Betreuungszentrum der Stadt Wien für Covid-19-Erkrankte in der Messe Wien

Copyright PID/Markus Wache
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Kooperation mit Privatspitälern vergrößert Angebot und hilft Rückstau bei Operationen abzubauen

In den Spitälern des Krankenanstaltenverbundes (KAV) wurden aufgrund der ansteigenden Coronavirus-Infektionszahlen seit Ende Februar alle planbaren Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben, um möglichst viele Spitalsbetten für an Covid-19-Erkrankte frei zu halten. Nun wird der Operationsbetrieb im städtischen Krankenanstaltenverbund stufenweise wieder aufgenommen, wie Bürgermeister Michael Ludwig, Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und KAV-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb in einem Mediengespräch im Wiener Rathaus angekündigt haben. Von dem Rückstau im Operationsbereich sind derzeit etwa 2.000 Personen betroffen. Zusätzlich wird in Kooperationen mit Wiener Privatkliniken - vorerst mit den Privatkliniken Goldenes Kreuz, Confraternität und Döbling - das Angebot an Operationen und Spitalbetten erweitert. "Auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen zuletzt zurückgegangen ist, bleibt die Stadt Wien weiterhin auf eine große Anzahl von betreuungsbedürftigen Covid-19-PatientInnen vorbereitet. Aber wir fühlen uns natürlich allen erkrankten Menschen in unserer Stadt verpflichtet, deshalb werden wir diesen Rückstau an Operationen langsam auflösen", sagte Bürgermeister Ludwig.

"Zudem wurde mit den drei Wiener Privatkliniken der PrimQaMed Group ein Kooperationsmodell geschaffen, das dem KAV erlaubt, weitere insgesamt 123 Spitalsbetten sowie Teile des Gesundheitspersonals und die Operationssäle für Behandlungen zu nutzen. Mit zwei weiteren Privatkliniken sind wir über die Verwendung weiterer Kapazitäten noch in Verhandlung, hier wird es in den nächsten Tagen einen Abschluss geben." Die bereits beschlossene Zusammenarbeit mit den Privathäusern ist vorerst mit Ende Juni befristet. Erfreut zeigte sich auch Gesundheitsstadtrat Peter Hacker "über die in dieser Form einzigartige Kooperation zwischen der Stadt und den Privathäusern".

Erste PatientInnen im Betreuungszentrum Wiener Messe

Neben den bereits weitgehend mit PatientInnen und Verdachtsfällen belegten Einrichtungen im ehemaligen Geriatriezentrum am Areal des Krankenhauses Hietzing mit 58 Betten und im Otto Wagner-Spital mit 16 Betten könnten mit diesem Wochenende auch die ersten Covid-19-PatientInnen in das Betreuungszentrum in der Wiener Messehalle kommen. Dort können PatientInnen, die nicht schwer erkrankt sind, in mehreren Hallen in bis zu 3.100 Betten untergebracht werden. "Von diesen Betten sind wegen der Besonderheit der Covid-19-Erkrankung etwa 600 mit einer zusätzliche Sauerstoffbeatmung ausgestattet", sagte Hacker. Weitere 30 Einrichtungen in der Stadt - von Hotels, über Jugendherbergen, sozialen Einrichtungen und KAV-Standorten - wurden vorbereitet, in denen unterschiedliche Zielgruppen - von Covid-19-PatientInnen über Verdachtsfälle bis hin zu Schlüsselpersonal - in mehr als 12.000 Betten untergebracht und betreut werden können.

Drei Phasen zum Krankenhaus-Normalbetrieb

In einem ersten Schritt auf dem Weg zum Routinebetrieb werden nun in den Krankhäusern des KAV jene Eingriffe vorgenommen, die bereits geplant waren und die im Anschluss keine Intensivbetreuung benötigen. Die jeweiligen medizinischen ExpertInnen durchforsten bereits die Wartelisten und reihen die Patientinnen und Patienten nach der Dringlichkeit der Behandlung. Der KAV kontaktiert die Betroffenen ab kommender Woche und informiert über den Termin und den weiteren Ablauf der Behandlung. Für alle PatientInnen gilt, dass nur wer 24 Stunden vor der Operation negativ auf Covid-19 getestet wurde, zur Behandlung zugelassen wird. Fällt dieser Test positiv aus, wird die Behandlung verschoben und die Person von der Gesundheitsbehörde gebeten, sich in Heimquarantäne zu begeben.

Wird die Operation in einem der Privatspitäler durchgeführt, erfolgt sie in der Allgemeinklasse. Die Behandlungskosten werden über den KAV an den Wiener Gesundheitsfonds verrechnet. "Den PatientInnen, die in den privaten Kliniken operiert werden, entstehen natürlich keine Zusatzkosten", versicherte Peter Hacker. Sollten die Infektionszahlen weiter sinken, können die Ambulanzen in einer zweiten Phase schrittweise geöffnet werden. Sobald der Ambulanzbetrieb wieder aufgenommen wurde, sind auch noch nicht geplante Operationen möglich. Der dritte Schritt beinhaltet die Aufhebung des Besuchsverbots sowie die Beseitigung der Zutrittskontrollen zu den Spitälern. "Wann diese dritte Phase erreicht sein wird, ist derzeit völlig offen. Wir müssen als Stadt Wien stets in der Lage sein, jenen Menschen, die eine Spitalsbehandlung brauchen, eine solche anzubieten. Deshalb haben wir mit unseren Maßnahmen von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf unsere Spitäler gelegt, weshalb das Besuchsverbot aufrecht bleibt", so Gesundheitsstadtrat Hacker abschließend.