Zügiger Baufortschritt beim ersten Projekt aus dem Sofortprogramm

12.07.2017

Stadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer und Kallco-Geschäftsführer Winfried Kallinger informieren über die Bauweise und den Baufortschritt.  © PID/Votava Martin
Stadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer und Kallco-Geschäftsführer Winfried Kallinger informieren über die Bauweise und den Baufortschritt. © PID/Votava Martin

Kostengünstiges temporäres Wohnen in Slim Building Bauweise entsteht derzeit in der Siemensstraße 142

Auf einem ehemaligen Gewerbegebiet in der Siemensstraße errichtet der Bauträger Kallco seit Jänner 2017 241 geförderten Mietwohnungen für temporäres Wohnen. Damit entsteht ein Pilotprojekt für flexiblen und besonders kostengünstigen Wohnraum in Wien. Das SLIM BUILDING®-Konzept ist vor allem für die wachsende Gruppe junger Wienerinnen und Wiener eine attraktive Option. Rund zwei Drittel der Wohnungen werden über die Wohnberatung Wien vergeben, die weiteren als betreute Einheiten über den Fonds Soziales Wien. Der Bezug ist bereits für Anfang 2018 vorgesehen. Dies entspricht einer Rekordbauzeit von knapp einem Jahr.

"Wir schaffen mit den geförderten Wohnungen in Schnellbauweise flexiblen und besonders kostengünstigen Wohnraum. Das ist vor allem für die wachsende Gruppe junger Wienerinnen und Wiener, die Ihren Lebensmittelpunkt noch nicht festlegen wollen, aber auch für Menschen, die aus anderen Gründen temporären Wohnraum suchen, eine attraktive Option", betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Bei Gesamtbaukosten von 16,1 Millionen Euro betragen die Fördermittel der Stadt Wien insgesamt 7,2 Millionen Euro.

"Auf diesem ehemaligen Gewerbegebiet werden mit Wohnbaufördermitteln temporäre Wohnungen errichtet. Ohne Eigenmittel und bei einer niedrigen Mietobergrenze sind sie etwa für Lehrlinge, die selbstständig wohnen und leben möchten oder Alleinerziehende besonders interessant. Mit dieser intelligenten Zwischennutzung wird leistbarer Wohnraum auf sonst brachliegenden Grundstücken realisiert", unterstrich Ilse Fitzbauer, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin von Floridsdorf.

"Mit der Wohnanlage HOME 21 schafft die Kallco-Gruppe besonders kostengünstigen Wohnraum vor allem für die junge Generation und für Menschen, die sich Wohnen aus verschiedenen Gründen kaum leisten können. Wesentliches Merkmal des Projektes ist seine Wandelbarkeit dank des Bausystems SLIM BUILDING®. Kallco verwirklicht damit nicht nur die Förderungsziele des Wohnbau-Sofortprogramms, sondern ergänzt sie zusätzlich durch Bereitstellung von modular ausbaubaren Flächen für soziale Zwecke. Trotz des extrem knappen Budgets werden die Qualitätsziele der Wiener Wohnbauförderung vollständig erfüllt", hält Dr. Winfried Kallinger, Geschäftsführer der Kallco, fest.

"Für mich als Projektentwickler und Techniker war die Realisierung von HOME 21 eine Herausforderung: Flexibilität, Nachhaltigkeit und Architektur müssen bei maximalem Zeit- und Kostendruck ohne Kompromisse bei der Bauqualität verwirklicht werden. Zu schaffen ist das mit hochmotivierten Projektpartnern und ganz klar mit unserer patentierten Systembauweise SLIM BUILDING®, mit der sich neue Wege für effizienten Wohnbau eröffnen - Innovation macht sich eben bezahlt", fügt Ing. Stefan Eisinger-Sewald hinzu.

Projektbeschreibung

Das Projekt "HOME 21 - Junge Generation" entsteht in SLIM BUILDING®-Bauweise, besteht aus zwei Bauteilen mit begrünten Rankgerüsten und insgesamt 241 geförderten Mietwohnungen für temporäres Wohnen. SLIM BUILDING® ist eine Rahmenbauweise. Der Raumraster ist aus vertikalen Stahlstützen, die Decken sind klassische Hartbetondecken, Fassade aus Beton und die Trennwände sind mehrschalige Konstruktionen. Nur ca. 40% des Grundstücks sind bebaut, 60% dienen der Grünraumgestaltung. Erschlossen werden die Wohnungen über natürlich belichtete Stiegenhäuser mit Lift. Die Wohnungen sind den oberen Geschoßen vorbehalten. Im Erdgeschoß sind Mehrzweck-/Arbeitsräume für Kleingewerbe, Dienstleistungen und 26 Lager geplant sowie Einlagerungsräume, Parkplätze und Freiflächen. Diese gewerbliche und soziale Nutzung der Erdgeschoßzone belebt die Nachbarschaft und dient zusätzlich als Begegnungsraum. Bei Bedarf können hier auch Räume von der Hausgemeinschaft für Veranstaltungen angemietet werden.

Das Wohnungsangebot umfasst Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen in durchschnittlichen Größen von 48 bis 80 m², alle mit privaten Freiflächen wie Balkon oder Terrasse sowie mit Schallschutzfenstern. Ganz im Sinne des kostengünstigen Bauens werden drei verschiedene Wohnungstypen nach SMART-Wohnungskriterien angeboten. Alle Wohnungen können möbliert mit Küche angemietet werden.

Die Hofzone punktet mit Grün- und Freiflächen mit künstlerischer Gartengestaltung, Baumbepflanzungen und Sitzmöglichkeiten. Der Jugend und Kinderspielplatz dient als zentrale Kommunikationszone. Für eine funktionierende Hausgemeinschaft ist das Kallco Mitbestimmungsmodell vorgesehen: Behandlung gemeinsamer Anliegen in drei Ebenen: Mieterbeirat - Mieterversammlung - Hausverwaltung/Bauträger.

Einlagerungsräume, Kinderwagen- und Fahrradabstellräumen befinden sich im Erdgeschoß der Anlage. Insgesamt gibt es 383 Fahrradabstellplätze sowie E-Tankstellen. 165 PKW-Stellplätze befinden sich im Erdgeschoß und im Freien.

Die Wohnhausanlage entsteht zwischen Josef-Brazdovics-Straße und Heinrich-von-Buol-Gasse, südlich vom Gaswerk Leopoldau. Der Theresa-Tauscher-Park und der Floridsdorfer Wasserpark eignen sich hervorragend für Unterhaltung oder kleine Spaziergänge. Die Erholungsgebiete Alte Donau, Donaupark und Neue Donau sind leicht zu erreichen.

Sofortprogramm

Das Sofortprogramm ist Teil der neuen Wohnbau-Offensive der Stadt Wien. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass auch Grundstücke genutzt werden können, die nur temporär zur Verfügung stehen. Die Wohndauer ist hierbei auf einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren begrenzt. Die qualitativ hochwertigen Bausysteme z.B. aus Holz oder Leichtbeton lassen sich darüber hinaus in einer rascheren Bauzeit errichten. Ab Baureife des Grundstücks findet die Errichtung in etwa sechs bis zwölf Monaten statt. Das ist zumindest doppelt so schnell wie bei einer konventionellen Bauweise. Die Nachhaltigkeit ist dadurch gewährleistet, dass die Konstruktion bzw. Teile davon nach Ablauf der Nutzung andernorts erneut aufgebaut oder recycelt werden können. Die Verwendung von unterschiedlichen Baumaterialen lässt optimal zugeschnittene Lösungen für die jeweiligen Grundstücke, aber auch genügend Spielraum für innovative und vielfältige Architektur zu. Die Stadt beweist mit diesem einzigartigen Angebot für qualitätsvolles temporäres Wohnen erneut europaweit ihre Innovationskraft und Vorreiterrolle.

Voraussetzung für eine Wohnung aus dem Sofortprogramm (temporäres wohnen) ist das Wiener Wohn-Ticket.

Weitere Informationen liefert der Folder zum Projekt in der Siemensstraße 142. Jetzt beim InfoCenter (Tel.: 01/4000-8000 oder E-Mail: infocenter@wohnservice-wien.at) anfordern.

Die Eckdaten

21., Siemensstraße 142
Bauträger: Kallco
241 geförderte Mietwohnungen für temporäres Wohnen
Planung: trans_city
Außenanlagen (Landschaftsarchitektur): trans_city & Mag. Susanne Kallinger
Kunstinterventionen: Assunta Abd el Azim Mohamed
Besiedlungsmanagement: wohnpartner
Baubeginn: Jänner 2017
Bezugstermin: Anfang 2018
Monatliche Kosten: ab € 7,50/m²
Für die Wohnungen ist kein Eigenmittelanteil erforderlich.
Gesamtbaukosten: € 16,1 Mio.
Förderungssumme der Stadt Wien: € 7,2 Mio.