"Eine Magierin ihres Fachs" Wiens Kulturstadtrat zum Ableben von Elfriede Irrall

27.02.2018

Mit Elfriede Irrall ist eine Magierin ihres Fachs abgetreten", bedauert Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny das Ableben der Wiener Schauspielerin. "Irrall besaß die seltene Gabe auch aus einer Nebenrolle immer eine Hauptrolle zu machen. In dieser Hinsicht war die Charakterdarstellerin doppelt begnadet, da sie es verstand dieses Talent sowohl auf der Bühne, als auch vor der Kamera zu vollster Wirkkraft zu entfalten."

Es zeichnete Irrall besonders aus, dass sie sich viele Jahre um den Nachwuchs gekümmert hat. Sie hat als Lehrende kommende Schauspielgenerationen geprägt und ihnen das notwendige Rüstzeug mitgegeben, das es auf der Bühne aber auch im Leben braucht. "So gesehen, bleibt uns die Magie, die ihr zu eigen war, lange erhalten", so Mailath.

Elfriede Irall erhielt 2012 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien.

Ihre Ausbildung absolvierte sie von 1952 bis 1955 an der Schauspielschule Krauss in Wien. Sie gründete 1982 mit Olaf Scheuring das "Theaterspielwerk". Ihre wesentlichen Engagements waren das Theater in der Josefstadt, Wiener Volkstheater (1960 Lulu von Frank Wedekind, Regie: Gustav Manker), Renaissance-Theater, Freie Volksbühne und Peter Steins Schaubühne in Berlin. Dazu kommen zahlreiche Film-, Fernseh- und Rundfunkarbeiten, wie 1959 in einem der berühmten Paul-Temple-Hörspielen, nämlich in Paul Temple und der Fall Spencer unter der Regie von Eduard Hermann und Radiogeschichten für kleine Leute des RBB . Darüber hinaus absolvierte sie Lehrtätigkeiten in der Schauspielausbildung in Berlin und Wien.

In Berlin engagierte sich die Künstlerin 1999 für ein Projekt im Paul-Schneider-Haus, um Jugendlichen einen Theaterkursus zu ermöglichen.

Elfriede Irrall lebte im burgenländischen Lutzmannsburg und in Wien. Nach ihrer Ehe mit Walter Kohut war der Regisseur, Dramaturg und Schauspieler Olaf Scheuring bis zu seinem Tod 2009 ihr Lebensgefährte. Irrall starb wenige Tage nach ihrem 80. Geburtstag in Wien.