mit aktuellen Möglichkeiten, Ängste anzusprechen - und sie nicht zu fürchten.

Ein Projekt das Mut erfordert - auch vom Publikum

Für das Projekt "No Hope No Fear" verlegt das PoF-Kollektiv seine laufenden Aktivitäten vorübergehend in die Garage des Kunst Haus Wien, die als Ausstellungsraum und Werkstatt dient. Hier ist das Publikum aufgefordert, in kleineren oder größeren Mutproben seine Unerschrockenheit zu testen und so sein Bewusstsein und ein Gefühl für den eigenen Mut zu stärken. Das Projekt ist transdisziplinär und partizipativ angelegt und zuweilen mit einer Prise Humor versehen. Wer möchte, kann sich beispielsweise eine Tätowierung stechen lassen, die bleibend an den eigenen Mut erinnert oder aber ein Ministerium konsultieren, in dem junge ExpertInnen, Kinder wie Jugendliche, darüber Auskunft geben, wie sich Courage immer wieder neu fassen lässt.

In spielerischen Formaten wie in Workshops werden kontroversielle Diskussionen provoziert, die klarmachen, dass sich Mutigsein nicht auf Wagemut reduzieren lässt. Wer couragiert handelt, überwindet eigene Ängste oder reagiert auf etwas, das Angst macht. So lädt das PoF-Kollektiv auch zu einem regelmäßigen Rendezvous mit verschiedenen Gästen, die über Mut und Angst in ihrer Arbeit wie im persönlichen Alltag sprechen. Dank einer Kooperation mit Amnesty International lässt sich an einem Argumentationstraining teilnehmen, das ganz pragmatisch darüber aufklärt, wie sich wiederkehrenden Stammtischparolen entgegentreten lässt. Ein anderer Workshop richtet sich gezielt an Jugendliche und informiert über Fragen zu Flucht und Asyl, räumt mit Klischees und diffusen Vorstellungen auf. Gesellschaftlicher Wandel, eine multikulturelle Gesellschaft, sollen sich nicht weiter als Vorwand benutzen lassen, um Ängste zu produzieren, die einer offenen Kommunikation entgegenstehen.

Kunst Haus Wien-Garage als temporäres Kunstquartier

Im Rahmen der Courage at the Garage - Residencies verlagern Studierende des Masterstudiengangs Social Design-Arts as Urban Innovation ihren Arbeitsplatz in die Garage des Kunst Haus Wien. Sie arbeiten vor Ort an ihren aktuellen Projekten und führen anschaulich vor, dass es sich immer lohnt, Risiken einzugehen. Neu gedachte Methoden führen zu neuen Sinnbildungen, stärken Verantwortlichkeit und bilden so die Voraussetzung, sich mit dem eigenen Handeln zu identifizieren. Die Social Design StudentInnen vertreten das deklarierte Interesse, kritisch und aktiv auf die Gesellschaft einzuwirken, eigene Handlungsspielräume zu erproben und einsetzen zu wollen, kurzum: nicht auf Zukunft zu verzichten. Solidarität wird als gesellschaftspolitische Kategorie verstanden, zu deren Einlösung es neuer und ungewöhnlicher Lösungsansätze bedarf. Es gilt, ein Um- oder Neudenken zu provozieren, das zu gesellschaftlicher Veränderung führen kann.

Die Studierenden wie auch die Lehrenden reagieren auf aktuelle Bedürfnisse intensiv wie nachhaltig, jung wie engagiert, polyglott wie verständlich, niedrigschwellig wie qualitativ, künstlerisch wie handfest, mit Interventionen, Programmen, Reihen, die am Puls schwieriger Zeiten und (nicht allein) städtischer Bedürfnisse bleiben.

Regelmäßige Updates zum Programm und Überraschungsgäste unter:
http://socialdesign.ac.at/nohopenofear

Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Social Design. Arts as Urban Innovation (Ruth Mateus-Berr, Martin Färber, Christina Schraml, Brigitte Felderer) der Universität für angewandte Kunst Wien realisiert.