Niederösterreich: Elektrotechniker wartete nach Pensionierung zwei Jahre auf Abfertigung

29.04.2017

Präsident Wieser: Betroffenem wurden 18.000 Euro vorenthalten - ausständige Gelder gerichtlich eingeklagt - sogar Gerichtsvollzieher notwendig

 Die AK Niederösterreich hat für einen ehemaligen Elektromonteur aus Niederösterreich 18.000 Euro seiner Abfertigung erstritten. Als der 64-Jährige in Pension gegangen war, hatte seine Firma nicht einmal ein Drittel dessen bezahlt, was ihm zustand. "Mit dem kostenlosen Rechtsschutz der Arbeiterkammer konnten wir die berechtigten Ansprüche des Betroffenen einfordern", zeigt sich AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser erfreut. Um das Geld einzutreiben, war sogar der Gerichtsvollzieher erforderlich.

Seinen Pensionsantritt nach 47 Jahren Arbeit hatte sich der Elektromonteur aus dem Bezirk Mödling harmonischer vorgestellt. Die Hälfte seines Erwerbslebens war er bei der gleichen Firma gewesen und ihm standen neun Monatslöhne Abfertigung zu - knapp 26.100 Euro. Der Chef zahlte nach der Pensionierung nur 8.000 Euro. Und dann lange nichts mehr.

Grundsätzlich kann eine Abfertigung, die mehr beträgt als drei Monatsentgelte, auch auf Raten bezahlt werden. Allerdings hielt der ehemalige Arbeitgeber die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen nicht ein. Der ehemalige Elektromonteur wandte sich an seine AK Niederösterreich-Bezirksstelle.

Nach einer Intervention der ArbeitsrechtsexpertInnen zahlte die Firma weitere 8.000 Euro. Um die restlichen 10.000 Euro wollte man sich mit dem Verweis drücken, diese seien ja wohl verfallen. Das war nicht der Fall. Die AK klagte beim Landesgericht Wiener Neustadt und gewann.

"Leider musste sogar der Gerichtsvollzieher bei der Firma anrücken, um den Rest der Forderung einzutreiben", sagt AK Niederösterreich-Arbeitsrechtsexpertin Karin Matzinger. Den letzten Teilbetrag erhielt der Betroffene im März aufs Konto überwiesen - zwei Jahre nachdem er in Pension gegangen war.

"Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der Rechtsschutz der Arbeiterkammer ist. So ist es möglich, dass berechtigte Ansprüche der ArbeitnehmerInnen durchgesetzt werden können", sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Veranstaltungsreihe informiert über Pensionsantritt

Um einen möglichst reibungslosen Pensionsantritt zu ermöglichen, informieren die AK Niederösterreich und die Pensionsversicherungsanstalt ArbeitnehmerInnen, die kurz vor der Pension stehen, in einer laufenden Veranstaltungsreihe. Dort stellen die ExpertInnen alle Details zu Pensionskonto, Abfertigung bei Pensionsantritt, privater Pensionsvorsorge und Co vor und stehen für persönliche Pensionsberatung zur Verfügung. Die jüngste Veranstaltung in Gänserndorf wurde von 250 Menschen besucht.