Bürgermeister Michael Ludwig überreichte Goldenes Ehrenzeichen an Thomas Blimlinger und Susanne Schicker

25.02.2020

Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig überreichte Mag. Thomas Blimlinger, Bezirksvorsteher von Wien-Neubau a. D., und Mag.a Dr.in Susanne Schicker, Präsidentin des Wiener Stadtschulrates a. D., im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Bei der Feier anwesend waren u. a. Bundesministerin Leonore Gewessler, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky, der dritte Präsident des Wr. Landtages DI Martin Margulies, Bildungsdirektor Heinrich Himmer, Klubvorsitzender Mag. Josef Taucher und die Abgeordnete zum Nationalrat Mag.a Eva Blimlinger. Die musikalische Begleitung kam von "Saitenluft".

Im Rahmen der Ehrung betonte Bürgermeister Dr. Michael Ludwig: "Thomas Blimlinger war der erste grüne Bezirksvorsteher, ein Pionier, ein Vorbild - im Volksmund nannte man ihn auch den ,Malboromann vom 7. Bezirk'" - damit spielte er darauf an, dass Blimlinger die Trafik seines Vaters geerbt und eine Zeit lang auch geführt hatte.

Der Stadtchef würdigte die "attraktiven Projekte Blimlingers zur Neugestaltung des Freiraums" - von der Mariahilfer Straße bis hin zum Weghuberpark -, die zu einer größeren BenutzerInnenfreundlichkeit geführt und den Bezirk kinderfreundlicher gemacht hätten.

Die Laudatorin, Vizepräsidentin Mag.a Therezija Stoisits, hob hervor, dass Blimlinger nicht nur schon seit über 23.000 Tagen in Wien-Neubau wohnt, sondern dass er im Rahmen seiner Zeit als Bezirksvorsteher für diesen Bezirk auch "Pionier und Role Model" gewesen sei.

Blimlinger sei es zu verdanken, dass Wien-Neubau "Wiens entschleunigster Bezirk" sei: "Die Bevölkerung wächst, der Motorisierungsgrad sinkt", so Stoisits.

Thomas Blimlinger bedankte sich mit den Worten: "Ich hoffe, dass ich das Gesicht des Bezirks als Ermöglicher ein bisschen geprägt habe." Und: Die künftigen PolitikerInnengenerationen bräuchten "Zukunftsvisionen" und "Kanten gegen antiliberale Tendenzen - mir ist Hamburg lieber als Thüringen."

Bei Susanne Schicker bedankte sich Bürgermeister Dr. Michael Ludwig zum einen für die Leitung des Jahresfestivals "Wien Beethoven 2020" und zum anderen für ihre Arbeit als Wiener Stadtschulrats-Präsidentin - speziell für ihren leidenschaftlichen Einsatz für die Ganztagsschule. "Mit unserem Angebot eines kostenlosen Zugangs zur Ganztagsschule", so der Stadtchef, "setzen wir ja jetzt den Weg fort, der auch Dir so wichtig war."

Die Laudatorin Grete Laska, Wiener Vizebürgermeisterin a. D., bezeichnete Schicker als "hervorragende Pädagogin". Ihr großes Anliegen sei es gewesen, "das Kind in den Mittelpunkt zu stellen und zu fördern". Auch die Aufwertung der Wiener Musikschulen sei Schicker zu verdanken.

Aber auch als Leiterin des Beethoven-Jahresfestivals sei Schicker zu gratulieren, denn: "Sie versucht auch jene Menschen mitzunehmen, die Beethoven nur aus dem Film 'Ein Hund namens Beethoven' kennen." Deshalb kämen wir heuer nicht nur in den Genuss von Beethoven-Konzerten der Wiener Philharmoniker, "sondern Beethoven wird auch in den Gemeindebau, in die Grätzeln, in die Schulen gebracht".

Susanne Schicker bedankte sich mit den Worten: "Mein Ziel als Stadtschulrats-Präsidentin war es, dass alle Kinder lesen lernen und dass alle Kinder ein Musikinstrument spielen können." Und: "Als Leiterin von ,Wien Beethoven 2020' ist es mir ein Anliegen, das, wofür Beethovens Musik steht - Freiheit, Gleichheit, Solidarität - auch zu jenen Menschen zu tragen, die sonst nie einen Fuß in die Oper setzen würden."

Thomas Blimlinger schloss sein Studium der Volkswirtschaftslehre als Magister rer.soc.oec. ab. 1982 übernahm er die Tabak-Trafik seines Vaters - sein damaliger Spitzname: "Malboromann vom 7. Bezirk". Er ist verheiratet mit Mag.a Barbara Zuschnig. Sein Großvater war Justizminister Josef Gerö, seine Schwester ist Mag.a Eva Blimlinger, ehemalige Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien.

1991-1996 war er Bezirksrat der Grünen in Wien-Neubau, 1992-1997 Mitglied des Bundesvorstands der Grünen (Bundesfinanzreferent), 1996-2001 Klubobmann der Grünen in Wien-Neubau.

2001-2017 war Blimlinger Bezirksvorsteher in Wien Neubau - der erste grüne Bezirksvorsteher Wiens.

Im September 2015 unterstützte er die Stadt bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, gemeinsam mit privaten Institutionen stellte er Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge im Bezirk zur Verfügung.

Als Bezirksvorsteher hatte er ganz konkrete Ziele vor Augen: mehr Platz für Menschen, die im Bezirk leben und arbeiten, mehr Freiräume für Kinder und Jugendliche; Verkehrsberuhigung, Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit sowie Förderung des Radverkehrs. So wurde Neubau der erster Bezirk mit fast flächendeckendem Tempo 30.

Gemeinsam mit der Stadt Wien und Stadträtin Maria Vassilakou sowie dem Bezirk Mariahilf forcierte Blimlinger die Umgestaltung der Mariahilfer Straße zu einer Einkaufsstraße mit hoher Aufenthaltsqualität und einem Freiraum für Bewohnerinnen und Bewohner beider Bezirke.

Auch die Neugestaltungen von Plätzen und Parks wie dem Weghuberpark, dem Siebensternpark, dem Ceija-Stojka-Platz, dem Marianne-Fritz-Park oder dem Josef-Strauß-Park trieb er voran. Den Platz der Menschenrechte (2014) sah Blimlinger als Symbol für eine Politik des Respekts und des Miteinanders.

Desgleichen zeichnete er für die Neugestaltung des Mittelbereichs des Neubaugürtels - mit einer Slacklining-Insel für Jugendliche, einem Hängemattenturm sowie einem Bereich für Skateboarderinnen und Skateboarder - verantwortlich.

Auch Indoor-Spielplätze für Kinder, das 1. Mädchencafe "flash", die Initiative "Lebendige Lerchenfelder Straße" sowie das Bezirkskulturfestival "KulturHerbstNeubau" gehen auf Blimlinger zurück.

Unvergessen: Bei der Besetzung der Hainburger Au versorgte er mit seiner "Ente" (Citroën 2 CV) die Aubesetzerinnen und -besetzer mit Lebensnotwendigem. Während des Studiums war er Stürmer der Österreichischen Nationalmannschaft im Landhockey. Und: Blimlinger ist ein ausgezeichneter Klavierspieler - sein Repertoire bei Charity-Veranstaltungen reicht von Barock bis Randy Newman.

Susanne Schicker ist Leiterin des Jahresfestivals "Wien Beethoven 2020". Sie ist verheiratet mit DI Rudolf Schicker, Stadtrat a. D. Sie studierte Germanistik und Geschichte für das Lehramt an der Universität Wien.

Sie war AHS-Lehrerin, Leiterin des Tagesschulheimes am GRG 21 und Schullektorin beim Verlag Jugend & Volk. Sie erwarb das Doktorat in Germanistik und Sprachwissenschaften.

2001-2015 war Schicker Amtsführende Präsidentin des Wiener Stadtschulrats (bis dato die längstdienende Präsidentin). Besonders wichtig waren ihr die Themen Ganztagsschule, die sie für alle verwirklicht wissen wollte, und die mittlerweile eingeführte Zentralmatura.

2015 wurde sie Ministerialrätin im Bildungsministerium. Bis 2019 war Schicker Vorsitzende des Universitätsrats der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

Seit 2018 hat Schicker die Leitung und Koordination des Jahresfestivals "Wien Beethoven 2020" über. Ihr Motto: "Beethoven für alle, nicht nur für wenige". Schicker ist überdies Mitglied des Kuratoriums des SK Rapid Wien.

Susanne Schicker liebt Musik, Ausstellungen, Konzerte und Theater; sie läuft, wandert und reist gerne.

Werbung