VIER PFOTEN: Fischotter-Abschuss in Niederösterreich ist ein Skandal

24.02.2017

©Bernard Landgraf - Eigenes Werk European Otter (Lutra lutra). CC BY-SA 3.0
©Bernard Landgraf - Eigenes Werk European Otter (Lutra lutra). CC BY-SA 3.0

EU-Richtlinien und österreichische Verfassung mit Füßen getreten

Wien (OTS) - Der Managementplan der niederösterreichischen Landesregierung, der auch den Abschuss von 40 Fischottern zulässt, ist laut VIER PFOTEN ein beispielloser Skandal. Der zuständige Landesrat Stephan Pernkopf hat sich mit dieser Entscheidung wirtschaftlichen Interessen der Fischerei gebeugt, so die Tierschützer. Damit handelt die Landesregierung grob EU-widrig, da der Fischotter laut der EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie eine streng geschützte Art ist.

Der Plan verstößt aber auch klar gegen die österreichische Verfassung: "Die Tötung von Tieren ist in Österreich sehr klaren restriktiven gesetzlichen Normen unterworfen ist. Im Fall der Fischotter liegt absolut kein plausibler Grund für eine solche Tötung vor", sagt Indra Kley, Leiterin des Österreich-Büros von VIER PFOTEN. Die Tierschützer fordern die sofortige Rücknahme des Beschlusses.

Elendes Verenden von Fischottern-Jungen

Nicht nur aus Arten-, sondern auch aus Tierschutzsicht ist eine Tötung der Ottern absolut abzulehnen. "Paarungen können beim Otter das ganze Jahr über erfolgen, das heißt, dass zu jeder Zeit Jungtiere da sein können. Wird nun eine säugende Fischotter-Mutter abgeschossen und kehrt nicht mehr zu ihren Jungen zurück, so verhungern und verenden diese elendig in ihrem Nest. Höchst problematisch ist auch, dass im Falle der Fischotter-Bejagung der Jäger nicht kontrollieren kann, ob er das Tier tatsächlich tödlich getroffen hat, weil dieses ins Wasser flüchtet. So ist nicht auszuschließen, dass das angeschossene Tier einen langsamen, qualvollen Tod erleiden muss", erklärt Kley.

Bereits vor einigen Tagen hat VIER PFOTEN gemeinsam mit WWF und Naturschutzbund Alarm geschlagen. Die NGOs kritisieren, dass Alternativen zur Tötung von Fischottern weder ausreichend geprüft wurden, noch wurde von Seiten des Landes Niederösterreich ernsthaft nach Möglichkeiten zur Verbesserung bzw. Ausweitung von bestehenden Präventionsmaßnahmen gesucht (z.B. Einzäunung der Fischteiche). Damit bleibt eine wichtige Voraussetzung zur Anwendung der EU-Richtlinie unerfüllt.

"Die Tötung der streng geschützten Fischotter ist nicht akzeptabel", betont Indra Kley. "Wir fordern die Landesregierung auf, diesen unsäglichen Beschluss sofort zurückzunehmen."