Zeichen gegen Gewalt an Frauen am Wiener Rathaus

23.11.2017

© Alexandra Kromus / PID
© Alexandra Kromus / PID

Aktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen von Wiener Frauenstadträtin, GemeinderätInnen, der Wiener Polizei und White Ribbon Österreich

Am Samstag, den 25.11., startet die internationale Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Wiener GemeinderätInnen setzten daher gemeinsam mit dem Vizepräsident der Landespolizeidirektion Wien Franz Eigner, der Organisation "White Ribbon" und der Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger ein Zeichen gegen Gewalt. Am Wiener Rathaus wurde die Fahne der Menschenrechtsorganisation "Terre des Femmes" gehisst, die mit dem Schriftzug "Frei leben ohne Gewalt" traditionell vor zahlreichen öffentlichen Gebäuden hängt, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.

Frauenberger zur heutigen Aktion: "Gewalt an Frauen geht uns alle an, auch Männer. Leider ist der gefährlichste Ort für Frauen immer noch das eigene Schlafzimmer. Aber auch die Debatte zu #metoo zeigt, dass sexuelle Belästigung noch nicht der Vergangenheit angehört. Frauen müssen in Wien aber sicher ihr Leben gestalten können, dafür setze ich mich, gemeinsam mit engagierten Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, ein."

Zahlen, Daten, Fakten aus dem Wiener Gleichstellungsmonitor 2016

Der Frauenanteil der Opfer von Vergewaltigungen liegt in Wien bei 96%, beim Delikt der geschlechtlichen Nötigung sogar bei 99%; zu 81% werden Frauen zu Opfern von sexuellem Missbrauch nach §205. 2015 standen 41% der Vergewaltigungsopfer in einem Bekanntschaftsverhältnis zu den TäterInnen, gefolgt von Familienbeziehungen mit Hausgemeinschaft (23%). Beim Tatbestand geschlechtlicher Nötigung sieht dies ähnlich aus, Bekannte sind hier zu 51% TäterInnen.

Auch die Beratungen des 24-Stunden-Frauennotrufs der Stadt Wien zeigen, dass Frauen Gewalt insbesondere durch den Partner oder Ex-Partner erfahren: 2015 wurden insgesamt 8.775 (938 mehr als 2012) Beratungen durchgeführt. Diese Beratungen gliedern sich in 6.689 telefonische Beratungen, 935 E-Mail-Beratungen und 1.151 persönliche Beratungen (davon 195 Erstgespräche sowie 141 Begleitungen zu RechtsanwältInnen/OpferanwältInnen, zu Gericht, zur Polizei oder ins Krankenhaus) in den Räumlichkeiten des 24-Stunden-Frauennotrufs. Aus einer Analyse der 195 Erstgespräche ergibt sich, dass auch beim 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien die Täter zu mehr als die Hälfte PartnerIn (33%) und Ex-PartnerIn (21%) sind. Bekannte und Freunde (11%), Verwandte (8%) und flüchtig bekannte Personen (8%) machen die nächstgrößten TäterInnengruppen aus, 5% sind FremdtäterInnen. Ein Arbeits-, Autoritäts- oder Ausbildungsverhältnis besteht bei 5% der Fälle. Bei 9% ist der Beziehungskontext nicht erhebbar.

Dichtes Gewaltschutznetz für Frauen in Wien

Die Frauenstadträtin betont weiter, dass Wien im europäischen Vergleich über eines der dichtesten und am leichtesten zugänglichen Netze an Beratungsstellen sowie Krisen- und Schutzeinrichtungen für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, verfüge. Mit dem 24-Stunden Frauennotruf, den Wiener Frauenhäusern und dem Frauentelefon stellt die Stadt Wien wichtige Erstanlaufstellen bei Gewalterfahrung zur Verfügung, die Förderung zahlreicher NGOs und Vereine komplettiert das Gewaltschutznetz.