Wiener Philharmoniker haben Kriegstrophäe zurückgegeben

30.12.2016

Übergabe des Signac-Gemäldes erfolgte knapp vor Neujahrskonzert in Paris

 - Wie "profil-online" berichtet, haben die Wiener Philharmoniker in Paris unter Ausschluss der Öffentlichkeit und knapp vor ihrem prestigeträchtigen Neujahrskonzert jenes Raubkunst-Gemälde retourniert, das sie seit 1940 in ihrem Depot gehabt haben. Ursprünglich war die Übergabe des Werks von Paul Signac noch vor Weihnachten angekündigt worden (profil 50/2016), nun erklärte die Sprecherin des Orchesters Claudia Flekatsch-Kapsamer auf Anfrage von "profil-online", "die Übergabe ist nach Weihnachten in Paris erfolgt".

Das Gemälde war dem NS-kritischen Besitzer Marcel Koch von der deutschen Feldpolizei gestohlen und den Wiener Philharmonikern geschenkt worden - zum Dank für ihre Tournee in das von Hitler-Deutschland besetzte Frankreich. Koch ist 1999 kinderlos verstorben, dem Vernehmen nach hat ein Vertreter von fünf Erben das Bild übernommen. Dass das Finale des schier endlosen und unrühmlichen Kapitels pianissimo und nicht wie ursprünglich geplant in einem furiosen Festakt ausgeführt wurde, war ausdrücklicher Wunsch der Erbengemeinschaft, die das auf den Wert von einer halben Million Dollar geschätzte Signac-Frühwerk in Paris zur Auktion einbringen will.