Wiener Schulfruchtprogramm: Neues Handbuch für PädagogInnen

20.09.2017

Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger, Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky, Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer und Gemeinderätin Birgit Hebein geben den Startschuss für ein weiteres Jahr mit wöchentlichen Fruchtlieferungen

"Frucht macht Schule" - so lautet das Motto ab sofort wieder an allen Pflichtschulen der Stadt Wien. Denn mit dieser Woche startet das Wiener Schulfruchtprogramm in die nächste Runde. Rund 4.000 Klassen erhalten dann wieder wöchentlich eine kostenlose Fruchtkiste. Pro Woche werden bis zu 20 Tonnen Obst bzw. Gemüse an rund 100.000 Schülerinnen und Schüler verteilt. "Damit machen wir Kindern und Jugendlichen Obst und Gemüse nicht nur schmackhaft, sondern wir zeigen auch, dass Genuss und gesunde Ernährung kein Widerspruch sind. Je früher Kinder und Jugendliche lernen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, desto leichter können Sie dieses Wissen auch in ihr weiteres Leben integrieren", so Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger.

Jetzt neu: Das Handbuch für Pädagoginnen

Damit neben dem Genuss das Wissen über eine abwechslungsreiche Ernährung nicht zu kurz kommt, hat die Wiener Gesundheitsförderung gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) und anderen ErnährungsexpertInnen ein Handbuch für Pädagoginnen und Pädagogen erarbeitet. "Das Handbuch soll dabei helfen, das Thema gesunde Ernährung spielerisch in den Unterricht zu integrieren. Die darin enthaltenen Übungen wurden speziell auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen zugeschnitten", erklärt Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

"Es enthält zahlreiche Informationen, Unterrichtsmaterialien und Anleitungen zum Thema 'Gesunde Ernährung', um Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht zu unterstützen. Die Handbücher werden allen Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt", ergänzt Heinrich Himmer, Präsident des Stadtschulrates für Wien.

Mehr als nur Verteilen

Die Handbücher sind Teil des pädagogischen Maßnahmenpakets, das die Fruchtlieferungen von Beginn an begleitet. "Inzwischen bietet das pädagogische Begleitangebot Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich praxisnah mit den verschiedenen Früchten und ihrer Herstellung zu beschäftigen. Seit dem Start des Projektes ist viel passiert: Vor 3 Jahren berichteten LehrerInnen davon, dass Kinder in der Früh mit leerem Magen und ohne Jause in die Schule kommen. Inzwischen stellt die Schulobstjause vitaminreiches Essen zu Verfügung und gemeinsam mit den Kindern werden Themen wie Ernährung, Gesundheit aber auch Armut pädagogisch aufgearbeitet - damit kein Kind zurück bleibt," freut sich die Sozialsprecherin der Grünen Wien, Birgit Hebein.

Seit dem Start des Projekts im Jahr 2015 fanden rund 3.000 dieser begleitenden Aktivitäten statt. Allein im Schuljahr 2017/18 konnten rund 28.000 Personen, darunter SchülerInnen, PädagogInnen und Eltern, durch das ergänzende pädagogische Angebot erreicht werden.

"Von diesen Maßnahmen profitieren sowohl Pädagoginnen und Pädagogen als auch Kinder und Jugendliche. Sie beinhalten, neben den Fortbildungen für das Lehrpersonal, auch spezielle Angebote für Schülerinnen und Schüler, wie Verkostungen, Exkursionen oder Workshops", so Dennis Beck, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung.

Das Wiener Schulfruchtprogramm - Ein Erfolgsprojekt

Das Wiener Schulfruchtprogramm startete im Jahr 2015 in halbtägig und offen geführten Pflichtschulen der Stadt. Seit Herbst 2016 werden aufgrund des großen Erfolgs auch Ganztagsschulen und damit alle Pflichtschulen der Stadt Wien wöchentlich mit frischem Obst bzw. Gemüse versorgt.

Das Wiener Schulfruchtprogramm ist eine Initiative der Stadt Wien und wird von der Wiener Gesundheitsförderung in Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien und dem Landeselternverband Wien umgesetzt. Die Europäische Union fördert das Projekt im Rahmen des "EU-Schulprogramms".