Haus des Meeres: 10 Jahre Erhaltungszucht mexikanischer Hochlandkärpflinge

16.08.2018

Seit zehn Jahren wirkt das Haus des Meeres sehr aktiv und an vorderster Front dem Verschwinden seltener mexikanischer Fische entgegen. Waren es zu Beginn nur wenige Aquarien mit einigen der am stärksten bedrohten Arten, so erkannten wir doch relativ schnell, dass die Anzahl der Fischarten am Rande des Aussterbens weit größer war als gedacht. Die Anzahl der Aquarien wuchs, die Zuchtanlage übersiedelte in den klimatisch besser geeigneten Keller und die Vielfalt der gehaltenen und nachgezogenen Arten nahm nach und nach zu. Heute unterhält das Haus des Meeres mit knapp 85 Aquarien die mit Abstand größte Erhaltungszuchtanlage der Welt für Mexikanische Hochlandkärpflinge, wo fast alle Arten vermehrt und auch an interessierte Zoos und engagierte Privatzüchter abgegeben werden.

© Günther Hulla und Michael Köck
© Günther Hulla und Michael Köck

Mexikanische Hochlandkärpflinge: viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht

Das Haus des Meeres nimmt im Kampf für die Zukunft dieser Fische eine Spitzenposition ein und besitzt auf diesem Gebiet Weltruf. Neben der Nachzucht der gehaltenen Arten, unter denen sich einige befinden, die in Europa nirgendwo sonst zu finden sind, wird mit Vorträgen Erwachsenenbildung betrieben, es werden Fachartikel verfasst, Forschungsreisen organisiert, aber auch wissenschaftliche Projekte unterstützt und teilweise auch koordiniert. Aktuell wird die Wiederansiedelung einer in der Natur ausgestorbenen Art ermöglicht und die ganze Fischgruppe von Mag. Michael Köck, Kurator im Haus des Meeres, für die Redlist der IUCN evaluiert und erfasst - eine Arbeit abseits des täglichen Zoobetriebs, aber nicht minder wichtig und für uns selbstverständlich.

© Günther Hulla und Michael Köck
© Günther Hulla und Michael Köck

Die momentane, an die Grenzen gelangte Zuchtanlage

Auch wenn die langsam gewachsene Erhaltungszuchtanlage ihres gleichen sucht, so ist sie doch in die Jahre gekommen. Die räumliche Situation lässt eine Erweiterung nicht mehr zu, und auch wenn sie mit LED Beleuchtung und Wasserdurchflusssystem einen hohen technischen Standard widerspiegelt, so ist doch klar zu erkennen, dass die Anlage bestehende Räumlichkeiten nutzt, die ursprünglich für andere Zwecke vorgesehen waren. Im Rahmen des Zubaus widmet das Haus des Meeres diesen Fischen künftig einen neu geschaffenen Bereich, der ihren speziellen Anforderungen bezüglich Wasserqualität und Temperatur präzise Rechnung tragen und auch Möglichkeiten für hausinterne Forschung schaffen soll. Damit setzen wir ein klares Zeichen, wie sehr uns der Erhalt unserer Natur und ihre Vielfalt am Herzen liegen. Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis dieser Bereich fertiggestellt sein wird, aber die Planung läuft bereits jetzt auf Hochtouren.