Mensch, Tier und Umwelt zuliebe – Verzicht auf Feuerwerk in der Stadt und den Wiener Erholungsgebieten

28.12.2017

(UMWELT) Das bunte Feuerwerk an Silvester zum Jahreswechsel ist sicherlich schön anzusehen, aber für die Tiere und die Umwelt ist es kein Vergnügen und auch für Menschen nicht immer ungefährlich. "Für Haus- und Wildtiere bedeutet das laute Krachen an Silvester Angst und Stress pur und kann schwerwiegende Folgen haben. Für Wildtiere kann ein Feuerwerk im Bereich von Waldgebieten rund um die Silvesternacht sogar lebensgefährlich sein", appelliert Umweltstadträtin Ulli Sima. Auch der Wiener Forstbetrieb (MA 49) bittet um Rücksichtnahme und fordert dazu auf, Wildtiere und die Natur in der ohnedies beschwerlichen Winterzeit zu schonen und ihnen das Feuerwerk zu ersparen.

Gerade Wildtiere haben ein sehr empfindliches Gehör und nehmen Geräusche noch viel intensiver wahr als Menschen. Ein gutes Gehör ist für die Tiere überlebenswichtig, werden sie doch so rechtzeitig vor Gefahren gewarnt und können fliehen: "Feuerwerkskörper versetzen die Tiere in Panik. Die dadurch verursachte Flucht kann für Wildtiere mit schweren Verletzungen oder sogar tödlich enden.", so Forstdirektor Andreas Januskovecz. Auch wenn sie nicht verunfallen, Stress und Angst zehren an den ohnehin schon knappen Kraft- und Energiereserven der Wildtiere, die vor allem im Winter überlebensnotwendig sind. Der Wiener Forstbetrieb appelliert daher dringend, keine Raketen und Feuerwerkskörper in Waldgebieten, Parkanlagen und anderen Rückzugsräumen von Wildtieren und Vögeln abzufeuern. Auch grüne Ruhezonen in der Stadt, wo insbesondere Singvögel eine Zuflucht finden, sollten von der Silvesterknallerei verschont bleiben. Selbst Tiere, die diese Knallerei scheinbar unbeschadet überstehen, brauchen oft Tage und Wochen bis sie wieder in ihr gewohntes Verhalten zurückfinden

Lärmbelästigung & Verletzungsgefahr

Auch für den Menschen ist die Lärmbelastung massiv, vor allem bei Kindern und älteren Menschen kann er großen Stress auslösen. Denn Feuerwerkskörper entwickeln mitunter einen Schallpegel von bis zu 170 Dezibel. Zum Vergleich: Das Düsentriebwerk eines Flugzeugs erreicht in einer Entfernung von 25 Metern rund 140 Dezibel. Überdies verletzen sich Jahr für Jahr rund 1.000 Österreicherinnen und Österreicher beim pyrotechnischen Silvesterspaß - teilweise auch schwer: Die häufigsten Verletzungen betreffen Augen, Ohren und Hände.

Polizei warnt - Verbot von Feuerwerkskörpern

Neben dem dringenden Appell der Stadt Wien freiwillig auf Silvesterkracher zu verzichten, weist die Landespolizeidirektion Wien zudem auch heuer wieder ausdrücklich darauf hin, dass die Verwendung von Knallkörpern, Feuerwerksraketen und anderer pyrotechnischer Sätze (ab Kategorie F2) im gesamten Ortsgebiet ausdrücklich verboten ist und auch entsprechend geahndet wird.

Erholungseinrichtungen nicht beschädigen

Auch Erholungseinrichtungen wie z.B. Tische und Bänke aber auch Mistkübel, werden immer wieder als Startrampe für Raketen verwendet und dadurch beschädigt bzw. zerstört. Die Beschädigung solcher Einrichtungen kann zu empfindlichen Strafen führen.

Waldbrandgefahr durch Feuerwerkskörper

Mangelhafte Billigprodukte und falsche Bedienung von pyrotechnischen Produkten können dazu führen, dass Feuerwerksraketen schon am Boden explodieren oder als brennende Fackeln vom Himmel fallen. Dabei können am Waldboden und auf Wiesenflächen gefährliche Brände entstehen die große Schäden in der Natur anrichten.