Corona – Wiens Stadtchef Ludwig kündigt Öffnung für Handel ab 13. Dezember an, Gastro soll ab 20. Dezember folgen

07.12.2021
Copyright C.Jobst/PID
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Wien schlägt vor, nach dem Lockdown ab 13. Dezember schrittweise zu öffnen und damit weiter auf Sicherheit zu setzen. Das hat Wiens Bürgermeister Michael Ludwig heute, Dienstag bei einem Mediengespräch im Anschluss an die Beratungen mit einem Exptert*innen-Gremium zur Corona-Situation angekündigt.

Handel, körpernahe Dienstleiter*innen und Kultureinrichtungen sollen in Wien ab 13. Dezember für geimpfte wieder aufsperren - auch die Weihnachtsmärkte, allerdings soll die Gastronomie auf den Weihnachtsmärkten zunächst nur take away anbieten können. Restaurants, Kaffeehäuser, Beisl sowie andere Gastronomie-Betriebe und Hotels sollen dann ab 20. Dezember folgen, kündigte Bürgermeister Ludwig an. Auch Sport soll wieder möglich sein - vor allem Outdoor und Indoor wenn es wenig Körperkontakt gibt. Lösungen soll es auch für Fitness-Studios geben, sagte der Stadtchef. Die Nachtgastronomie bleibt hingegen weiter geschlossen.

Die Wiener Öffnungs-Schritte sollen morgen bei einem Treffen Bund-Länder noch mit der neuen Bundesregierung und den anderen Länderchef*innen abgestimmt werden, präzisierte der Stadtchef.

"Ich hoffe es kommt zu einheitlichen Regeln. Es wäre sinnvoll wenn es eine gemeinsame 'Unterkante' gibt", sagte Ludwig, "Es kann auch regionale ergänzende Maßnahmen gegeben." Bei den Öffnungsschritten will sich der Wiener Stadtchef eng mit den Nachbarbundesländern abstimmen, ähnlich wie bei der "Osterruhe" im Frühjahr. "Wir sind bisher mit unseren Wiener Weg der Sicherheit gut durch die Pandemie gekommen und werden auch weiter auf Impfen, Testen und Schutzmaßnahmen setzen", sagte Ludwig.

Expert*innen raten weiter zur Vorsicht; Fallzahlen gehen zurück aber Omicron-Variante bereitet Sorgen

Wien hätte zwar aktuell die niedrigste Inzidenz aller Bundesländer - das sei aber kein Grund für zu rasche Öffnungsschritte, fasste Michael Binder, medizinischer Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds und Mitglied der Expert*innen-Runde des Bürgermeisters, die Corona-Situation in Europa und Österreich zusammen. Laut den Berechnungen der Expert*innen werden die Fallzahlen in den nächsten Tagen zurückgehen; der "Peak" der vierten Welle sei erreicht, erklärte Binder. Allerdings wies er auf die nach wie vor hohe Belastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten hin. Wien sei gut beraten, auf die Impfung zu setzen und alle Öffnungsschritte durch Sicherheitsmaßnahmen wie Masken und Tests zu begleiten - auch wegen der sich ausbreitenden Omicron-Variante des Virus.

Die Omicron-Variante spiele bei den Infektionen noch eine untergeordnete Rolle, so Binder. Erfahrungen aus Südafrika würden aber darauf hindeuten, dass die Virus-Mutation um ein vielfaches ansteckender sei als die derzeit vorherrschende Delta-Variante. Egal ob Delta oder Omicron, "Maske, Impfung und Tessten zusammen haben die höchste Effizienz um den Impact der Pandemie zu reduzieren", fasste Binder den Expert*innen-Rat zusammen.