Wohnhausanlage Mexikoplatz trägt nun den Namen Heinz Weißmann-Hof

11.06.2017

Vor dem Heinz-Weißmann-Hof v.l.n.r: BVin Ursula Lichtenegger, StR Michael Ludwig, GR Gerhard Kubik, Christine Weißmann, Gustav Bluma, Bezirksrat a.D., sowie BVin-Stvin Astrid Rompolt © Christian Jobst/Pid
Vor dem Heinz-Weißmann-Hof v.l.n.r: BVin Ursula Lichtenegger, StR Michael Ludwig, GR Gerhard Kubik, Christine Weißmann, Gustav Bluma, Bezirksrat a.D., sowie BVin-Stvin Astrid Rompolt © Christian Jobst/Pid

Die städtische Wohnhausanlage Mexikoplatz 1 trägt nun den Namen des ehemaligen Leopoldstädter Bezirksvorstehers.

Heinz Weißmann (1942 - 2015) hat als Bezirksvorsteher der Leopoldstadt die Geschicke des Bezirks von 1984-1999 gelenkt. Zu Lebzeiten erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien.
In Anerkennung seiner Leitungen trägt nunmehr der Gemeindebau am Mexikoplatz den Namen Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger und Gemeinderat Gerhard Kubik nahmen gestern, Samstag, im Beisein von Christine Weißmann die offizielle Namensgebung vor. ****

"Heinz Weißmann hat als Bezirksvorsteher die Leopoldstadt maßgeblich geprägt. Während seiner Amtszeit wurden unter anderem die Weichen gestellt für die Wohnbebauung des ehemaligen Nordbahnhofgeländes, einem der wichtigsten innerstädtischen Entwicklungsgebiete Wiens. Die Leopoldstadt hat sich dank seinem unermüdlichen Engagement im Dienst der Bezirksbevölkerung zu einem liebens- und lebenswerten Bezirk entwickelt", unterstrich Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

"Ich freue mich, dass dieser Leopoldstädter Gemeindebau nun den Namen des ehemaligen Bezirksvorstehers Heinz Weißmann tragen wird, in dessen 15-jährige Amtszeit von 1984 - 1999 riesige Projekte wie die Dezentralisierung und damit die Aufwertung der Bezirksvertretungen, der Bau des Kraftwerkes Freudenau und der Hochwasserschutz umgesetzt wurden, um nur einige zu nennen. Heinz Weißmann konnte im politischen Diskurs sehr beharrlich sein, beherrschte allerdings die große Kunst, dabei niemals persönlich zu werden und vor allem sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren: das Wohl der Leopoldstädter und Leopoldstädterinnen", hielt Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger fest.

"Bereits als 15-Jähriger lernte ich Heinz Weißmann politischen kennenzulernen. Er hat mich entscheidend geprägt und war mir in meinem politischen Wirken immer ein Vorbild. Die Umsetzung der Dezentralisierung der Bezirksbudgets Ende der 1980er Jahre hat er maßgeblich vorangetrieben. Ich bin stolz, dass ich ihm 1999 als Bezirksvorsteher bachfolgen durfte. Mit der Benennung wollen wir unseren Dank ausdrücken und seine Leistungen für die Leopoldstädter Bürgerinnen und Bürger würdigen", betonte Gemeinderat Gerhard Kubik, Bezirksvorsteher zwischen von 199 bis 2013

Biografie Heinz Weißmann

Heinz Weißmann wurde am 26. Februar 1942 in Wien geboren. Er erlernte den Beruf des Starkstrommonteurs und war 1961 bis 1972 beruflich bei der Siemens AG tätig, danach war er bis 1984 technischer Angestellter beim Verband Wiener Volksbildung.
Schon früh engagierte sich Weißmann politisch, 1962 trat er der SPÖ bei.. Von 1968 bis 1972 wirkte er als Vorsitzender der Jungen Generation Leopoldstadt, ab 1972 vertrat er seine Fraktion in der Bezirksvertretung seines Heimatbezirks. Im November 1978 avancierte er zum Bezirksvorsteher-Stellvertreter und im Juni 1984 zum Bezirksvorsteher des 2. Wiener Gemeindebezirks. An der Spitze des Bezirks verblieb er bis November 1999, als Weißmann die Funktion an Gerhard Kubik übergab.

In die mehr als 15 Jahre währende Amtszeit als Bezirksvorsteher fallen unter anderem die Sicherung des Hochwasserschutzes, die Errichtung des Kraftwerks Freudenau, die Realisierung eines Erholungsgebiets am rechten Donaudamm oder die Umwidmung des ehemaligen Nordbahnhofgeländes zum Wohngebiet. Auch die Kinder- und Jugendpolitik lagen Weißmann am Herzen.
Heinz Weißmann verstarb am 24. November 2015 nach langer schwerer Krankheit.

Der Heinz-Weißmann-Hof

Die zehn Stiegenhäuser beherbergende Anlage mit 170 Wohnungen besteht aus einer fast geschlossenen, auf den Mexikoplatz ausgerichteten Vierkantverbauung zwischen Wehlistraße und Engerthstraße und einem davon abgetrennt dahinter liegenden Bauteil (Stiege 10) an der Engerthstraße. Das Erdgeschoß der Hauptfront am Mexikoplatz ist etwas hinter die Fassadenflucht zurückversetzt, in große Glasflächen aufgelöst und als Geschäftszone ausgebildet. Darüber erhebt sich die glatte Front der fünf Obergeschoße, die von zwei symmetrisch angelegten Blöcken großzügiger Balkone dominiert wird. Eine Achse mit zum Teil nachträglich verglasten Loggien öffnet den Bau zur Wehlistraße. Gliedernde Akzente werden hier durch französische Fenstergesetzt. Die Front zur Engerthstraße ist zudem mit Balkonen ausgestattet. Im Hof bestimmen neben Loggien und Balkonen die großzügig verglasten Stiegenhäuser den Fassadenaufbau. Sie sind leicht hinter die Fassadenflucht gesetzt und werden durch Dachaufbauten für die Aufzüge turmartig überhöht.

Die Wohnhausanlage wurde bis 2013 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie die Instandsetzung der Loggien und Balkone. Die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen.