"March for Science" Wissenschaft muss lauter werden

20.04.2017

Die Stimme für die Wissenschaft zu erheben - das ist das Ziel des "March for Science" am Samstag. Was in Washington begonnen hat, ist mittlerweile eine weltweite Bewegung: In mehr als 500 Städten sind Aktionen geplant, darunter auch Wien.

Wissenschaft geht alle an. Es gibt keinen Bereich unseres modernen Lebens, der nicht von Wissenschaft beeinflusst oder durchdrungen ist. Von Kindesbeinen an ist der Mensch von einer unbändigen Lust und Neugier getrieben, seine Welt zu erkennen und sich in ihr. Wissenschaft hilft ihm dabei als die methodisch begründete, weltweite gemeinsame Suche nach Erkenntnis. Sie ordnet Informationen nach verlässlichen Kriterien ein und scheidet gesichertes Wissen von persönlicher Meinung. Wissenschaft gibt dem Staunen über die Welt, in der wir leben, System. Sie begründet den Fortschritt und kanalisiert das Spiel und die Lust an der Erkenntnis. Nur aus diesem fortwährenden Prozess der Neugierde kann die Menschheit die Probleme lösen, mit denen sie sich täglich konfrontiert sieht.Diktatoren, Ewiggestrige, Ideologen und andere Verblendete haben Angst vor Aufklärung, vor Erkenntnissen und den Ergebnissen der wissenschaftlichen Prozesse. Sie befeuern populistische Bewegungen und bedrohen mit Lügen, die sie euphemistisch als "alternative Fakten" bezeichnen, die Grundprinzipien liberaler, offener Gesellschafts- und Lebensformen.

Dagegen müssen alle an einer aufgeklärten Gesellschaft Interessierten aufstehen. In ähnlich schwierigen Zeiten schrieb einst Theodor W. Adorno: "Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen." Dieser Satz gilt heute mehr als je. Es ist Zeit, mit Mut und Zuversicht für die Freiheit der Wissenschaft zu kämpfen.