EU-Projekt LIFE Sterlet: Seit Projektstart wurden rund 145.000 Jungfische in Donau und March ausgesetzt!

03.02.2020
Copyright BOKU Wien
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In einem Aufzuchtcontainer auf der Donauinsel werden seit 2016 erfolgreich Sterlets erbrütet und danach in der Donau ausgewildert.

Auf der Inselinfo, dem Info-Center der Stadt Wien/Wiener Gewässer auf der Donauinsel, steht seit Herbst 2016 ein Container, der es in sich hat: Unter strenger Aufsicht von Expertinnen und Experten der BOKU Wien werden dort hunderttausende junge Sterlets erbrütet, aufgezogen und danach ausgewildert. Die Projektgebiete liegen in den letzten freifließenden Strecken der österreichischen Donau (Wachau und Nationalpark Donauauen) sowie in der March. Das Ziel des EU-Projektes ist es, den Wildbestand des Sterlets, der kleinsten der heimischen Störarten, zu stärken. Es sollen dauerhaft selbsterhaltende Populationen in verschiedenen Donauabschnitten entstehen.

Bereits über 145.000 Jungsterlets ausgewildert!

Eines der Hauptziele des Projekts, die Auswilderung von insgesamt 150.000 Sterlets während der Projektlaufzeit bis 2021, wurde schon 2019 fast erreicht. Denn mit Ende des Jahres wurden bereits über 145.000 Jungtiere ausgewildert!

Auch auf internationaler Ebene gab es 2019 einen großen Erfolg: Mit der Ratifizierung des Pan-Europäischen Aktionsplans zum Schutz der Störe durch die Europäische Kommission und die Berner Konvention gibt es nun auch ein rechtlich bindendes Dokument zum Schutz dieser am stärksten gefährdeten Tierfamilie der Welt.

Bilanz 2019

2019 wurden rund 200.000 Eier für die Erbrütung von Jungfischen im Aufzuchtcontainer aufgenommen. Die Muttertiere stammen teilweise aus der ungarischen Donau, zum anderen von erwachsenen Fischen, die in der Donau vom Projektteam gefangen werden konnten. 71.000 Jungfische konnten aus diesen Eiern erbrütet und aufgezogen werden. Sie wurden in verschiedenen Wachstumsphasen in den Projektgebieten ausgesetzt.

Monitoring der ausgesetzten Sterlets

Bei der Auswilderung werden einige Fische mit Sendern versehen. So können die Wanderbewegungen und die bevorzugten Lebensräume über mehrere Jahre dokumentiert werden. Aus diesem Grund sind auch Fischerinnen und Fischer wichtige Projektpartner. Sie sind eingeladen, Fänge von Sterlets aus der Donau und der March zu melden. Dafür wurden im Projekt eigene Stör-Bestimmungskärtchen produziert und verteilt.

15 ausgewachsene Sterlets und ein Jungfisch aus dem Projekt konnten 2019 vom Projektteam in der Wiener Donau mit Netzen gefangen werden. Die Tiere wurden markiert und danach wieder freigelassen. 2020 werden weitere 45 Tiere besendert und in der slowakischen Donau ausgewildert.

LIFE Sterlet: EU-Projekt mit internationaler Beteiligung

An dem EU-Projekt der BOKU Wien zur Wiederansiedelung des Sterlets beteiligen sich neben den ProjektpartnerInnen viele weitere Sponsoren wie z. B. das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, die viadonau oder verschiedene Fischereiverbände. Ebenfalls im Projekt vertreten sind die Länder Slowakei (Slowakische Akademie der Wissenschaften) und Tschechien (Wasserbauverwaltung March & Thaya). Das Projektteam setzt sich aus dem Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement der Universität für Bodenkultur, der Stadt Wien/Wiener Gewässer sowie dem Institut für Zoologie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften zusammen. Das Projekt wird zu 60 Prozent von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem LIFE-Programm gefördert und läuft noch bis 2021.

Das Projekt stößt international auf großes Interesse. Seit Projektstart haben rund 50 Delegationen aus Österreich, der Europäischen Kommission, aus anderen europäischen Ländern und sogar aus China den Aufzuchtcontainer auf der Donauinsel besucht.