Heimrad Bäcker: es kann sein, dass man uns nicht töten wird und uns erlauben wird, zu leben* | Kultur | VIDEO

Heimrad Bäcker. es kann sein, dass man uns nicht töten wird und uns erlauben wird, zu leben

Ab den 1960er-Jahren - lange bevor die Erinnerung an NS-Verbrechen in Österreich eine kollektive Prägung erfuhr - entstanden Heimrad Bäckers Fotografien auf dem Areal der Konzentrationslager Mauthausen und Gusen. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche fotografische Dokumentation des zunächst verlassenen, später anders genutzten Areals: die Bestandsaufnahme eines Ortes in über 14.000 Fotografien.

Bäcker, dessen dichterisches und verlegerisches Werk zu den herausragenden Leistungen der österreichischen Literatur nach 1945 zählt, verstand Mauthausen und Gusen als Gedächtnisorte im Sinne des französischen Historikers Pierre Nora. Dieser hatte den Begriff "lieux de mémoire" geprägt, um damit Orte zu bezeichnen, an denen sich das kollektive Gedächtnis kristallisiert. So wird Erinnerungskultur und historisch motivierte Identitätsstiftung ermöglicht. Dabei ging es Bäcker im Gegensatz zu Nora nicht vorrangig um nationale Anliegen, sondern um die Verantwortung für ein Wissen und dessen Aufarbeitung.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 26. September ab 19 Uhr bei freiem Eintritt feierlich eröffnet.