Franz Kafka - Der Prozess | Theater Experment | Premiere | BÜHNE

Das "Theater Experiment" zeigt in dieser Dramatisierung der Romanvorlage den vergeblichen Kampf des Einzelnen und seinen Weg durch alle Instanzen eines irrationalen, weil anonymen Machtapparates.

Gespielt wird bis 9. November 2019

jeweils Dienstag bis Samstag um 20 Uhr

mit Anna DANGEL, Angela NAGY, Andrea SCHWENT, Erwin BAIL, Claudio GYÖRGYFALWAY, Bernhard Georg KÖLBL, René REBEIZ

Regie, Bearbeitung, Bühne: Erwin Bail
Assistenz u. Technik: Andrea Schwent

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag als ältestes von sechs Kindern des jüdischen Kaufmanns Hermann Kafka und seiner Frau Julie, geb. Löwy geboren. Zwei seiner Brüder starben früh (Georg und Heinrich), seine drei Schwestern wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Kafka wurde deutschsprachig erzogen, 1889 bis 1893 besuchte er die Deutsche Knabenschule am Fleischmarkt in Prag, danach das Altstädter Deutsche Gymnasium, das er 1901 mit der Matura abschloß. Nach einigen Wochen des Chemiestudiums begann er in Prag ein Jus-Studium, promovierte 1906 und absolvierte seine Praktikantenzeit am Landesgericht Prag. 1917 erkrankte er an Tuberkulose, und musste seinen Beruf als Jurist aufgeben. Endlich hatte er genügend Zeit für das Schreiben, welches er bis dahin außerhalb der Bürozeiten, meist Nachts ausübte. Kafkas Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Als er am 3. Juni 1924 in Kierling bei Klosterneuburg verstarb, war er als Autor nur wenig beachtet. Heute gilt er als einer der größten Prosa-Schriftsteller. Es gelang ihm wie kaum einem anderen Autor, die Bedrohung der Menschen in einer technisierten und bürokratischen Welt zu gestalten. So auch in seinem Roman "Der Prozess" In schmucklos-präziser Sprache schildert er - in Umkehrung des klassischen Bildungsromans - das Schicksal seines "Helden" Josef K., der sich einer zynischen Umwelt gegenübersieht, an der er, befangen in Hilflosigkeit und Ohnmacht, trotz großer individueller Anstrengungen tragisch scheitert. Kafka übernimmt aus dem jüdisch-christlichen Denken die Motive von Schuld und Sühne, Opfer und Erlösung und schildert den Einbruch irrationaler Macht in den Alltag des Individuums. Das Adjektiv "kafkaesk" ist als Bezeichnung für derart grotesk-absurde Situationen in alle Kultursprachen der Welt eingegangen.