How to Kraut oder Wie funktioniert Crowdfunding wirklich?

12.06.2018

Unter diesem Motto hat die LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg und das LEADER-eigene Projekt 'Weinviertler Ideenpool' vorigen Donnerstag in die Bezirksbauernkammer Hollabrunn geladen, um Licht hinter den Mythos zu bringen. Vier Crowdfunding-Experten haben ausführlich die Grundregeln erfolgreicher alternativer Finanzierung erläutert.

So wurde unter anderem analysiert, was und wer die Crowd ist, die positiven Nebeneffekte des Crowdfundings besprochen und auch die akribische Vorarbeit, die notwendig ist, damit ein Projekt erfolgreich ist. Im Detail hat Kerstin Eisenhut von startnext den Crowdfunding-Begriff grundsätzlich erklärt, während Brigitte Hatvan von Conplusultra über die Möglichkeiten für Regionen berichtete. Hannes Mayerhofer von der NÖ Kulturvernetzung zeigte, wie verschiedene Kulturprojekte - von der Musik-CD bis zum Veranstaltungssaal - durch das "Geld aus der Menge" realisiert werden konnten, auch ein Modell mit LEADER-Förderung war dabei.

Gottfried Heneis von Crowd4energy hingegen ist Experte für Energieprojekte und brachte interessante Beispiele wie ein Kleinkraftwerk am Wiener Neustädter Kanal oder eine PV-Anlage einer Molkerei mit. Horst Harlacher von Respekt.net hat dann die vielfältigen Möglichkeiten des Crowdfundings bei Sozialprojekten gezeigt, wo mitunter die Währung Zeit und nicht Geld ist. Dazwischen haben Liz Zimmermann von Delta Cultura und Matthias Katt von eFRIENDS energy für den Biobauernhof von Marion Aigner-Filz in Porrau über ihre Erfahrungen aus Sicht der Projektinitiatoren erzählt: "Wir haben uns schon vor einigen Jahren mit Crowdfunding beschäftigt und dann mal recht blauäugig losgelegt. Nach Ablauf der Zeit hatten wir dann genau die 150 €, die wir selbst am Anfang eingezahlt haben. Ohne sorgfältige Planung geht im Crowdfunding nichts. Voriges Jahr sind wir das Ganze dann nochmals mit wirklich viel Vorbereitung angegangen und hatten großen Erfolg!"

Das Echo der interessierten Besucher war überaus positiv: "Ich bin sehr froh, dass ich hergekommen bin - ich hatte ganz andere Vorstellungen und weiß jetzt sehr genau, wie ich meine Idee weiterbearbeiten muss."

Die Vertreter/-innen der LEADER Weinviertel-Manhartsberg und des Weinviertler Ideenpools sind ebenfalls froh über die erfolgreiche Veranstaltung und hoffen, dass sich bis Herbst mindestens drei konkrete Projekte finden, damit ein weiterführender Workshop in Richtung Umsetzung abgehalten werden kann. In diesem Rahmen besteht dann die Möglichkeit mit Hilfe von Experten eine schon ausgereifte Idee auf Herz und Nieren auf Crowdfundingtauglichkeit zu untersuchen und zu schauen, welche Plattformen passend wären und in weiterer Folge einen groben Fahrplan für die ersten Phasen aufzustellen.