Erfolgs-Bilanz für EU-Projekt: Bereits über 200.000 Jungfische in Donau und March ausgewildert!

13.12.2020
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Auf der Donauinsel werden kleine Störe ausgebrütet und in Donau und March ausgesetzt.

Tolle Bilanz zum Jahresende: 200.000 junge Sterlets, die kleinste unter den heimischen Störarten, wurden bislang im Rahmen eines EU-Projekts in Donau und March ausgesetzt. "Wien ist an diesem EU-Projekt beteiligt, man will damit den Fortbestand der bedrohten Fischart sichern und dauerhafte selbsterhaltende Populationen in verschiedenen Donauabschnitten ermöglichen. Erfreulich ist, dass das Projektziel von 150.000 Tieren sogar um 50.000 überschritten werden konnte und damit noch mehr kleine Störe in die Freiheit entlassen wurden", so die für die Wiener Gewässer (MA 45) zuständige Stadträtin Ulli Sima.

Auf der Inselinfo der MA 45 auf der Donauinsel steht seit Herbst 2016 ein Container, der es in sich hat: Unter strenger Aufsicht von Expertinnen und Experten der BOKU Wien werden dort seit 2016 hunderttausende junge Sterlets erbrütet, aufgezogen und ausgewildert.

Im heurigen Jahr wurden rund 120.000 Eier für die Erbrütung von Jungfischen im Aufzuchtcontainer aufgenommen. Die Muttertiere stammen teilweise aus der ungarischen Donau, zum anderen von erwachsenen Fischen, die in der Donau vom Projektteam gefangen werden konnten. 56.000 Jungfische konnten aus diesen Eiern erbrütet und aufgezogen werden. Sie wurden in verschiedenen Wachstumsphasen in den Projektgebieten ausgesetzt.

Sterlets werden mittels Sender überwacht

Bei der Auswilderung wird ein Teil der Fische mit hydro-akustischen Sendern versehen. So können die Wanderbewegungen und die bevorzugten Lebensräume über mehrere Jahre hinweg dokumentiert werden. Aus diesem Grund arbeitet das Projektteam auch mit Fischerinnen und Fischern zusammen. Sie sind eingeladen, Fänge von Sterlets aus der Donau und der March zu melden. Dafür wurden im Projekt eigene Stör-Bestimmungskärtchen produziert und verteilt.

Auch 2020 wurden wieder 40 Tiere mit Sendern versehen und im Nationalpark Donauauen ausgelassen. Seit zehn Monaten verfolgen die WissenschafterInnen des Projektteams nun mit dem Boot, aber auch über fest installierte Empfängerstationen auf Bojen, die Wanderungen der Tiere. Damit gewinnen sie neue Erkenntnisse über die bevorzugten Lebensräume der Sterlets und können diese gezielt schützen. Erste spannende Erkenntnisse haben gezeigt, dass einige Sterlets das ganze Jahr im Wiener Bereich der Donau bleiben, während andere in nur drei Tagen flussab bis Bratislava und wieder flussauf bis Orth an der Donau geschwommen sind.

LIFE Sterlet: EU-Projekt mit internationaler Beteiligung

Das Projektteam von LIFE Sterlet setzt sich aus dem Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement der Universität für Bodenkultur, der Stadt Wien/Wiener Gewässer sowie dem Institut für Zoologie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften zusammen.

An dem EU-Projekt beteiligen sich neben den ProjektpartnerInnen viele weitere Sponsoren wie z. B. das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, die viadonau oder verschiedene Fischereiverbände. Ebenfalls im Projekt vertreten sind die Länder Slowakei und Tschechien. Das Projekt wird zu 60 Prozent von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem LIFE-Programm gefördert und läuft noch bis 2021.

Information zum EU-Projekt: https://life-sterlet.boku.ac.at/

https://www.instagram.com/sturgeon_conservation/

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