Seestadt - Erstes integratives LSBTI-Wohnprojekt in Österreich

16.06.2017

© Christian Jobst/Pid
© Christian Jobst/Pid

Baugruppenprojekt Que[e]rbau steht vor seiner Fertigstellung

Das geförderte Projekt an der Maria-Tusch-Straße 2 in aspern Seestadt wird in Kürze an seine BewohnerInnen übergeben.
Que[e]r steht für eine selbstgewählte Identität und eine selbstgewählte Lebensform, unabhängig von propagierten Normen. Daher ziehen nicht nur Menschen des LGBT-Personenkreises, sondern auch heterosexuell orientierte WienerInnen aller Familienformen und Generationen, die einen alternativen Lebensstil bevorzugen, in das neue Wohnhaus ein.
20 geförderte Wohnungen, vom Bauträger WBV-GPA im Rahmen eines partizipativen Prozesses errichtet, darunter auch 13 in SMART-Typologie, umfasst das bundesweit erste integrative LSBTI-Wohnprojekt. *****

"Der geförderte Wiener Wohnbau steht für gelebte Vielfalt, die unterschiedlichste Wohnformen ermöglicht und unterstützt. Que[e]rbau ist ein weiteres innovatives Beispiel dafür. Individuell gestaltete Wohnungen in einem gemeinsam geplanten Haus schaffen beste Voraussetzungen für ein Zusammenleben, das für alle Bewohnerinnen und Bewohner eine Bereicherung darstellt", so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

"Allen Beteiligten ist es mit großem Engagement gelungen, ein Vorzeigeprojekt zu schaffen, das nicht nur für die Wiener LSBTI Community von großer Bedeutung ist, sondern österreichweit Furore machen wird", freut sich Peter Traschkowitsch, vormaliger Wiener Landesvorsitzender und Bundesvorsitzender der SoHo

Breites Fundament für ein vielfältiges und gutes Miteinander

Das Baugruppenhaus ist Teil des Bauplatzes D22, auf dem die WBV-GPA ein weiteres Wohngebäude mit 40 geförderten Wohneinheiten sowie ein Wohnheim für behinderte Kinder und Jugendliche errichtet. Seine Gebäudestruktur wurde ökonomisch optimiert nutzungsneutral entwickelt, um der gemeinschaftlichen Planung der Baugruppe bestmögliche Spielräume für eine individuelle Planung zu eröffnen.
Alle Que[e]rbau-Wohnungen und Wohngemeinschaften sind mit privaten Freiräumen ausgestattet. Zu den Gemeinschaftsräumen zählen ein Vereinscafé und eine Dachterrasse, aber auch das Stiegenhaus - ein lichtdurchflutetes Atrium in der Mitte des Baukörpers - dient als informelle Begegnungszone.
Die Grün-und Freiflächen zwischen dem Baugruppenhaus und den weiteren zwei Bauteilen sowie ein Fest- und Gemeinschaftsplatz stehen allen BewohnerInnen der neuen Anlage zur Verfügung.

Für die geförderten Mietwohnungen betragen die monatlichen Kosten € 6,95/m², die durchschnittlichen Eigenmittel liegen bei € 493,94/m².
Für die geförderten SMART-Wohnungen betragen die monatlichen Kosten € 7,41/m², die durchschnittlichen Eigenmittel liegen bei € 59,89/m².
Die Stadt Wien unterstützte die Realisierung aller drei Projekte auf Bauplatz D22 mit Fördermitteln im Umfang rund 5 Mio. Euro bei Gesamtbaukosten von rund 15 Mio. Euro.