Mach dich GLITZER!

17.11.2016

Jetzt ist die gefährlichste Zeit für Fußgänger: KFV Straßenaktion für mehr Sicherheit in der dunklen Jahreszeit!

Sehen und gesehen werden ist für alle Verkehrsteilnehmer in der dunklen Jahreszeit das Um und Auf. Um das Bewusstsein für die Thematik zu erhöhen, werden Passanten in Wien eine Woche lang mit einer - im wahrsten Sinne des Wortes - strahlenden Sichtbarkeitsaktion überrascht.

Auffallend, hell und vor allem reflektierend - das ist die neue Straßenaktion des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Noch bis zum 23. November werden Passanten in Wien von strahlenden "Sign Spinnern" überrascht. Ziel der Aktion ist, die Bevölkerung daran zu erinnern, wie wichtig gut sichtbare Kleidung gerade in den dunklen Wintermonaten ist. Denn jetzt, in den dunklen, kalten Monaten, ist es auf Österreichs Straßen für Fußgänger besonders gefährlich. 1.225 Fußgängerunfälle ereigneten sich in Österreich 2015 bei schlechten Sichtverhältnissen, wie Dämmerung oder Dunkelheit bzw. schlechter Straßenbeleuchtung, mehr als die Hälfte davon in den Monaten Oktober bis Jänner.

6 Fußgängerunfälle pro Tag bei schlechter Sicht

Das bedeutet, dass in diesen Monaten sechs Fußgänger pro Tag bei schlechter Sicht verunfallten. "Gerade im Herbst und Winter sind Fußgänger und Radfahrer nur schwer erkennbar. Durch das Tragen von sichtbarer, heller Kleidung und Reflektoren kann das Unfallrisiko um beinahe 50 Prozent gesenkt werden", erläutert DI Klaus Robatsch, Bereichsleiter Forschung & Wissensmanagement im KFV. "Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass 2 von 3 Personen zu schlecht sichtbar und damit potentiell unfallgefährdet sind. Mit unserer glitzernden Straßenaktion wollen wir die Bevölkerung deshalb dazu animieren, verstärkt auf die eigene Sichtbarkeit zu achten."

Sicherheitsrisiko: 50 Prozent der Kinder im Straßenverkehr zu dunkel gekleidet!

Einem besonderen Risiko sind die jüngsten Verkehrsteilnehmer ausgesetzt. Oft legen Kinder ihren Schulweg - ob als Fußgänger oder Radfahrer - im Dunkeln zurück und sind darüber hinaus aufgrund ihrer Größe sowie ihres oft unvorhersehbaren Verhaltens eine große Risikogruppe für Unfälle. "Das Ergebnis unserer Untersuchung ist besorgniserregend. Knapp 50 Prozent der Kinder sind zu dunkel gekleidet. Ein Drittel der Kinder trägt darüber hinaus trotz dunkler Kleidung keine Reflektoren, Warnwesten werden nur von etwa 3 Prozent der Kinder getragen. Generell kann man sagen, dass je älter das Kind ist, desto weniger ist es mit Reflektoren & Co ausgestattet. Im Erwachsenenalter sinkt die Bereitschaft sich sichtbar zu kleiden weiter ab. 72 Prozent der Personen zwischen 25 und 64 Jahren tragen weder gut sichtbare Kleidung noch Reflektoren. Als Grund stehen hier meist modische Gründe und falsche Eitelkeit im Vordergrund", erläutert Robatsch. "Neben der eigenen persönlichen Sicherheit gilt es, besonders Eltern darüber aufzuklären, dass es primär nicht wichtig ist, ob ihr Nachwuchs modisch gekleidet ist, sondern dass es hier um das Leben ihrer Kinder geht."

Sichtbarkeit=Sicherheit

Schuld an der oftmals schlechten Erkennbarkeit von Fußgängern und Radfahrern ist, dass sich bei Dämmerung und im Dunkeln die Fähigkeit des menschlichen Auges, Objekte wahrzunehmen, erheblich verringert. Autofahrer können daher besonders Fußgänger im Dunkeln nur sehr schlecht erkennen und daher erst spät reagieren. Ein Fußgänger mit reflektierender Kleidung ist bei Abblendlicht vom Autofahrer bereits aus rund 150 Metern Entfernung deutlich zu erkennen - ein dunkel Gekleideter erst aus etwa 20 bis 30 Metern. "Fußgänger sehen zwar hell beleuchtete Kraftfahrzeuge bereits von weitem, aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass man in der Dämmerung oder im Dunkeln von Fahrzeuglenkern ebenfalls automatisch wahrgenommen wird - egal wie gut sichtbar man sich selbst fühlt", so Robatsch.

Sicherheitstipps des KFV für die dunkle Jahreszeit:

  • Die Kleidung von Kindern aber auch Erwachsenen soll so hell wie möglich sein.
  • Schultaschen und Rucksäcke sollen auffällige, helle Farben haben und mit reflektierenden Elementen ausgestattet sein.
  • Reflexmaterialien sollen in der Höhe des Streuwinkels des Abblendlichtes getragen werden. Bei Kindern sollte der ganze Körper, von den Schuhen bis zum Oberkörper, reflektierende Elemente aufweisen.
  • Reflektoren sollen rundum strahlen, um Fußgänger auch seitlich sichtbar zu machen.
  • Reflektierende Kleidung alleine nützt nichts, wenn man sich nicht sicherheitsbewusst verhält. Fußgänger sollen daher immer Blickkontakt mit dem Autofahrer halten.
  • Fahrzeuglenker sollen insbesondere nach Einbruch der Dämmerung im Bereich von Schulen, Einkaufszentren oder Märkten mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren.
  • Wenn Fußgänger eine Straße queren, soll das insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit nur an gesicherten Stellen geschehen. Ampelanlagen, Schutzwege, Über- und Unterführungen bieten zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit.