Stadtrat Ludwig: Positive Bilanz 1 Jahr Soziale Wohnungssicherung

22.12.2017

(WIEN) Erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe für GemeindemieterInnen in schwierigen Lebensumständen

Vor rund einem Jahr von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig eingeführt, hat sich die Soziale Wohnungssicherung bereits erfolgreich bewährt. Dabei kümmert sich ein 9-köpfiges SozialarbeiterInnen-Team von Wiener Wohnen speziell um jene MieterInnen, die von einem bevorstehenden Wohnungsverlust bedroht sind und die passiv in dieser Lage verharren. Durch Hilfe zur Selbsthilfe, durch gezielte Beratung und Vernetzung ist es gelungen, einen hohen Anteil der Betroffenen vor einer Delogierung zu bewahren.
Heute, Freitag, informierten Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser über die Entwicklung der Sozialen Wohnungssicherung. ****

Vor genau einem Jahr hat Wohnbaustadtrat Michael Ludwig die Soziale Wohnungssicherung von Wiener Wohnen ins Leben gerufen. Speziell ausgebildete SozialarbeiterInnen betreuen aktiv jene GemeindemieterInnen, die vom bevorstehenden Wohnungsverlust bedroht sind. Angst oder Scham hindern die Betroffenen oftmals daran, sich zeitgerecht und selbstständig über Lösungen und Unterstützungen zu informieren. Durch die gezielte Beratung und Vernetzung mit Unterstützungseinrichtungen der Stadt Wien werden den GemeindemieterInnen Wege aufgezeigt, wie sie den drohenden Wohnungsverlust noch abwenden können.

"Ein Wohnungsverlust ist ein schwerer Lebenseinschnitt. Um diesen bestmöglich zu verhindern, gibt es die Soziale Wohnungssicherung im Gemeindebau. Wien war schon immer eine Stadt des Zusammenhalts, daher kümmern wir uns auch um Menschen, die es aufgrund von prekären Lebensverhältnissen nicht leicht und aus Angst vor ihren Problemen die Augen verschlossen haben. Umso mehr freut es mich, dass wir den Großteil der betreuten Mieterinnen und Mieter vor dem Verlust ihrer Wohnung bewahren konnten", zieht Wohnbaustadtrat Michael Ludwig eine positive Bilanz der neuen Serviceleistung von Wiener Wohnen.

Bereits im ersten Jahr konnte das neunköpfige Team der Sozialen Wohnungssicherung 689 MieterInnen und ihre Familien vor einer drohenden Delogierung bewahren.

Berührende Schicksale

Den Wiener Wohnen-SozialarbeiterInnen offenbaren sich bei ihrer Arbeit oftmals sehr persönliche Schicksale. Besonders bewegend war etwa der Fall einer jungen Mutter mit einem schwerkranken Kind, die aufgrund der hohen Behandlungskosten in einer Spezialklinik nicht nur mit ihren Mietzahlungen in Rückstand geraten ist. Die SozialarbeiterInnen konnten die Familie vor dem Wohnungsverlust bewahren und gleichzeitig in Kooperation mit anderen Stellen der Stadt Wien auf das Therapieangebot für das kranke Kind hinweisen.

Ein anderes berührendes Schicksal war der Fall einer älteren Mieterin, der zeigt, dass es oftmals nur auf Kleinigkeiten ankommt. Die Mieterin ist auf den Rollstuhl angewiesen und daher in ihrer Mobilität eingeschränkt. Da die Bankfiliale in ihrer Nähe aufgelöst wurde und sie des Online-Bankings nicht mächtig war, konnte sie ihre Miete nicht mehr überweisen. Die SozialarbeiterInnen haben sie kurzerhand zur Bank begleitet und gemeinsam eine Lastschrift eingerichtet.

Auch Wiener Wohnen Direktorin Karin Ramser zeigt sich angesichts solcher Fallbeispiele mit dem ersten Jahr des neuen Service mehr als zufrieden: "Das erste Jahr unseres Wohnungssicherungs-Teams stimmt mich sehr positiv. Unser Ziel ist es, den Betroffenen langfristig die Möglichkeit zu geben, ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen. Hierbei unterstützen wir unsere Mieterinnen und Mieter mit dem Angebot, bereits bestehende Mietrückstände über angemessene Ratenzahlungen mittelfristig abzubauen", so Ramser.

Hilfe auch bei psychischen Erkrankungen

Wiener Wohnen wird als Hausverwaltung immer wieder mit Fällen konfrontiert, in denen MieterInnen aufgrund von schweren emotionalen Krisen, psychischen Erkrankungen oder auch Demenz den Alltag in der Wohnhausanlage nicht mehr eigenständig meistern können. Mitunter bedeutet das Belastungen für das Wohnumfeld, oder - in schwerwiegenderen Fällen - sogar eine Gefährdung der NachbarInnen sowie des Betroffenen selbst.

91 solcher MieterInnen wurden bisher durch die SozialarbeiterInnen betreut, wobei die Einsätze deutlich intensiver sind und auch mehrere Monate in Anspruch nehmen können. In der Regel kann durch die Zusammenarbeit mit psychosozialen oder Pflegeeinrichtungen der Stadt die Lebenssituation der Betroffenen deutlich verbessert sowie die unmittelbaren NachbarInnen nachhaltig entlastet werden.

Soziale Wohnungssicherung in Zahlen - Erfolgsquote von mehr als 80%

Die Soziale Wohnungssicherung von Wiener Wohnen wurde im Dezember 2016 von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ins Leben gerufen. Seit Februar 2017 gehen ausgebildete SozialarbeiterInnen auf jene Menschen zu, die aufgrund eines Zahlungsrückstandes vom Wohnungsverlust bedroht sind. Das Team der Sozialen Wohnungssicherung umfasst insgesamt neun MitarbeiterInnen.

Bisher wurden die Wiener Wohnen-SozialarbeiterInnen in
- 852 Fällen aktiv
- davon konnten in 689 Fällen die Betroffenen vor einer Delogierung bewahrt werden. Das entspricht einer Erfolgsquote von mehr als 80 Prozent.
- Jeder vierte von der Sozialen Wohnungssicherung betreute Fall betrifft Familien mit minderjährigen Kindern, jeder fünfte junge Erwachsene unter 30

Der durchschnittliche Mietrückstand, wenn bereits eine Räumungsklage eingebracht wurde, beträgt rund 3.000 Euro.
Aktuell unterstützt das Team der Sozialen Wohnungssicherung 92 MieterInnen, um einen drohenden Wohnungsverlust abzuwenden.