Pflegeeltern: Dank im Wiener Rathaus und Verbesserung für Krisenpflege

03.09.2017

Stadtrat Jürgen Czernohorszky besucht den Pflegeeltern Brunch im Rathaus, und nutzt die Chance sich persönlich zu bedanken.  © PID/Votava Martin
Stadtrat Jürgen Czernohorszky besucht den Pflegeeltern Brunch im Rathaus, und nutzt die Chance sich persönlich zu bedanken. © PID/Votava Martin

Neues Anstellungsmodell bringt Krisenpflegeeltern mehr Sicherheit

Ein besonderes "Dankeschön" gab es gestern Samstag für Pflegeeltern in Wien: Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky lud ins Wiener Rathaus zum gemeinsamen Brunch ein. "Die Pflegefamilien leisten großartige und gesellschaftlich enorm wichtige Arbeit. Sie sind heute ein wesentlicher Bestandteil der Wiener Kinder- und Jugendhilfe", betonte Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky. "Ich danke allen Pflegemamas und -papas für ihren unermüdlichen Einsatz."

Derzeit betreuen ca. 700 Pflegefamilien und rund 50 Krisenpflegeeltern 1.500 Kinder. "Diese Form der Unterbringung für Kinder aus schwierigen familiären Situationen hat sich in Wien seit Jahren sehr bewährt", so Jürgen Czernohorszky. "Denn hier bekommen die Kinder eine liebevolle Ersatzfamilie, die sie stützt und betreut und für eine längere Zeit die Aufgaben der leiblichen Eltern übernimmt."

Neue Modelle für Krisenpflegeeltern und Langzeitpflege

Krisenpflegeeltern versorgen sehr junge Kinder für einen kurzen, befristeten Zeitraum. Sie sind ExpertInnen im Umgang mit Kindern in schwierigen Situationen und geben ihnen Halt und Sicherheit. Und sie müssen sich immer wieder verabschieden, wenn Kinder nach etwa sechs bis acht Wochen zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren oder in eine andere Pflegefamilie aufgenommen werden. "Um diesen Pflegeeltern stabilere Rahmenbedingungen für ihre wichtige Arbeit zu bieten, haben wir neues Modell entwickelt, dass eine kontinuierliche Anstellung und nicht nur für einzelne Tage und Wochen ermöglicht", betont Jürgen Czernohorszky.

Konkret werden die Eltern beim Verein Eltern für Kinder Österreich angestellt, erhalten laufend ein monatliches Gehalt und stehen bei Krisen sofort für die Kinder zur Verfügung.

In ähnlicher Form neu geregelt wird die Langzeitpflege für Kinder ab dem dritten Geburtstag: Da die Eingewöhnung älterer Kinder in Pflegefamilien eine besondere Betreuungsintensität erfordert, wurde ein Modell entworfen, das Pflegeeltern finanziell ermöglicht, ihre Berufstätigkeit vorübergehend für die Betreuung des Pflegekindes zu unterbrechen. Auch diese Eltern können nun im Zeitraum der Berufsunterbrechung angestellt werden.

Der Bedarf an Unterbringungsplätzen sei ungebrochen hoch, "deshalb hoffen wir, mit diesem Modell noch mehr geeignete Familien für diese wichtige Tätigkeit zu gewinnen!" so Czernohorszky abschließend.