Ilija Trojanow, Konstantin Wecker und Dilar Dirik diskutieren erstmals auf der Hauptbühne des Volkstheaters

06.02.2018

"Trojanow trifft.": Autor Trojanow diskutiert mit Liedermacher Wecker und Frauenrechtlerin Dirik über das Ideal der Anarchie

Anarchie im Volkstheater? Die erfolgreiche Gesprächsreihe "Trojanow trifft." wird am Sonntag, den 18. Februar erstmals statt in der Roten Bar auf der Hauptbühne am Arthur-Schnitzler-Platz stattfinden. Unter dem Titel "Anarchismus - ein unbändiges Ideal" diskutiert der Autor Ilija Trojanow mit dem legendären Liedermacher Konstantin Wecker und der Frauenrechtlerin Dilar Dirik. Und auch Musik-Fans werden nicht zu kurz kommen: Konstantin Wecker gibt live einige seiner Lieder zum Besten.

Trojanow trifft. Sonntagsgespräche in der Roten Bar

Für das Volkstheater kuratiert der in Wien lebende international bekannte und preisgekrönte Schriftsteller Ilija Trojanow eine Veranstaltungsreihe zu ausgewählten Themen. Zu jeder Veranstaltung lädt Ilija Trojanow international renommierte Philosoph/innen, Journalist/innen, Wissenschaftler/innen und Künstler/innen ins Volkstheater ein, die in dem von ihm moderierten Sonntagsgespräch ihre Standpunkte zur Sache einbringen. Nach Barbara Frischmuth und Dzevad Karahasan bzw. Constanze Kurz und Karl-Heinz Dellwo sind im Februar - diesmal im großen Saal des Volkstheaters - Dilar Dirik und Konstantin Wecker zu Gast; im März ist Harald Welzer Trojanows Diskussionspartner.

Drittes Gespräch: Anarchismus - Ein unbändiges Ideal Sonntag, 18. Februar, 11.30 Uhr, Volkstheater Gäste Dilar Dirik, Konstantin Wecker Konzept und Moderation Ilija Trojanow Eintritt € 9

Seit den alten Griechen steht Anarchie für die Vision einer herrschaftslosen Gesellschaft, für Freiheit des Einzelnen und Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft. In Zeiten, in denen sowohl Freiheit als auch Gerechtigkeit abnehmen und der globalisierte Kapitalismus als alternativlos propagiert wird, gibt es ein gesteigertes Interesse an diesem Ideal, das unzählige Aktivistinnen und Aktivisten, Künstlerinnen und Künstler bis heute inspiriert. Mit Dilar Dirik und Konstantin Wecker werden zwei Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Ausdrucksformen miteinander ins Gespräch kommen. Die Akademikerin und Frauenrechtlerin Dilar Dirik kann aus eigener Anschauung von den Experimenten in Selbstverwaltung und Emanzipation berichten, die gegenwärtig in dem kurdisch kontrollierten Teil Nordsyriens (Rojava) stattfinden, aber auch von der Bedeutung anarchistischer Denkerinnen wie etwa Emma Goldman für den kurdischen Widerstand. Konstantin Wecker, der legendäre Liedermacher, hat ein Leben lang machtkritische Überlegungen angestellt, die sich in seinen Liedern und Texten niedergeschlagen haben. Er ist ein kritischer und unbändiger Geist, der einen anderen Aspekt der anarchistischen Tradition repräsentiert: die Poesie einer radikal humanen Haltung. Als Dichter steht er somit in einer Reihe mit so großartigen Poeten wie Oscar Wilde, James Joyce und Erich Mühsam. Zur Einstimmung wird er einige seiner Lieder vortragen. In Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM)

Viertes Gespräch: Die offene Gesellschaft Wege - der konkreten Utopie Sonntag, 11. März, 11 Uhr, Rote Bar Gast Harald Welzer Mit einem Vorspiel aus Gutmenschen Konzept und Moderation Ilija Trojanow freier Eintritt, Zählkarten unter 52111-400

Angesichts von Naturzerstörung, zunehmender sozialer Ungleichheit, der Vereinsamung des Einzelnen und der Beherrschung der Gesellschaft mithilfe digitaler Strategien erleben wir gegenwärtig eine Renaissance des rechten Denkens. Das ist verwunderlich, denn die "Rechten" bieten diesbezüglich kaum Lösungen an. Die "Linken" aber auch nicht. Im Gegenteil: Ihr Konzept scheint darin zu bestehen, den zivilisatorischen Status quo mit der einen Hand zu verteidigen, während sie ihn mit der anderen abbauen. Im Gespräch mit Harald Welzer, Herausgeber der Zeitschrift Futurzwei, geht es um Möglichkeiten, die offene Gesellschaft zu modernisieren und ihre ökosoziale Transformation in die Wege zu leiten. In Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM)