Gerasdorfer Jahrhundertprojekt startet: Neuerrichtung Kläranlage & Wirtschaftshof

Mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro ist es das größte Bauprojekt der Stadtgemeinde: In der Fabriksgasse 7a südlich des Marchfeldkanals werden bis 2022 die Kläranlage und der neue Wirtschaftshof der Stadtgemeinde Gerasdorf bei Wien realisiert. Die Kosten für die Kläranlage belaufen sich dabei auf 9,5 Millionen Euro netto. Auf den Neubau des Wirtschaftshofes entfallen 5,5 Millionen Euro brutto. Durch den gemeinsamen Standort der beiden Gebäude ergeben sich in Zukunft Synergien vor allem in Bezug auf Betrieb und Wartung.

Die Stadtgemeinde Gerasdorf bei Wien entsorgt seit den 70iger Jahren Ihre im Gemeindegebiet anfallenden Abwässer ins Kanalnetz der Stadt Wien. Die Behandlung des Gerasdorfer Abwassers erfolgt bisher in der Wiener Hauptkläranlage. Fast 2/3 der Abwassergebühr entfällt für die Abwasserbehandlung. Zusätzlich fallen die Rückzahlungen für das gemeindeeigene Kanalsystems und die Betriebskosten für die aufwendige Abwassersammlung (teilweise mittels eines Vakuumsystems) an. Dies hat teure Gebühren für die Abwasserentsorgung zur Folge.

Bürgermeister Alexander Vojta: "Trotz der Coronakrise steigt Gerasdorf bei Wien nicht auf die Investitionsbremse. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird der Kostenvorteil dieses Jahrhundertprojektes der Bevölkerung zugutekommen. Die versprochene Reduktion der Kanalgebühren wird nach der Errichtung der neuen Kläranlage direkt an die Gerasdorfer und Gerasdorferinnen weitergegeben."

Da die Stadtgemeinde Gerasdorf bei Wien stetig wächst, ist die geplante Kläranlage eine Anlage für die Zukunft. Die neue Kläranalge ist als SBR (Sequencing Batch Reactor) für die Behandlung von Abwässern von bis zu 25.000 EinwohnerInnen ausgelegt. Mit geringfügigen Adaptierungsmaßnahmen ist eine Erweiterung auf 30.000 EinwohnerInnen leicht möglich. Die biologisch vollgereinigten Abwässer dürfen aus rechtlichen Gründen nicht in den Marchfeldkanal abgeleitet werden, sondern werden in das Gemeindegebiet von Deutsch-Wagram gepumpt und dort in den Russbach eingeleitet.

Die Baufertigstellung der Gerasdorfer Kläranlage ist für 2022 geplant. Nach einem 6-monatigen Probebetrieb soll Mitte 2023 die Kläranlage in Echtbetrieb gehen.

Am selben Standort wird auch der neue Wirtschaftshof der Stadtgemeinde errichtet. Seit über 30 Jahren befindet sich der Wirtschaftshof in der Östlichen Scheunenstraße. Der derzeitige Standort entspricht jedoch nicht mehr den Herausforderungen eines modernen Wirtschaftshofes. Das Areal des geplanten Gebäudes in der Fabriksgasse bietet genug Platzreserven für die Zukunft. Der neue Wirtschaftshof wird 496m² Büroflächen, 713 m² für Lager und Werkstatt sowie Fahrzeughallen für 13 Fahrzeuge umfassen.

Jetzt wird dieses Jahrhundertprojekt der Stadtgemeinde Gerasdorf bei Wien professionell umgesetzt: Nach der wasserrechtlichen Bewilligung des Projektes Ende 2018 wurde das Projekt in einem mehrstufigen, den EU-Normen entsprechenden Ausschreibungsverfahrens über die Rechtsanwaltskanzlei Schramm & Öhler vergeben. Die Planung der Kläranlage übernahm Dipl.Ing. Dr. Kiril Atanasoff-Kardjalieff und die Planung des neuen Wirtschaftshofes an das Ingenieurbüro KS Ingenieure ZT GmbH. Die Umsetzung erfolgt durch die Habau Hoch- Und Tiefbaugesellschaft m.b.h..

Bürgermeister Alexander Vojta: "Eine eigene Kläranlage für Gerasdorf ist jahrelang geplant worden. Die bereits verstorbenen Stadträte a.D. Johann Schneider und Friedrich Schiftner waren in die Planungsarbeiten stark involviert und haben diese vorangetrieben. Mein persönlicher Dank richtet sich außerdem an Bürgermeister Friedrich Quirgst und die Stadtgmeinde Deutsch-Wagram für die Erteilung aller erforderlichen Genehmigungen für die Einleitung des gereinigten Abwassers in den Russbach. Mit diesem Jahrhundertprojekt wird den Bedürfnissen unserer stark wachsenden Gemeinde Rechnung getragen. Gerasdorf bei Wien wird von den Synergien der neuen Infrastruktur an einem gemeinsamen Standort erheblich profitieren können."

Vizebürgermeister Dietmar Ruf: "Von den ersten diesbezüglichen Ideen vor 10 Jahren bis heute verging fast ein Jahrzehnt. Bedanken muss man sich hierbei vor allem bei unserem verstorbenen Stadtrat Friedrich Schiftner, der immer von diesem Projekt beseelt war und leider diesen Tag nicht mehr erleben kann. Weiters natürlich bei Stadtrat für Hoch- und Tiefbau Andreas Zein, der dieses Projekt meisterhaft zu Ende geführt hat und beim ebenfalls leider verstorbenen Stadtrat Johann Schneider, der das Projekt in einer heiklen Phase immer vorangetrieben hat."ss man sich hierbei vor allem bei unserem verstorbenen Stadtrat Friedrich Schiftner, der immer von diesem Projekt beseelt war und leider diesen Tag nicht mehr erleben kann. Weiters natürlich bei Stadtrat Andreas Zein, der dieses Projekt meisterhaft zu Ende geführt hat und beim ebenfalls leider verstorbenen Stadtrat Johann Schneider, der das Projekt in einer heiklen Phase immer vorangetrieben hat.

Auch die Stadträtin Kristina Mandl und Stadtrat Andreas Zein erinnern an die bereits verstorbenen Stadträte a.D. Johann Schneider und Friedrich Schiftner, ohne deren Engagement und Vorarbeit, die erfolgreiche Umsetzung der Kläranlage heute nicht möglich wäre. Stadtrat Robert Bachinger nennt Bürgermeister a.D. Johann Kaller als weiteren Ideengeber für die Kläranlage und betont ebenso wie Gemeinderat Christian Koza die künftige Kostenersparnis für die nächsten Generationen.

Neubau Kläranlage & Wirtschaftshof - Eckdaten des Projektes:

  • Adresse: Fabriksgasse 7a, 2201 Gerasdorf bei Wien

  • Durchführung des Ausschreibungsverfahrens: Rechtsanwaltskanzlei Schramm & Öhler

  • Planung der Kläranlage: Dipl.Ing. Dr. Kiril Atanasoff-Kardjalieff

  • Planung des neuen Wirtschaftshofes: Ingenieurbüro KS Ingenieure ZT GmbH (GF Klaus Stanek)

  • Umsetzung: Habau Hoch- Und Tiefbaugesellschaft M.b.h.

  • Baukosten: 15 Mio. Euro (Kläranlage: 9,5 Mio. Euro netto; Wirtschaftshof: 5,5 Mio. Euro brutto)

  • Baufertigstellung: 2022

  • Inbetriebnahme: 2023