Coronavirus – Österreichische RückkehrerInnen aus Wuhan werden in Wien versorgt

02.02.2020

Die sieben Personen aus der Corona-Hochrisikoregion Wuhan werden nach ihrer Ankunft am Flughafen Wien in einer Transportmaschine des Bundesheers von speziell ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen der Wiener Berufsrettung am Flughafen empfangen und unter isolierten Bedingungen in das Hygienezentrum der Stadt in Wien-Simmering gebracht und versorgt. "Wien ist selbstverständlich bereit hier zu unterstützten. Die Stadt hat ein ausgetüfteltes Krisenmanagement. Wir haben in mehrfacher Weise und bei verschiedenen Anlässen gezeigt, dass wir gut auf verschiedene Situationen vorbereitet sind." Das hat Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker heute, Sonntag, bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärt. Minister Anschober bedankte sich für die "konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ministerien und den Einrichtungen der Stadt Wien wie der Landessanitätsdirektion oder der Berufsrettung. Das Corona-Virus sei zwar in Europa angekommen; es gebe deshalb keinen Grund zur Panik, nun sei allerdings Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten. Die Maßnahmen des Bundes und der Stadt zielten daraur ab, "dass wir hundertprozentige Sicherheit haben wollen."

Gesundheitsstadtrat Hacker schilderte das weitere Vorgehen: "Die sieben Personen werden entsprechend den Vorgaben unserer Pandemiepläne isoliert und in Quarantäne genommen. Es wird heute schon Untersuchungen geben um erste gesicherte Ergebnisse zu bekommen", erklärte Hacker. Bis dahin werden die sechs Erwachsenen und das Kind in Unterkünften im Hygienezentrum untergebracht.

Die sieben Passagiere - sechs Erwachsene und ein Kind - werden von der Berufsrettung Wien direkt am Flugfeld abgeholt. Nach einem ersten Check am Flugzeug werden die Personen in Bussen mit medizinischer Begleitung nach Simmering gefahren, erklärte Oberarzt der Berufsrettung Wien, Klaus Herbich.

Die Expertinnen und Experten des Wiener Gesundheitsdienstes (MA 15) werden im Hygienezentrum dann alle notwendigen Tests vornehmen. Ziel der Untersuchungen und der Quarantäne sei es, "auf Nummer sicher zu gehen, wir wollen die Personen beobachten, um festzustellen, ob es eine Gefahr gibt", sagte die stellvertretende Landessanitätsdirektorin von Wien, Ursula Karnthaler. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen schon morgen vorliegen.

"Bisher konnten wir alle Verdachtsfälle durch entsprechende Untersuchungen ausschließen. Es ist allerdings wichtig, die Aufmerksamkeit noch einige Zeit aufrecht zu erhalten", sagte Michael Binder, Medizinischer Direktor des Krankenanstaltenverbundes. "Die Einrichtungen in Wien sind gut vorbereitet. Derzeit sind keine Erkrankungsfälle in Österreich nachgewiesen, man kann sich in Österreich derzeit nicht mit diesem Virus anstecken."

Die Österreicher waren mit weiteren EU-BürgerInnen mit einem eigens gecharterten Flugzeug von der Stadt Hubai in China nach Südfrankreich geflogen worden. Von dort aus flogen die sieben Österreicherinnen und Österreicher mit einem Militärflugzeug des Bundesheeres nach Wien weiter. Die Ankunft der Transportmaschine C-130 "Hercules" wird für heute, nach 21 Uhr erwartet.

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