Mailath: "Respekt für Opfer und Auftrag für alle"

27.01.2017

"Der zivilisatorische Rückfall in die Barbarei ist nicht allzu lange her. Und er hat nicht anderswo, sondern hier bei uns stattgefunden", betont Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen der Gedenkfeier "Jetzt Zeichen setzen" am Heldenplatz. Und ergänzt: "Wenn wir heute, eben hier, ein Zeichen setzen, dann tun wir das nicht nur aus Respekt gegenüber den Opfern. Wir tun es für uns selbst. Wir setzen uns ein Zeichen der täglichen Erinnerung: Nie wieder sollen Ausgrenzung, Hass, Rassismus und Antisemitismus unsere Gesellschaft zersetzen. Nie wieder dürfen Menschen - dürfen wir - anderen das Menschsein verwehren.

Daher setzt sich die Stadt Wien seit vielen Jahren aktiv, bewusst und auf vielfältige Weise mit Erinnerungskultur auseinander. Dazu zählt die Errichtung von Denkmälern wie dem Deserteursdenkmal oder dem Mahnmal am ehemaligen Aspangbahnhof, das derzeit umgesetzt wird. Dazu zählt das Fest der Freude am 8. Mai, an dem wir alljährlich das Ende der Naziherrschaft mit einem fulminanten Konzert der Wiener Symphoniker feiern. Dazu zählt aber auch der Jewish Welcome Service mit seiner Einladung der Opfer und deren Nachfahren nach Wien, um hier einen neuen Blick auf unsere Stadt und neue Begegnungen zu ermöglichen. Ebenso wie die zivilgesellschaftlichen Steine der Erinnerung. Sie alle tragen zu einer friedlichen, solidarischen und weltoffenen Zukunft unserer Stadt bei", schloss Mailath.