Schnecke liefert sauberen Strom

09.06.2017

© Wien Energie/FOTObyHOFER
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Kleinwasserkraftwerk Donauinsel: Strom für 130 Wiener Haushalte aus der Neuen Donau

Nach einer mehrmonatigen Probephase im Frühjahr geht das neue Kleinwasserkraftwerk auf der Donauinsel im Bereich des Wehr 1 in Vollbetrieb. Die Anlage wird jährlich 400.000 Kilowattstunden sauberen Strom aus der Neuen Donau erzeugen und etwa 175 Tonnen CO2 einsparen. 130 Wiener Haushalte können mit erneuerbarem Strom versorgt werden. Die Anlage besteht aus einer unterirdischen Wasserzuleitung, einem kleinen Krafthaus mit einer 15m langen Wasserkraftschnecke und einem 60m langen Ableitungstunnel. Sie wurde direkt neben der bestehenden Wehranlage 1 eingebaut.

"Mit dem neuen Kleinwasserkraftwerk werden vorhandene Wasserressourcen der Neuen Donau optimal genutzt - die direkt neben der bestehenden Wehranlage 1 eingebaute Wasserkraftschnecke erzeugt umweltfreundlichen Strom für die Millionenstadt", so Ulli Sima Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke.

Das Kraftwerk ist in Kooperation von Wien Energie und der Abteilung Wiener Gewässer (MA 45) der Stadt Wien errichtet worden. Es wurde vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), BMVIT sowie ÖMAG gefördert. Die Baukosten beliefen sich auf 1,8 Millionen Euro.

"Optisch ist in diesem Bereich der Donauinsel alles gleich geblieben. Der einzige Unterschied: Wir erzeugen nun aus einem bereits vorhandenen Potenzial sauberen Strom", so Gerald Loew, Leiter der MA 45-Wiener Gewässer.

"Das Projekt ist von der Dimension ein typisches Kleinwasserkraftwerk. Es ist aber insofern beachtlich, weil mitten in der Stadt unbemerkt regenerativ Strom für Wiens Haushalte erzeugt wird", so Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber.

Durch den Aufstau der Donau beim Kraftwerk Freudenau ergibt sich zwischen Donau und Neuer Donau eine deutliche Differenz der Wasserspiegel. Dieser Höhenunterschied verursacht einen Sickerwasserzustrom aus der Donau in die Neue Donau, der wiederum über die Wehranlagen - bisher ungenutzt - abgeführt wird. Die Wasserkraftschnecke nutzt nun diesen Höhenunterschied, der rund vier Meter zwischen der oberen und der unteren Stauhaltung beim Wehr 1 beträgt.

Der technische Betrieb der Kraftwerksanlage inklusive Überwachung, Wartungs- und Reparaturarbeiten erfolgt durch die MA 45 - Wiener Gewässer. Im Falle von Hochwasser wird das Kraftwerk außer Betrieb genommen.

Zahlen und Daten zum Kleinwasserkraftwerk Wehr 1:

  • Standort: Wehr 1, Neue Donau (Donauinsel, Kilometer 9,8)
  • Leistung: 100 Kilowatt (kW)
  • Jahresstromproduktion: 400.000 Kilowattstunden (kWh)
  • Versorgung: rund 130 Haushalte
  • CO2-Einsparung: 175 Tonnen pro Jahr
  • Bau und Probebetrieb: 2016/17
  • Inbetriebnahme: Juni 2017
  • National (BMVIT und ÖMAG) sowie EU-gefördertes Projekt (EFRE)

Über Wien Energie

Wien Energie ist der größte regionale Energieanbieter Österreichs. Das Unternehmen versorgt mehr als zwei Millionen Menschen, rund 230.000 Gewerbeanlagen, industrielle Anlagen und öffentliche Gebäude sowie rund 4.500 landwirtschaftliche Betriebe in Wien, Niederösterreich und Burgenland mit Strom, Erdgas und Wärme. Die Strom- und Wärmeproduktion stammt aus Abfallverwertung, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und aus erneuerbarer Energie wie Wind-, Wasser- und Sonnenkraft sowie Biomasse. Wien Energie setzt stark auf dezentrale Erzeugung und Energiedienstleistungen. Informationen zum Unternehmen finden Sie online unter www.wienenergie.at