Die Schwimmenden Gärten am Donaukanal werden Realität!

© Carola lo landschaftsarchitektur
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Noch heuer: Kostenlose Chill-Area mitten in der Stadt: Mehr Cooles Grün im Kampf gegen urbane Hitzeinsel

Im Kampf gegen städtische Hitzeinseln und für noch mehr kostenlose Grün-und Freizeitflächen für die Wienerinnen und Wiener begrünt die Stadt Wien die ehemalige, denkmalgeschützte Kaiserbadschleuse am Donaukanal und schafft damit eine neue "Chill-Area" zur kostenlosen Nutzung mitten in der Stadt. Zugleich wird die Kühlluftschneise am Donaukanal verstärkt, die bei sommerlichen Hitzeperioden für ein kühleres Stadtklima sorgt. Vorbild sind die schwimmenden Gärten auf der Seine in Paris. "Ich freue mich, dass wir das Projekt endlich umsetzen können, es wird den Donaukanal weiter aufwerten, für mehr Grün und Abkühlung sorgen. Wir schaffen - im Gegensatz zu anderen Bundesändern - ganz bewusst weitere Frei-Flächen direkt am Wasser, an denen nicht konsumiert werden muss, sondern an denen man sich einfach entspannen kann", so Initiatorin Umweltstadträtin Ulli Sima.

Dem Plan, die ehemalige Kaiserbadschleuse zu begrünen und für die Menschen nutzbar zu machen, ging eine sinnlose Blockade der ohnehin niemals genutzten Betonfläche durch Ex-Pächter Norbert Weber voraus. Weber, der übrigens auch Ex-Pächter der ehemaligen CopaKagrana, heute CopaBeach ist, nutzte die Fläche am Donaukanal niemals, blockierte aber jegliche Neugestaltung.

Nun sind alle rechtlichen Fragen gelöst und das Projekt "schwimmende Gärten" kann noch heuer in Angriff genommen werden, Fertigstellung ist für den Spätsommer geplant.

Die geplante Umgestaltung der historischen Anlage sieht großzügige Überplattungen vor, die eine neue Verbindung zwischen Donaukanal-Promenade und der bisher nicht nutzbaren Kaiserbadschleuse schaffen. Sie müssen den strengen Sicherheitsauflagen entsprechend ausgestaltet werden und sind dementsprechend aufwändig. Die Schleuse steht zudem unter Deckmalschutz, was ebenfalls eine große Herausforderung für eine Nutzbarmachung darstellt.

Holzdecks, moderne Bepflanzung und coole Sitzmöglichkeiten direkt am Wasser

Da gerade in diesem Abschnitt des Donaukanals kaum Grünflächen, sondern viele Betonflächen das Bild prägen, sollen nun bewusst neue Grün- und damit attraktive Aufenthaltsräume geschaffen werden. Es sind große Pflanztröge geplant, die mit Stauden- und Gräserpflanzungen und punktuellen Großsträucher und auch Bäumen bepflanzt sind. Dazwischen entstehen vielfältige Sitz- und Liegemöglichkeiten für alle Alters- und Nutzergruppen. Von der neugestalteten Fläche aus ergibt sich für die Besucherinnen und Besucher eine ganz neue Blick-Perspektive.

Cooling und Begrünen im Kampf gegen Hitzeinseln in der ganzen Stadt

Was das Cooling betrifft, so sind Entsiegelungen von betonierten Flächen das Gebot der Stunde und gerade am Donaukanal im Bereich der Schleuse gibt es viel Beton. Durch eine Entsiegelung und Begrünung wird der einströmende Luftstrom entlang von Donau und Donaukanal gefördert und beschleunigt und trägt an Hitzetagen zusätzlich zur Abkühlung bei. Die Stadt Wien setzt in der ganzen Stadt auf Cooling-Maßnahmen der unterschiedlichsten Art, das Aufbrechen und Begrünen von versiegelten Flächen gehören genauso dazu wie Fassadenbegrünungen.

Freiflächen am Wasser in Wien eine Selbstverständlichkeit

Die Stadt Wien hat in den letzten Jahren an vielen Flächen Erholungsräume direkt am Wasser geschaffen, wie etwa am CopaBeach oder auch am ArbeiterInnenstrand. Während in anderen Bundesländern, wie etwa rund um den Attersee, immer mehr Flächen privatisiert wurden, geht Wien einen anderen Weg. "Wir öffnen Flächen am Wasser für alle, schaffen attraktive Flächen zur kostenlosen Nutzung und tragen damit zur so hohen Lebensqualität in unserer Stadt bei", so Sima.

Neue Erholungsfläche mit langer Geschichte am Donaukanal

Die Wehranlage und Schleuse Kaiserbad, die am Donaukanal zwischen Franz-Josefs-Kai und Obere Donaustraße situiert sind, wurden sowie das Schützenhaus in den Jahren 1904 bis 1908 erbaut.

Das Schützenhaus wurde nach Plänen Otto Wagner errichtet. Die Staustufe Kaiserbad war die einzige der ursprünglich drei geplanten Staustufen des Donaukanals. Der Name bezieht sich auf das ehemalige Kaiserbad, das sich ursprünglich an dieser Stelle befand und 1899 abgebrochen wurde. Die Wehr Kaiserbad war bis 1945 in Betrieb. Am Ende des Weltkrieges wurde die Wehranlage zerstört. Teile der Kammerschleuse sowie die Schleuseninsel bestehen bis heute und werden nun im Zuge des Projekts "Schwimmende Gärten" für alle begehbar und nutzbar gemacht.