Fachtagung „Gemeinsam für die Alte Donau“ zum Abschluss von LIFE+ Alte Donau

18.05.2018

Vom Bodenfilter bis zum ArbeiterInnenstrand: Das fünfjährige EU-Projekt überzeugt mit einer Vielzahl an Maßnahmen für die Alte Donau.

Rund 80 TeilnehmerInnen, darunter auch ein Vertreter der Europäischen Kommission, nahmen an der Abschlussfachtagung des fünfjährigen EU-Projektes LIFE+ Alte Donau teil. Die Tagung fand unter dem Titel "Gemeinsam für die Alte Donau" am 17. Mai im Tech Gate Vienna statt.

Das Projekt startete 2013 unter der Federführung der Fachabteilung MA 45 - Wiener Gewässer und wurde offiziell im März 2018 abgeschlossen. Eine beachtliche Anzahl an Maßnahmen wurde im Laufe der fünf Jahre - von der EU ko-finanziert - an der Alten Donau durchgeführt.

Beispielhaftes Gewässermanagement

"Das Projekt erfüllt in zweierlei Hinsicht bestens die Erwartungen. Zum einen wird damit das Ziel der Erhaltung der Qualität des Lebensraumes Alte Donau erreicht und gesichert und zum zweiten können die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Best-Practice Projekts in der Europäischen Gemeinschaft auch für andere nutzbar sein", so Erich Valentin, Abgeordneter zum Wiener Landtag und Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Umwelt und Wiener Stadtwerke, bei der Eröffnung der Fachtagung.

"Unsere Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Alten Donau basieren auf langjährigen Erfahrungen und neuesten Erkenntnissen aus dem Bereich Gewässermanagement. Im Rahmen des EU-Projektes haben wir die Maßnahmen intensiviert und ein beispielhaftes Gewässermanagement entwickelt", so Gerald Loew, Leiter der Fachabteilung MA 45 - Wiener Gewässer.

Die Vortragenden, darunter das Projekteam der Fachabteilung MA 45 - Wiener Gewässer sowie externe FachexpertInnen u.a. von der Universität für Bodenkultur Wien, boten einen Einblick in die Entwicklung der Alten Donau einerseits und in die Ziele, Maßnahmen und Erfolge des EU-Projektes andererseits. Themen waren z. B. die historische Entwicklung der Alten Donau, die Bedeutung der Unterwasserpflanzen, das Mäh- und Pflegemanagement der Stadt Wien, das Ökosystem Alte Donau, die Tier- und Pflanzenarten und vor allem natürlich die durchgeführten Maßnahmen und Erfolge des EU-Projektes.

Herausforderungen: Nutzungsdruck und Klimawandel

Die Alte Donau steht wie jedes Gewässer in einer Großstadt vor großen Herausforderungen. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der zentralen Lage ist der Nutzungsdruck in den letzten beiden Jahrzehnten massiv gestiegen. Bereits jetzt besuchen in heißen Sommern bis zu 1,2 Millionen Badegäste das Gewässer. Auch der Klimawandel wirkt sich auf die Alte Donau aus.

Ziel des Projekts war es, einerseits die Alte Donau als wertvolles Ökosystem, andererseits den Naherholungsraum Alte Donau mit neuen Maßnahmen auch zukünftig zu sichern. Denn dass z. B. die Wasserqualität ausgezeichnet und das Ökosystem Alte Donau weitgehend intakt sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Dahinter stecken ein ausgeklügeltes Pflegekonzept und eine Reihe von wasserbaulichen Maßnahmen.

Das wurde im Rahmen des EU-Projektes realisiert (Auswahl)

Zahlreiche Maßnahmen dienen der Sicherung der guten Badewasserqualität und des guten ökologischen Zustands der Alte Donau. Dazu zählen z. B. die Errichtung eines biologischen Bodenfilters im Wasserpark, über den laufend frisches Wasser aus der Neuen Donau in die Alte Donau geleitet wird. Die naturnahe Gestaltung von Uferbereichen war ebenso Teil des Projekts wie die Pflanzungen von standortgerechten Baumarten. Als Lebens- und Rückzugsraum für Fische und Amphibien wurden naturnah belassene und mähfreie Zonen im Gewässer ausgewiesen.

Auch im Sinne der Naherholung und des kostenlosen Wasserzugangs für die Menschen hat sich viel an der Alten Donau getan. So wurden mit dem ArbeiterInnenstrand und der Strombucht zwei neue großzügige Liegewiesen mit Wasserzugang geschaffen. Ein neues Leitsystem entlang der Alten Donau hilft bei der Orientierung vor Ort. Familienfeste und Führungen entlang der Alten Donau halfen mit, den Menschen den Wert des Ökosystems Alte Donau nahezubringen und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch jede/r Einzelne etwas dazu beitragen kann, dass die Alte Donau ein Naturjuwel und ein Naherholungsraum für alle bleibt.

Infos:  www.life-altedonau.wien.at