Gratis-Ganztagsschulen und möglichst normaler Schulalltag!

© C.Jobst/PID
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Meilenstein Gratis-Ganztagsschule - "Wiener Herbst Camps" in den Herbstferien

Inhaltlich startet Wien ins neue Schuljahr mit einem "Herzens-Projekt" - den Gratis-Ganztagsschulen: So sind ab kommendem Montag, dem 7. September, keine Beiträge für den Besuch von 70 verschränkten Ganztagsschulen zu bezahlen, auch das Mittagessen ist inkludiert. "Mit diesem bildungspolitischen Meilenstein entlasten wir Wiener Familien um 40 Mio Euro pro Jahr", betonten Bürgermeister Michael Ludwig, Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky und Bildungsdirektor Heinrich Himmer beim heutigen Pressetermin zum Thema "Schulstart" in der Ganztagsvolksschule Novaragasse in der Leopoldstadt.

Pro Monat ersparen sich Eltern rund 180 Euro für jedes Kind. Bereits heuer wurde die Zahl der verschränkten Ganztagsschulen um 7 Standorte auf 70 aufgestockt. "Die zusätzlichen Ganztagsschulen sind der neue Bildungscampus Nöstlinger, die Volksschule und Mittelschule Grundäckergasse in Favoriten, die Volksschule Längenfeldgasse in Meidling, die Volksschulen Breitenfurter Straße und Erlaaer Schleife sowie die Volksschule Carlbergergasse in Liesing", so Ludwig und Czernohorszky. "Damit haben wir ab Herbst insgesamt 63 Volksschulen und sieben Mittelschulen in verschränkter Form!"

Insgesamt wurden in ganz Wien 200 neue Klassen geschaffen - in neu gebauten bzw. auch erweiterten Schulen. Ein neu errichteter Standort liegt beispielsweise in der Grundäckergasse in Wien-Favoriten: Hier wurden gleich zwei neue Schulen, eine Volksschule und eine Mittelschule, mit insgesamt 25 Klassen errichtet. "Durch die U1 Verlängerung und viele Wohnbauprojekte steigt der Bedarf an neuen Pflichtschulplätzen in diesem Stadtteil laufend", weiß Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. An den Start geht aber auch ein nagelneuer Bildungscampus am Nordbahnhofgelände: Am Campus "Christine Nöstlinger" werden Kindergarten, Volksschule, Mittelschule, eine Fachmittelschule, aber auch eine Musikschule unter einem Dach untergebracht: "Alle Einrichtungen hier arbeiten miteinander und schaffen spannende Angebote für Kinder von 0 bis 14 Jahren - so werden Lernen und Bildung zum besonderen Erlebnis ohne Mauern und Barrieren", betont Stadtrat Czernohorszky. "Selbstverständlich starten auch hier gleich zwei neuen Ganztagsschulen."

Aber auch an bestehenden Ganztagsschulen werden die Schulplätze aufgestockt: Beispielsweise wurde in den letzten Monaten die Ganztagsvolksschule Novaragasse um insgesamt zehn Klassenräume erweitert. Der Neubau ist an das Haupthaus angebunden und öffnet sich mit einem überdeckten Freibereich mit fünf Meter Höhe großzügig zur Blumauergasse. Durch die Überbauung des Freibereiches ergibt sich eine großzügige, witterungsunabhängige Spiel-, Sport- und Bewegungsfläche.

Eine Übersicht über alle Gratis-Ganztagsschulen gibt es unter https://www.wien.gv.at/bildung/schulen/gratis-ganztagsschulen.html

Darüber hinaus wurden heuer auch viele Schulen saniert: An 50 Standorten wurde - schwerpunktmäßig im Sommer - gearbeitet, davon konnten 19 Schulen fertig saniert werden. Insgesamt investiert die Stadt Wien 2020 über 42 Millionen Euro in die Modernisierung der ihrer Pflichtschulen. 2023 werden dann insgesamt 242 Schulgebäude saniert und somit das erste der beiden Schulsanierungspakete abgeschlossen sein. Parallel ist bereits das zweite Schulsanierungspaket angelaufen, beispielsweise wird der Standort Landsteinergasse/ Wiesberggassse mit Volksschule und Mittelschule derzeit generalsaniert.

Wien startet Camps in den Herbstferien

Die Schule startet, aber die nächsten Ferien sind dennoch nicht mehr weit - ab 26. Oktober steht erstmals eine Woche Herbstferien auf dem Programm. "Um Eltern zu entlasten und Kindern tolle Erlebnisse zu ermöglichen, setzen wir das Erfolgsmodell der Summer City Camps auch im Herbst in die Tat um und bieten erstmals Herbst-Camps an", so Jürgen Czernohorszky. Konkret können Kinder ab 27. Oktober an 30 Standorten in ganz Wien an Tagescamps teilnehmen, die Kosten betragen auch hier 50 Euro pro Woche inklusive Mittagessen, auf dem Programm steht ein tolles Freizeitangebot. Die Anmeldung ist ab sofort möglich, alle Infos gibt es unter www.ferieninwien.at.

An den Summer City Camps, die bis Schulbeginn laufen, haben heuer über 7.000 Kinder teilgenommen, davon 2.050 auch an der Lernförderung. "Es hat sich gezeigt, dass gerade nach dem Corona-Lockdown die Nachfrage nach Ferienangeboten sehr hoch war und auch zusätzliche Lernförderung für VolksschülerInnen sehr gut angekommen ist", so Jürgen Czernohorszky. Wien investiert allein heuer rund 9 Mio in das Ferienangebot für Kinder.

Digitalisierung der Schulen läuft auf Hochtouren

Bereits vor einem Jahr ist an Wiener Pflichtschulen der Ausbau eines flächendeckenden WLAN-Netzes gestartet. In das Gesamtprojekt "Schule Digital" werden von der Stadt insgesamt 40 Mio. Euro investiert. In den Schulneubauten und in den Schulerweiterungen der Stadt ist die WLAN-Ausstattung bereits Standard. Nun wird mit Hochdruck an allen Berufsschulen, polytechnischen Schulen und Mittelschulen bis 2022 das WLAN flächendeckend ausgebaut, bis Ende dieses Jahres sind bereits 64 Schulen komplett ausgestattet.

"Trotz der Herausforderungen durch CoVid-19 läuft der Ausbau wie geplant auf Hochtouren unter Leitung der MA01 Wien Digital", betont Jürgen Czernohorszky. "Darüber hinaus hat gerade die Zeit des Lockdowns gezeigt, wie wichtig es ist digitale Werkzeuge auch pädagogisch richtig einzusetzen - deshalb umfasst das Projekt auch die Schulung von PädagogInnen in diesem Bereich!" Bereits angeschafft wurden vor dem Sommer 5.000 Laptops für Wiener Pflichtschulen, sie sind fast zur Gänze an Schulen im Einsatz - entweder als Leihgeräte an SchülerInnen oder für digitales Lernen in den Schulen selbst.

Auch Bildungsdirektor Heinrich Himmer betont die Bedeutung der Digitalisierung für die Weiterentwicklung des Schulwesens: "In vielerlei Hinsicht ist die Zukunft der Schule auch digital zu denken. Das war vor der Coronakrise schon so - und ist es nun noch mehr." Neben der Schaffung der hierfür nötigen Infrastruktur und auch der Schulung der LehrerInnen gehe es - so Himmer - aber auch darum, bestimmte Standards zu etablieren. Mit eigenen Dienst-Email-Adressen für LehrerInnen und Office 365-Lizenzen sind die Schulen der Stadt auf einem guten Weg. Himmer: "Wir arbeiten darauf hin, dass sich jede Schule für eine Lern-Plattform entscheidet: Das erleichtert das Lernen und schafft Klarheit für Eltern."

Corona und Schule: Möglichst normaler Schulalltag

"Kinder brauchen einen strukturierten Alltag und die Kontakte zu Gleichaltrigen - deshalb ist ein normaler Schulbetrieb für sie enorm wichtig", so Bildungsdirektor Heinrich Himmer. "Darüber hinaus brauchen Eltern Planungssicherheit, es darf deshalb zu keiner großflächigen Schließung von Bildungseinrichtungen aufgrund der Corona-Situation mehr kommen. Klar ist: Eine Betreuung der Kinder wird bei jeder Ampelfarbe immer sicher gestellt sein!"

Die Stadt habe für die Schulen ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, "damit der Schulalltag so sicher wie möglich ablaufen kann", so Ludwig, Czernohorszky und Himmer. Das umfasst vor allem die Hygiene: So sind alle öffentlichen Pflichtschulen mit umfangreichem Schutzmaterial - Hände- und Flächendesinfektionsmitteln, Mehrwegmasken und Desinfektionsspendern - ausgestattet. "Der Dank gilt allen PädagogInnen und SchulwartInnen, die den Schulstart mit großem Einsatz vorbereiten, damit alle unter guten Rahmenbedingungen arbeiten können", so Jürgen Czernohorszky.

Die Bildungsdirektion ist auch schon in engem Kontakt mit den SchulleiterInnen und hat in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsbehörde Informationen zu den wichtigsten Fragen von Eltern zum Schulstart zusammengestellt: "Dabei geht es uns um die größtmögliche Sicherheit für alle, aber auch darum, dass sich alle SchulpartnerInnen gut auf mögliche Szenarien einstellen können", betonte Bildungsdirektor Himmer. Bewährt habe sich die im Juli erarbeitete neue Vorgangsweise bei Verdachtsfällen in Kindergärten und Schulen: Die Regeln sehen vor, dass in diesen Fällen nur noch jene Person, die Krankheitssymptome aufweist, nicht mehr am Unterricht teilnimmt. Enge Kontaktpersonen, also Kinder der gleichen Klasse oder Gruppe, können weiter unterrichtet oder betreut werden. Dabei darf es jedoch zu keiner Vermischung mit anderen Klassen oder Gruppen kommen. Ist das Ergebnis beim Verdachtsfall positiv, werden die engen Kontaktpersonen für 10 Tage nach dem letzten Kontakt zum infizierten Kind abgesondert. Die Gesundheitsbehörde leitet weitere Tests in die Wege. Bei Bedarf kann auch eine Desinfektion der betroffenen Räumlichkeiten in den Schulen oder Kindergärten durchgeführt werden.

Infos zum Thema Corona gibt es für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern bei der Corona-Hotline der Wiener Bildungsdirektion unter der Telefonnummer 01-52525/77109. Die Hotline ist von Montag bis Freitag, jeweils von 7.30 bis 15.30 Uhr, erreichbar. Alle Infos sind auch unter https://coronavirus.wien.gv.at/site/bildungseinrichtungen abrufbar.

Neuer "Bildungs-Krisenstab"

Die Stadt Wien richtet mit Beginn des neuen Schul- und Kindergartenjahres einen eigenen Bildungskrisenstab ein. Ein professionelles Monitoring von Infektionen im Bildungsbereich ist gerade in Zeiten einer Pandemie besonders wichtig. Dieser Stab wird rasch und effizient die Situation einschätzen, bewerten und Empfehlungen festlegen. Gleichzeitig soll der Stab aber auch Bildungseinrichtungen in ihrer Arbeit in Covid-Zeiten unterstützen und begleiten. Mitglieder des Krisenstabs sind VertreterInnen des Bildungs- und Gesundheitsbereichs.