Start Aktion 20.000 – Bewerbung für die ersten 200 Jobs in Wien angelaufen

30.06.2017

Pressekonferenz zum Thema Aktion 20.000 mit Bundesminister Alois Stöger und Mag.a Renate Brauner, © David Bohmann / PID
Pressekonferenz zum Thema Aktion 20.000 mit Bundesminister Alois Stöger und Mag.a Renate Brauner, © David Bohmann / PID

Durch den Beschluss des Nationalrats kann die Aktion 20.000 wie geplant umgesetzt werden. Start ist bereits morgen, Samstag, in den neun Modellregionen in allen Bundesländern. "Die Aktion 20.000 ist eine der ehrgeizigsten Arbeitsmarktinitiativen der letzten Jahrzehnte. Mit dem flächendeckenden Einsatz ab 01.01.2018 halbieren wir langfristig die Langzeitarbeitslosigkeit in der Generation 50+ und geben tausenden Betroffenen echte Perspektiven", betont Sozialminister Alois Stöger die Zielsetzung der Jobinitiative. Die Vorbereitungsmaßnahmen in den Modellregionen sind abgeschlossen. Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat mögliche ArbeitgeberInnen, die zusätzliche Jobs schaffen können, sowie die Betroffenen in den entsprechenden Arbeitsmarktbezirken bereits über die Aktion 20.000 informiert. "Jetzt geht es darum, die ersten Stellen zu besetzen und dabei gleichzeitig Erfahrungen für die österreichweite Umsetzung zu sammeln", fasst Stöger die nächsten Umsetzungsschritte zusammen.

Die Bundesregierung investiert in den kommenden zwei Jahren insgesamt 778 Millionen Euro in die Förderung neuer Jobs in Gemeinden, gemeindenahen Bereichen und gemeinnützigen Organisationen. "In vielen Bereichen gibt es Aufgaben die bisher nicht erfüllt werden konnten, weil dafür das Personal gefehlt hat. Mit der Aktion 20.000 geben wir zum Beispiel Gemeinden die Möglichkeit, zusätzliche Leistungen anzubieten, schaffen sinnstiftende Jobs für die Betroffenen und gleichzeitig einen Mehrwert für die Gesellschaft", erklärt Stöger. Dem AMS wurde bereits von zahlreichen Seiten Interesse an den geförderten Jobs gemeldet. "Ich danke allen, die dazu beitragen, dass neue Jobs für Langzeitbeschäftigungslose über 50 Jahren entstehen können", so Stöger.

Brauner: "Start für Jobbewerbung mit großer Infomesse des waff im Rathaus"

2016 waren fast 25 Prozent aller in Wien arbeitslos gemeldeten Personen über 50 Jahre. Rund 20.000 WienerInnen 50+ waren im Jahresdurchschnitt 2016 langzeitbeschäftigungslos, also mehr als ein Jahr durchgängig ohne Job.

"Für uns war daher von Anfang an klar, dass wir bei der Aktion 20.000 des Bundes mitmachen, "unterstreicht Wiens Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner. Brauner: "Ich freue mich sehr, dass es uns in Wien in kurzer Zeit gelungen ist, die im Pilotprojekt geplanten rund 200 neuen Jobs im Magistrat und Einrichtungen der Stadt Wien aufzustellen. Mit dem heutigen Tag starten wir jetzt die Bewerbung dafür. Es handelt sich dabei um neue und zusätzliche Jobs, die es ohne diese Aktion nicht geben würde. Diese neuen Jobs sollen dazu beitragen, Abläufe zu erleichtern und Services auszubauen. Eine klassische

win-win-Situation. Ältere, schon länger arbeitslose Wienerinnen und Wiener bekommen eine neue Zukunftsperspektive und die Bürgerinnen und Bürger können noch besser unterstützt werden."

"Die Aktion ist außerdem ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Altersarmut. Deswegen werden vor allem auch jene Wienerinnen und Wiener profitieren können, die eine Leistung aus der bedarfsorientierten Mindestsicherung beziehen," bekräftigt die Stadträtin.

"Um es den betroffenen Wienerinnen und Wienern so einfach wie möglich zu machen, sich um die Jobs zu bewerben, veranstaltet der waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) als Gesamtkoordinator des Wiener Pilotprojektes am 19. Juli eine Infomesse im Wiener Rathaus. Die Einladung dazu erfolgt über das AMS Wien. Die Besucherinnen und Besucher können sich dort vor Ort nicht nur im Detail über die umfangreichen Beschäftigungsmöglichkeiten informieren, sondern auch gleich ihr Interesse für einen konkreten Job bekunden," kündigt Brauner an.

Breites Spektrum an Jobs für alle Qualifikationsniveaus

Im Rahmen des Wiener Pilotprojektes werden Jobs für alle Qualifikationsniveaus angeboten. Also Jobs, für die man keine speziellen Qualifikationen benötigt; Jobs etwa im administrativen Bereich, für die man mittlere Qualifikationen wie z.B. den Lehrabschluss braucht (Bürofachkraft) und Jobs, die höhere Qualifikationen voraussetzen wie z.B. einen Univ. Abschluss (etwa für Tätigkeiten im Bereich Stadtentwicklung/Stadtplanung oder in Bauabteilungen).

Auch das Berufsspektrum ist sehr breit. Es reicht von Büroberufen über IT-Berufe, handwerkliche und technische Berufe, sowie Sozialberufe bis zu Hilfstätigkeiten in diesen Bereichen.

  • Eine jener Einrichtung, die viele Stellen angeboten hat, ist das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser. Konkret werden 37 Positionen bereitgestellt. Gesucht werden vor allem "AlltagsbegleiterInnen" für die 30 Häuser zum Leben. Sie sollen die BewohnerInnen z.B. beim Einkaufen unterstützen, sie zum Facharzt begleiten, vorlesen und ähnliches.
  • Beim Fonds Soziales Wien sind es sogar rund 65 Stellen, sowohl im administrativen (Bürohilfstätigkeiten, Buchhaltung etc.) als auch im handwerklichen Bereich, z.B. SchlosserInnen. Gesucht werden auch SozialpädagogInnen und mehrsprachige FreizeitpädagogInnen für die Flüchtlingsbetreuung.
  • Wiener Wohnen bietet 23 Stellen an z.B. als OrdnungsberaterInnen (Ablagerungen, Verschmutzung, Graffitis und Sachbeschädigungen dokumentieren; sofortige Entfernung von Glasscherben, Absperrungen bei Gefahr im Verzug u.ä.) MaklerInnen (Beschwerdemanagement, Vorbesichtigung von aufgekündigten Wohnungen, Leermeldungen, Festlegen von Instandsetzungsmaßnahmen), WerkmeisterInnen-Gebrechen (örtliche Bauaufsicht und Kontrolle der Arbeiten, Mitwirkung bei Mieterversammlungen u.ä.)
  • Gesucht werden auch 13 BadewartInnen (Aufsicht, Pflege der Chloranlage, Rasen mähen, Unkraut jäten) für die Wiener Bäder (MA 44).
  • 20 Stellen bietet das Wiener Stadtgartenamt (MA 42). Hierbei handelt es sich vorwiegend um Hilfstätigkeiten bei der Reinigung der Wiener Parkanlagen, im Winterdienst, sowie bei der Müllentsorgung.

So läuft die Jobbewerbung im Detail

Das AMS Wien lädt beginnend mit 30.6. gezielt rund 2.000 arbeitslose WienerInnen 50+ zur Infomesse in die Volkshalle des Wiener Rathaus. Sie findet am 19. Juli in der Zeit von 9 bis 14 Uhr statt. Bei dieser Veranstaltung erwarten die InteressentInnen Informationsstände zu den aktuellen 200 Stellenangeboten sowie Infos über zusätzliche Fördermöglichkeiten des AMS für über 50jährige. Es besteht außerdem die Möglichkeit, vor Ort gleich konkrete Interessensbekundungen für die angebotenen Stellen abzugeben.

MitarbeiterInnen des waff nehmen dann die Daten der Personen auf, die ihr Interesse für ein konkretes Tätigkeitsfeld bekundet haben. Im Anschluss daran werden diese Personen an die jeweilige Abteilung im Magistrat oder gemeindenahe Einrichtungen vermittelt.

Eingeschult werden die ausgewählten Personen, sobald sie den Job antreten. Auch längere Einschulungs- bzw. Ausbildungszeiten, wie etwa zu AlltagbetreuerInnen, erfolgen zu Beginn des Dienstverhältnisses.

Nähere Infos zum Wiener Pilotprojekt im Rahmen der Aktion 20.000:

waff, Telefon 01/217 48-777;www.waff.at

Ausrollung des Wiener Projektes im Rahmen der Aktion 20.000 in Wien ab 2018

Mit 1. Jänner 2018 wird die Aktion 20.000 in Wien ausgerollt und auf gemeinnützige Einrichtungen und Vereine erweitert. Die Erfahrungen aus dem Wiener Pilotprojekt sollen dafür die Grundlage sein. Die Gesamtverantwortung für die Umsetzung der Aktion 20.000 in Wien liegt beim AMS Wien.